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Videospiel mit RL-Adrenalinschub und voll geiler Actioneinlage (via WikiLeaks. Unter den Opfern: 2 Reuters-Mitarbeiter) – UPDATE: USA erklären Internet den Krieg

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(wn030 ‘blattkritik’, 8.4.2010) (update 1.8.: USA erklären Internet den Krieg / Insurance file) – (update2 – jan 2011 – more about insurance file: here.) http://wp.me/psdI6-DZ

In der gestrigen Ausgabe informierte die taz ihre Leser über ein Video, dass kürzlich von WikiLeaks veröffentlicht wurde. Es handelt sich um die Originalaufnahme aus einem US-amerikanischen Apache-Kampfhubschrauber. Die Bilder zeigen das Abschlachten von mehr als 10 Personen in New Baghdad, unterlegt mit Tonaufnahmen – den knappen Kommentaren der Soldaten im Austausch miteinander und ihrer Kommandozentrale.  Die Aufnahme zeigt nach dem ersten Angriff einen Folge-Angriff auf helfende Zivilisten, die die Getöteten und Verletzten zu bergen versuchten. Unter den Verletzten der zweiten Angriffs sind auch zwei Kinder. Was an dem gestrigen taz-Artikel etwas seltsam angemutet hat und nicht nur uns bei wn030 aufgefallen sein dürfte, war der eigenartig vorsichtige Tonfall der betreffenden taz-Autoren: “vermutlich… angeblich…” hätten sich unter den Getöteten auch zwei Reuters-Mitarbeiter befunden: als hätte weder Reuters noch auch nur einer aus dem WikiLeaks-Team eine Ahnung von dem, was sie da machen.

Erst einen Tag später – in der heutigen Ausgabe – zieht die taz mit einem zweiten und besseren Beitrag nochmal nach (Beitrag von Daniel Schulz). Der Autor spart sich hier das “vermutlich/angeblich” und beweist damit ein gewisses Gespür für notwendige Klarheit. Gerade noch rechtzeitig, um mit der Süddeutschen nachzuziehen. Auch in der heutigen SZ wirft man mit “vermutlichs/angeblichs” nicht um sich und verzichtet damit auf die unterschwellige Unterstellung von Ahnungslosigkeit oder horrendem Mangel an Professionalität. Der Beitrag von D. Schulz ist übrigens ziemlich lesenswert, sollten Sie sich reinziehen. Mit Erstaunen liest man in der sz dagegen, wie sicher sich das US-Militär gibt, dass dieses RL-Videospiel-Video keinen Schock zustandezubringen in der Lage sein dürfte. Im eigenen Land sei man an derlei Bilder zu gewöhnt, um auch nur einen partiotischen Amerikaner aus der Ruhe zu bringen. Klar – sind ja “nur Pixel” auf dem Bildschirm. Siehe sz vom 7.4. – dies gilt derzeit leider am offensichtlichsten für den einen oder anderen US-Redakteur.

Die drei am Vortag (7.4.) von der sz online gestellten kürzeren Beiträge dazu sind hier, (m. F. Serrao und J. Schmidt) hier (B. Vorsamer) (von wn030 zum Klicken dringend empfohlen) und hier (Kommentar von Hubert Wetzel) (von wn030 als Pflichtlektüre auferlegt) zu lesen. Der heutige sz-Beitrag ist (bisher) leider nur in Papierform zu ergattern.

und hier ist das gute Stück:


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15 Responses

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  1. ein taz-update-link vom 30.7.2010 zum thema.

    die tagesschau-seite vom 30.7.

    CNN am 1.8. ortszeit: studenten waren schuld (was auch sonst. doch nicht die kommandozentrale. als CNN schreibe man auch nicht über abdrückende schützen. wenn’s heiß wird, nehme studenten. das hilft immer.) lesbar auf der seite sind ein paar kommentare. u.a. das von madman09: “Wikileaks is a classic case of shoot the messenger. These guys exposed the corruption, and the freaking war crimes of the past administration, and everyone is calling for them to be strung up, without a single peep being made about what the reports / documents really prove.”

    …und es gibt bereits einen spannenden rap-kommentar dazu (tip von netzpolitik.org):

    am 1.8.2010 abends twittert wikileaks das interview ihres mitgründers julian assange mit RT:

    spiegel am 1.8.2010: “US-Behörden setzen WikiLeaks-Aktivisten unter Druck. Konflikt um Afghanistan-Protokolle.

    gulli zur ominösen, interesse weckenden ‘lebensversicherungs-datei’:

    “Nun ist plötzlich eine 1.4 Gigabyte große, mysteriöse Datei aufgetaucht welche den Namen „Insurance file“ trägt, was auf deutsch soviel wie „Versicherung Datei“ heißt. Sie steht auf wikileaks.org unter den anderen Afghanistandateien zum Download bereit und wird auch auf diversen Torrentseiten verbreitet. Der Inhalt der Datei ist allerdings mit dem Verschlüsselungsverfahren AES-256 unkenntlich gemacht worden. Dieser Schutz gilt als sehr sicher und es ist praktisch unmöglich den ursprünglichen Inhalt ohne das entsprechende Passwort wiederherzustellen. Momentan ist noch nicht klar was man mit der Datei versichern will und was der Inhalt der Datei ist. Gerüchte besagen, dass in der Datei noch viel größere Geheimnisse verwahrt sind deren Veröffentlichung der US-Regierung unangenehm sein könnten. Wenn Assange etwas zustoße, würden Helfer der Organisation das Passwort veröffentlichen und den Inhalt somit frei verfügbar machen. Natürlich sind dies nur vage Vermutungen. Aber ganz egal was sich in der Datei verbirgt, es scheint groß zu sein, denn 1.4 Gigabyte übersteigt sogar die Gesamtdatenmenge aller Wikileaksdateien.” (quelle: gulli.com vom gestrigen 31.7.2010, textquellen: tagesschau, threedonia, countercurrents)

    der weiter oben verlinkte spiegel-artikel vermerkt hierzu, die datei liege “im Bereich der Afghanistan-Dokumente, ist passwortgeschützt und kann deshalb nur heruntergeladen, aber nicht gelesen werden. Die Plattform Cryptome mutmaßt laut dem US-Magazin “Wired”, es könnte sich um eine Absicherung handeln, falls die US-Behörden gegen WikiLeaks oder Assange vorgehen. Demnach könnte die Datei Datensätze enthalten, die WikiLeaks bisher zurückgehalten hat – und die bei einer Sperrung oder anderen staatlichen Aktionen veröffentlicht würden, indem ein Aktivist das Passwort zum Entschlüsseln verbreitet. Erst am Donnerstag hatte US-Verteidigungsminister Robert Gates eine “aggressive” Fahndung nach der Quelle der Afghanistan-Dokumente angekündigt und die Bundespolizei FBI eingeschaltet. Mitarbeiter des Justizministeriums prüfen, ob sie unter dem “Espionage Act” von 1917 juristische Schritte gegen WikiLeaks und dessen Mitarbeiter einleiten.”

    wn030: wir müssen RAP news bei ihrer schlagzeilenwahl recht geben. sieht ganz nach einer kriegserklärung der USA aus. ins feld will das US-militär jetzt gegen genau die technik ziehen, die ursprünglich – auf seiner eigenen struktur gewachsen war.

    nun. während sich offshore-trusts ungestraft mit “life settlement”-strategien beschäftigen (mit boni für das management, wenn die versicherten nicht allzuviel länger leben, als ihnen laut medizinischer vorhersage zugestanden), empfehlen wir statt dessen die investition in ein “life settlement” anderer sorte. wer 1,4 GB an seine kiste angeschlossen hat: die datei ist ganz ganz unten auf dieser seite zu finden und – noch! – herunterladbar.

    0:50 GMT+1: “Sorry! This site is experiencing technical difficulties. Try waiting a few minutes and reloading.
    (Can’t contact the database server: No database connection)”

    hm.

    ok, 0:55 scheinen die tech difficulties überwunden – jedenfalls dort, ganz unten den link nehmen und auf eine festplatte ziehen, wo noch platz ist als tip von uns.

    und unser schlußwort dazu für heute: na die haben ja aber auch top gewinnchancen, das durchorganisierte US-militär samt geheimdiensten an der backe. die wollen das hier alles dichthalten so?

    wn030-7

    August 1, 2010 at 7:42 pm

  2. guardian

    marcosmsantos – “Neocons are hypocrites on WikiLeaks” http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2010/aug/03/neocons-hypocrites-wikileaks-afghanistan

    wn030-7

    August 5, 2010 at 12:25 pm

  3. (wn030-22,5) “FU sexparty.” na super – welcher spaßvogel war das?

    …oder ist an dem dokument tatsächlich was dran?

    wn030-5

    August 5, 2010 at 10:33 pm

  4. ….interview mit ddb

    wn030-5

    August 10, 2010 at 7:51 am

  5. Presse: Freitag steigt – gekonnt – in die Debatte zur Thematik ein.

    “…Das Leck als neue Standardsituation öffentlicher Kommunikationsprozesse steht somit vor einer großen Karriere. Der damit verbundene Grundgedanke, dass Transparenz als Basis politischen Handelns noch stärker in den Vordergrund rückt, liegt ebenso nahe wie die Vermutung, dass Medien hier eine wichtige Rolle spielen. Dabei ist eine Akzentverschiebung weg von einer durch die „alten Massenmedien“ geprägten Struktur hin zu einer Vielfalt aus miteinander vernetzten Klein- und Kleinstmedien zu erwarten. …”

    http://www.freitag.de/kultur/1032-die-ethik-des-lecks

    .

    .

    Radio freies Europa:

    “…RFE/RL: What does an entity like WikiLeaks ultimately mean for journalists?

    Jeff Jarvis: The WikiLeaks story is interesting because we see big media not sure what to do with them. “The New York Times,” “The Guardian,” and “Der Spiegel” cooperated with WikiLeaks and became their distributor. On the other hand, WikiLeaks opened up more than the newspapers would have, and that’s where the controversy comes from…”

    http://www.rferl.org/content/Interview_WikiLeaks_The_Future_Of_Journalism_And_The_Internet_As_A_New_Government/2125190.html

    wn030-5

    August 12, 2010 at 11:03 am

  6. http://www.guardian.co.uk/media/2010/jun/21/wikileaks-founder-julian-assange-breaks-cover

    “…In April WikiLeaks released the Baghdad video, prompting considerable criticism of the Pentagon.

    The film was edited and produced in Iceland where Assange spends a lot of his time and which last week prepared the most radical and liberal freedom of information legislation anywhere in the world.

    Birgitta Jonsdottir, an Iceland MP and anti-war activist who led the drive for the new laws, co-produced the WikiLeaks version of the Baghdad video.

    “I worked on it 18 hours a day through the Easter holidays,” she said. …”

    (published on aug 21st 2010)

    wn030-4

    August 25, 2010 at 8:27 pm

  7. der guardian hat ein video zu den afghan war diaries veröffentlicht, es wurde am 25.7. auf youtube hochgeladen, wohl nur kurz davor über die webseite des guardian veröffentlicht. über einen direktklick auf das video finden sich zusatzlinks von guardian in den ausklappbaren weiteren angaben.

    (guardian-seite für die war diaries, die übersichtlich einzelne themenbereiche – u.a. visualisierung, datenjournalismus u.a. abdeckt: http://www.guardian.co.uk/world/the-war-logs )

    wn030-7

    August 30, 2010 at 9:18 am

  8. update insurance file jan 2011

    WikiLeaks: Julian Assange has Rupert Murdoch ‘insurance files’ – The Guardian http://dlvr.it/DBMvQ

    http://www.newstatesman.com/blogs/the-staggers/2011/01/china-wikileaks-assange – “… The contents of these files are unknown, but, according to Assange, “[t]hey speak more of the same truth to power.” It is not just government that should be worried about the content of these files, however. “There are 504 US embassy cables on one broadcasting organisation and there are cables on Murdoch and News Corp,” says Assange. …”

    re chronology: this was revealed short after the presss release publication mentioned and quoted here.

    the abovementioned interview in the new statesman is here as a pdf full copy: http://bit.ly/agZu9N (available online since jan 13th at least, publication day: jan 17th)

    next one about insurance file: http://www.gulli.com/news/assange-insurance-datei-enth-lt-informationen-ber-medien-organisationen-2011-01-13 – “… Die neueste Behauptung bezüglich der Insurance-Datei ist nun, dass diese Informationen über Rupert Murdoch und dessen Unternehmen “News Corporation” enthält. Über eine andere Medien-Organisation, so Assange, habe man ebenfalls gut 500 Cables. Diese seien ebenfalls “Insurance-Dateien” und würden erst im Ernstfall veröffentlicht. Ein Risiko gibt es allerdings bei diesen Plänen: die norwegische Zeitung …”

    wn030-5

    January 12, 2011 at 5:08 pm

  9. http://www.tvo.org/video/tvoMain. – Birgitta Jonsdottir: Inside WikiLeaks – The Agenda Broadcast

    and this one is indeed a must-see: http://www.democracynow.org/2011/1/13/icelandic_parliamentarian_calls_us_subpoena_of – Icelandic Parliamentarian Calls U.S. Subpoena of Her Twitter Account over WikiLeaks Involvement “Disturbing” – Democracy Now! (Video)

    wn030-4

    January 13, 2011 at 7:37 am

  10. “Making of” note:

    if we’re not absolutely wrong, it was brigittas comment we incidentally found online once ago, where a sentence caught our attention. she was simply mentioning / reminding that actually once she was working in her Easter holidays to make the video release possible. (probably it was around the time where an official wikileaks account tried to explain readers brigitta has not so much to do with wl, quite typical (and… quite weak, another before-waking-up-sentence) reaction in the middle of a debate started by the debate opener, a debate on the other hand coming simply not really in time.

    anyway. the total number of helping hands on this video is quite probably uncounted. but we herewith introduce another voice of a person who actually also was working on the video (not only presenting the work done).

    .

    (btw for whoever interested. if you ask how our participation in the mentioned debate looked and looks like, it’s here – excerpt: “… and while we disagree in many points with Brigitta …: we’re not sure if a “rather dull” spokesperson is really what wl needs or what could change the concentration of media on a person – this is media’s self-responsibility. give the media landscape a “rather dull” spokesperson and they will write about the dullness if they want to keep it personal, that’s not the point. …”)

    wn030-4

    January 14, 2011 at 12:11 pm

  11. Update März 2011 re Bradley Manning: erwartet den britischen Staatsbürger die Todesstrafe?

    wn030-7

    March 5, 2011 at 10:04 am

  12. Ich für meinen Teil finde das geschmacklos – sowas sollte wieder im TV noch im Internet zu sehen sein. Die armen Menschen. :-(

    Irmgardt

    October 4, 2011 at 12:12 am

    • Hallo “Irmgardt” (wir haben Ihren Seitenlink entfernt, Sie haben unseres Wissens keine Werbung bei uns gebucht…) – vielen Dank für Ihren Eintrag, wir können ihm jedoch leider nicht zustimmen. Das Video ist kein Horrorfilm. Es ist keine Fiktion, über deren “Geschmack” sich streiten ließe.

      Das Problem ist nicht, dass es zu sehen ist, das Problem liegt darin, dass es zu lange nicht zu sehen war – nicht einmal für Reuters, die den Tod ihrer Mitarbeiter aufzuklären versucht hatten.

      Die eigentliche Problematik liegt darin begraben, dass Vorgänge wie dieser überhaupt geschehen. Durch Wegsehen verschlimmert eine Gesellschaft die Situation nur.

      wn030

      October 4, 2011 at 9:50 pm


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