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Archive for the ‘kultur’ Category

Berlin Streetart: Wikileaks reaches arts hemisphere in Eastern Berlin (WikiLeaks topic number 5) (UPDATE-Link inside. Arrest warrant against Assange WITHDRAWN. 21.8.2010 – 5:45 p.m. gmt+1 central european time)

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(wn030) One of the photographers of our network recently discovered a fresh art piece at the storefront of the famous “Heftbar Straßentapete”, a busy atelier in Eastern Berlin, Prenzlauer Berg, nearby the Mauerpark. We won’t make many words about it, simply feel invited to take a look at the arts exhibit:

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Foto: (c) anna panek, licensed directly by wn030

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…Obwohl, mit einem kleinen Spruch das Werkchen zu kommentieren erlauben wir uns am Rande doch. Während der Pentagon auf einer friedlichen, von der Außenwelt abgeschlossenen Insel der Voratari-Steinzeit eine Rückgabeforderung nach der anderen an die zunehmends überraschte Außenwelt morst, zeigt die Berliner Streetartszene  sich bereits mitten in der Phase “Reanalogisierung des Digitalen” (die wir übrigens gerne hiermit wieder re-digitalisieren, anm. wn030-7).  Wir hoffen auf mehr und wünschen auch unseren Lesern ertragreiche Spaziergänge.

 

update. am 21.8.2010 zeigt sich, dass Pentagon gerne mit bezahlten Mädchen arbeitet. linksampler-update ist hier. - Die Rücknahme des Haftbefehls gegen Assange wurde um 5:45 GMT+1 mitteleuropäischer Zeit bekannt. Siehe Link.

 

update. http://wp.me/psdI6-OX

Written by teeater

August 20, 2010 at 11:46 pm

Berlin – Tacheles zu Tacheles – Räumungsdrohung akut, späte Berliner Szenenrache und das alte “qui bono”… – Demonstration am 26.07.2010

with 8 comments

UPDATE: am Donnerstag, dem 29.7.2010 teilt das Tacheles eine vorläufige Aussetzung des Hungerstreiks mit, als Grund gibt das Tacheles eine beobachtete Bewegung auf stadtpolitischer Ebene an. Hier die offizielle Pressemitteilung des Tacheles zu diesem Schritt mit weiterführenden Links.

Foto (c) Anna Panek. Lizenz zur Verwendung auf dieser Seite direkt erworben.

Schmiedewerkstatt/Hof des Kunsthaus Tacheles in Berlin Mitte.

(wn030) – nur eine miniaturseite dazu von uns an dieser stelle. vorab: hier zwei indyseiten zur anstehenden räumung des kunsthaus tacheles in berlin.

indylink1 —- indylink2 — und, etwas älter (2009), ein Printmedienlink (jungeWelt)

die beiden indylinks stammen vom 20. und 21.7.2010.

wir richten diese seite u.a. für ein kommentar ein, das uns zugesandt wurde, weil der kommentarautor – wie uns der urheber des kommentars im mail-begleittext mitteilte – nicht erfolgreich war beim upload des kommentars zu einer  dieser indymedia-seiten, aus noch ungeklärten technischen gründen. der urheber schreibt, der upload sei mehrfach versucht worden, hätte bei jedem der versuche ewigkeiten gedauert und zu keinem abschluss geführt, das bestätigungsfenster des erfolgreichen uploads wäre ausgeblieben. daher hatte der urheber sich schließlich an uns gewendet mit der bitte, den kommentar bei uns einzubinden, was hiermit geschieht.

cut in zugesandter kommentar:

Betr.: “… Außerdem sollte hier auch schon einmal betont werden, dass es die Betreiber (das ist wohl in diesem Fall der passendere Ausdruck) des Tacheles waren, die die Zusammenarbeit mit linken Projekten schon vor der Mainzer-Räumung aufgekündigt haben, als sie Verträge abschlossen, um sich explizit vom politischen Teil der damaligen Bewegung zu distanzieren, deren Häuser akut räumungsbedroht waren. …”

Klär mich mal auf. Im Klartext heißt das für Dich, heute kann der Häuserszene das Tacheles am A… vorbei, weil mal Mainer Straße? Wieviele unter den heute aktiven Jüngeren sind denn in der Lage, die Straße auf dem Stadtplan zu orten, geschweige denn, eigene Biographien mit ihr zu verbinden? “Augen zu und das Haus kann mich mal”, weil irgenwelche Leute vor Ewigkeiten einen Wisch mit unterzeichnet haben? Das Haus hat Signalfunktion und ist Touristenanziehungspunkt, es hat eine andere Funktion als ein aktives Haus. Außerdem war/noch ist für das Tacheles seine Bedeutung in der Kunstszene selbst relevanter. Künstler dieser Sorte (mit Hang zu ‘Undergroundigem’) neigen eher dazu, vor Leinwänden politisch zu werden, nicht alle von ihnen lesen Rundmails oder hocken Ewigkeiten der besseren Info halber vor Monitoren herum. Und ja, nicht jeder von ihnen schafft es regelmäßig auf Demos. Und? Deswegen scheißegal? Die wegen-Mainzer-Straße-Haltung hier kann einen echt vor den Kopf stoßen, Mann. Krass zu sehen, wie bereitwillig Berlin selbst sich ins Fleisch schneidet bzw. von Hamburgern schneiden lässt (ganze Busladungen werden doch im Sommer vor deren Türen ausgeladen. wieviele Touri-Führer müssen dann umgeschrieben werden…). Aber dass euch dieser Irrsinn keinen Feuer unterm Hosenboden macht, ist sogar noch ein bißchen erstaunlicher. .

ein ebenfalls nicht mehr ganz frischer beitrag zur räumungs- und zwangsversteigerungsbedohung ist – von Nina Apin und Rolf Lautenschläger – in der taz am 2. märz 2010 erschienen. zitat: “…Klaus Wowereit (SPD) sprach sich am Montag mit Verve für den Bestand des Künstlerhauses Tacheles an der Oranienburger Straße aus. Allen Beteiligten müsse klar sein, “dass eine Zwangsversteigerung des Tacheles zu unterbleiben hat”, sagte er im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Er wolle alles für den Erhalt des Standorts tun. “Kunst dort einfach plattmachen, nein, das geht nicht.” Man wünschte sich ähnliches Engagement von Wowereit für andere Alternativprojekte.” – wn030 dazu: bewohner des ehem. besetzten hauses in der brunnenstraße, die ebenfalls hamburger machenschaften unterlegen war (die joop-tochter hatte einen vom eigentümer akzeptierten immobilien-tausch unmöglich gemacht und dadurch die räumung der brunnenstraße vorangetrieben)  hatten beispielsweise in der endphase vergeblich Wowereit um unterstützung gebeten, der sich zuvor in die unterstützerliste  der brunnenstraße 183 eingetragen hatte. – der erwähnte taz-beitrag jedenfalls ist unter dem titel “Wowereit redet Tacheles” zu ergoogeln.

Für den Montag, 26.07.2010 ist eine Demonstration – im offenen Brief des Kunsthaus Tacheles Berlin an Wulff – angekündigt worden. Start: 16h (vorverlegt worden auf) 13h – vor dem Tacheles, Berlin Oranienburger Str.

update wn030 25.7.2010 – hier ist der flyer zum demoaufruf des tacheles:

update 26.7.2010 – es heißt, beim Auftakt der Demonstration hätten sich annähernd so viele Medienvertreter wie Teilnehmer vor Ort eingefunden. Erste Bilder vom Auftakt sind hier zu sehen.

in der zwischenzeit etwas medienlinksammlung von nebenan: radio: rbb (kurzbericht mit hungerstreik-ankündigung, dazu nettes foto und ein audiolink) -  sehr schön auch der beitrag von dradio – bei der presse: morgenpost/dpa heute besonders flink: ein 19-Zeilen-Bericht ist dort seit 16:44 online)(bei der jungenWelt heute ein überraschungs-Ausrutscher. die jW hat die Demo-Ankündigung einer Agenturmeldung vom Vortag unter dem falschen Datum einsortiert) – dagegen immer noch lesbar, verlinkbar und frischer als der weiter oben angemerkte märz-beitrag ist der hier verlinkte, am 23. in der taz erschienene artikel tacheles bleibt ungeräumt.

Diesem letzten verlinkten Beitrag ist von unserer Seite kaum etwas hinzuzufügen, bis vielleicht auf die Tatsache, dass der angedeutete Konflikt zwischen den Vereinsmitgliedern und den “Gastronomen  im Erdgeschoß” (taz) – gemeint sind die Betreiber des Café Zapata – ziemlich konkret zu sein scheint. Ein im Verein engagierter Teilnehmer der heutigen Protestveranstaltung teilte wn030 gegenüber mit, dass das Problem einer seit 10 Jahren vom Café Zapata nicht mehr gezahlten Miete keine Lappalie ist. Ursprünglich war vor zehn Jahren angedacht und geplant gewesen, durch die Vereinsgründung etwas Luft in die leicht miefig gewordene Atmosphäre zu bringen, die sich aus allzuviel Selbstbezogenheit und -genügsamkeit im engen Kreise einzelner ehemaliger Hausbesetzer zu entwickeln begann. Um die Enge etwas aufzubrechen und das Haus für Kunst und Kultur wieder zu öffnen, wurde der Verein gegründet, wobei allen Beteiligten klar war, dass Kunst – darunter auch die  alljährlich neu ausgeschriebenen Ateliers im Hause zum Betriebskostenpreis – auch im Tacheles nicht urplötzlich zu einer gewinnträchtigen oder sich selbst tragenden Sparte würde. Die Mieten, die dem Zapata vom Tacheles-Verein auferlegt worden waren, waren als Querfinanzierung für das kulturelle Geschehen vor Ort gedacht. Eine Aufgabe, der sich das Zapata seit 10 Jahren entzieht.

(shortlink: http://wp.me/psdI6-FC )

Written by teeater

July 22, 2010 at 9:04 am

Wieviel Betonring verträgt ein Mauerpark, ohne zu IMplodieren?

with 6 comments

[wn030, Berlin, Nachtrag zum 14.11.09 am 15.11.09] – Wie soeben aus zuverlässiger Quelle zu erfahren, haben am vergangenen Samstag ein Künstler m/w mit spannender Transparent-Leinwandgestaltung sowie knapp 3000 Menschen ihre Stimmen und Füße gehoben, um Berliner Entscheidungsträgern ( :] und nicht den BE-Theaterinsassen, denn – kurzer Themenwechsel – denn der rührigen Humboldt-Uni hätte man nach Wiener Studentenprotest-Nachrichten über die Burgtheater-Besetzung für ein Aufgreifen einer solchen Aktionsidee eher die “Bühne mit dem 5. Rad am Wagen im Logo” empfohlen, deren erstaunliche Ruhe und Geduld gegenüber einem Naziladen direkt vor der Nase bis heute Augenbrauenrunzeln verursacht – Themenwechsel Ende) zu zeigen, wo der Hammer so hängt (zum Transpimachen), wo die Stifte so liegen (zum Unterschreiben von Listen und Meinungen zusammentragender Zettel) sowie, wo die Bäume so bleiben (und neue zu werden haben).

(fertig.)

(fast.)

denn: am 26.11.09 gibt es leider als update einen taz-link zu melden. (bebauungspläne werden vorgestellt, draußen demo. in berlin läuft das stück “SPD gegen den rest der welt”.)

Written by teeater

November 15, 2009 at 2:11 pm

feuilleton (under construction)

with 14 comments

der folgende Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. “textcode option” included. reprintanfragen können an die unter “about” (navigationsleiste) sichtbaren mailadressen gesendet werden.

apk für wn030, 1.6.2009

wort

Das Leben ist kein Ponyhof und wenn, dann Ponys für Alle!“

absatz

Prenzlauer Berger Lesarten einer Streetart-ähnlichen Sprühaktion.

absatz

 

Wer Anfang Mai mit Augen eines Großstädters – geöffnet, wachsam möglichen wartenden Fallen auf dem Bürgersteig ausweichend – die Schönhauser Allee entlangspazierte, dem dürften sie aufgefallen sein: weiß, klassisch-schlicht, drei Worte und ein Ausrufezeichen. Auch wer aus Wedding seine Schritte Richtung Mauerpark lenkte, womöglich um nebenbei den Reifegrad der noch grünen zukünftigen Mirabellenfrüchte am Mauerstreifen abzuschätzen, dem dürfte das Weiß des gesprühten Slogans in die Augen gesprungen sein.

absatz

 

“Ponys für Alle!” – Was will dieser Spruch? Bei dem Gespräch mit einem Anwohner der Kopenhagener Straße, die an beiden Enden auf einzelne dieser Sprühspuren stößt – einige davon sind selbst ende Mai noch gut zu erkennen – äußert der Anwohner die Vermutung, der gesprühte Slogan müsse etwas mit “Das Leben ist kein Ponyhof” zu tun haben. Dieser auf den Erfahrungsschatz westlichen Vorortnachwuchses anspielende Spruch zierte den Titel einer Demonstration im Jahr 2005. Die Demonstration wurde 2008 auf indymedia literarisch nachbearbeitet, als nach einer langen Vorlaufzeit schließlich der Freispruch eines Demonstrationsteilnehmers auf dem zum Theatersaal erklärten Gerichtssaalparkett – im III. Akt des über Vernetzungslisten angekündigten Stücks “Kamera-Arschloch” – erklärt wurde.  Alle Teilabschnitte des Gerichtssals-Theaters bis zum Freispruch wurden von Rezensionen auf indymedia begleitet. Spruch und Demonstrationstitel gehen auf die Suche von Studiengebührengegnern nach einem geeigneten Ort für das “Summercamp of Resistance” 2005 zurück, denen nach dem Scheitern von Verhandlungen über den Kreuzberger Mariannenplatz von der damaligen Bezirksbürgermeisterin ein Ponyhof als Alternative angeraten wurde. Aufgegriffen wurde der Spruch anschließend von einer Hochschulgruppe, die sich im Folgejahr als linke Liste an der Freien Universität Berlin zur Wahl gestellt hatte. Über Aufkleber verbreitete sich der Spruch schließlich über studentische Räume wie die Offene Uni BerlinS, Toiletten linker Kneipen sowie generell im universitären Raum. Gut möglich, daß der Anwohner, der, obwohl selbst kein Student, regelmäßig studentische Räume nutzt, deshalb diese Vermutung äußert.

wort

 

Bei genauerer Betrachtung des Streetart-Spruchs zwingen sich aber auch andere Parallelen auf. Die Wahl des “Bildgrunds” – der Bürgersteig -, das Weiß der gewählten Farbe, das Ponymotiv – wird hier dem Vorbild Rosinantes nachgeeifert? Oder hat sie hier vielleicht selber ihre Finger im Spiel?

wort

Rosinante ist Schöpferin der Pferdehufe-Abdrücke, die in den Sommern 2006 und 2007 Straßen, Bürgersteige und vereinzelt auch Hauswände in Berlin geziert hatten, darunter auch – schräg und eigenwillig, über Gitter gleichsam hinwegspringend, den Übergang über die Eberswalder Straße zum Mauerpark und dessen Begrenzung zur Gleimstraße hin. Die Hufe hatten einen Bericht auf Radio Eins und einen Beitrag in der Morgenpost (vom 17.6.2007) nach sich gezogen, in dem Wolfgang Krause, in den 90er Jahren Hauptakteur der Aktionsgalerie “O2″, Organisator der Knochengeld-Aktion von 1993 und früherer Gastdozent an der Kunsthochschule Weißensee, dem ihm unbekannten Schöpfer der Hufe 100 Euro für die benutzte Schablone geboten hatte.

wort

 

Zwischen dem Hufabdruck als Zeichen und der Wahl der Buchstabencodierung von “Ponys für Alle!” steckt zwar ein zu großer medialer Bruch, um nicht über mögliche Beweggründe dieser drastischen Änderung zu sinnieren, doch wer wollte einem Künstler den Wechsel in Form, Stil und Medium absprechen?

wort

 

Höchstens der Künstler selbst. Bei einem Gespräch mit wn030 teilte “Rosinante”, die sich derzeit in Wien aufhält, wn030 gegenüber mit, daß ihr das Auftauchen von “Ponys für Alle!” bereits von mehreren Seiten zugetragen wurde. Der Hintergrund des Spruches sei ihr zwar unbekannt, doch die “Mischung aus Kleinmädchencharme und subkultur-typischer Forderung ‘Für Alle!’” empfindet sie als gelungen. Trotz der Parallelen hat sie jedoch nicht den Eindruck, daß der Sprühspruch ihre Hufe-Spuren rekurriert, die zwar bereits 2007 von vielen Berliner Mitaktivisten und mittlerweile auch von Künstlern in anderen Städten aufgegriffen wurden, doch unter Beibehaltung der Form und meist gut vernetzt, so daß von einer regelrechten Künstlergruppe der “Hufonauten” gesprochen werden kann, die “Horse Art” in den großstädtischen Raum, u.a. auch nach St. Petersburg und Miami trägt.

 

Unmittelbar zu ihren Hufabdrücken angestoßen wurde sie nach eigener Aussage vor drei Jahren von den Vorbereitungen für die Fußball-WM 2006 in Deutschland, die verdeutlicht hätten, wie stark dieser Sport trotz allem immer noch als Männersport die Alltagserfahrung von Männern auch jenseits der Jugendjahre prägt. Sie sieht darin ein weiteres Zeichen für die Rückständigkeit der Gleichberechtigung in einer nur scheinbar emanzipierten Gesellschaft. Während Männer ihren Lieblingssport aktiv und passiv bis in das hohe Alter beibehalten können ohne ihre persönliche Integrität dabei zu gefährden, seien Mädchen gezwungen, spätestens bei Erreichen der Volljährigkeit ihrem Jugendsport zu entsagen: “spätestens mit 17, 18 muß das Mädchen das Reiten aufgeben, sonst macht es sich – in der Schulklasse, im Freundeskreis – lächerlich”, so Rosinante. Sicherlich eine Problematik, die einen begrenzten Anteil des weiblichen Nachwuches berühren dürfte, gilt doch das Ponyreiten bis heute eher als Hobby von Kindern aus besser situierten westdeutschen Reihenhaussiedlungen – als kleiner Gegenpol zur 2006 das gesamte Land überziehenden Fußballhysterie jedoch eine sympathische Geste.

wort

 

Mittelbaren Anstoß bot die Auseinandersetzung mit dem großstädtischen Raum als offenem Freiraum, der zur Brechung gewohnter Sichtweisen, aber auch zur ‘privat-autonomen’ künstlerischen Infragestellung stadt- und verkehrsplanerischer Unsitten einlade. “Am Ende der Oderberger Straße, hin zum Mauerpark hatte man plötzlich diese Absperrungen aufgebaut”, sagt sie wn030 gegenüber. “Niemand verstand, wozu diese Absperrungen gut ein sollten, früher kam man ohne Hindernisse über die Straße”. Folgerichtig führten auch ihre Hufspuren über das Absperrgitter hinweg, als stünde dort nichts – und sie überquerten die Straße in eigenwilliger Wiederaneignung des Straßenlands: schräg, zielsicher führten sie vom Absperrgitter direkt in das Grün des Parks, als stille Absage an Normierung und Straßenverkehrsordnung auf einem seit Jahren von Fußgängern dominierten Stück Straßenland. Mit den “Berliner Pferdesprungveranstaltungen” hatte Horse Art schließlich 2008 aktionistisch den Sprung über Straßenabsperrgitter geübt. Unweit der Galerie Engeler an der Kreuzung Schwedter Straße / Kastanienallee (Erste Pferdesprungveranstaltung) und an der Hufelandstraße (Zweite Pferdesprungveranstaltung) wurde vom Freundeskreis  der “Hufonauten” das Absperrgitter zum Aktionsobjekt und herausfordernden, überwindbaren Hindernis umfunktioniert.

wort

 

Und “Ponys für Alle!”? Auf der Bloqseite einer Musikband, die eine Platte mit gleichnamigem Titel veröffentlich hat, werden im Mai 2009 Äußerungen lesbar, die einem Bekenntnis zum gesprühten Spruch gleichen und eine Vereinnahmung der Sprühaktion für eigene Werbezwecke vermuten lassen. Der Anwohner der Kopenhagener Straße schüttelt dazu den Kopf: “Das wird nicht gelingen. Es wäre nicht das erste Mal, daß sich der Kommerz beliebte Streetartstile und Underground-Formen einverleiben will. Das kann es nicht sein. Leben ist kein Ponyhof und wenn, dann Ponys für Alle!” ergänzt er schmunzelnd. Vom Freispruch des Teilnehmers der „Das Leben ist kein Ponyhof“-Demonstration hatte er als grundsätzlich analoges Wesen zwar noch nichts gehört, doch mit seiner Vermutung könnte er recht haben – ist der Demonstrationsteilnehmer schließlich vom Verdacht freigesprochen worden, ein in der deutschsprachigen Literatur schon 225 Jahre zuvor geadeltes klassisches Wort (s. „Götz von Berlichingen“) beleidigend verwendet zu haben. Die klassische Schlichtheit des Formats, das klassische Weiß – versteckte Hinweise auf den politischen Subtext des Spruches? Der Anwohner zieht weiter: „Jetzt jedenfalls schon.“

wort

 

Mag sein, daß die Band in in Charlottenburg oder Wilmersdorf mehr Erfolg damit gehabt hätte, die Sprühaktion für sich zu vereinnahmen. Im Prenzlauer Berg scheint jedoch die Aussagekraft anderer Lesarten klares Obergewicht zu behalten. Die Rezeptionsästhetik spricht dem Text – und sei er noch so kurz – eine „Intention“ entschieden ab. Der Leser und nur er erschafft den Text Kraft seiner Wahrnehmung. Ein Beispiel, wie Repolitisierung kommerzieller Aktionismen in widerständigen Kiezen funktionieren kann.

wort

 

Image Hosted by atpic (c) anna panek

 

 

nachtrag 29.1.2011. “auf der in weißen Buchstaben geschrieben steht: Das Leben ist kein Ponyhof”.

About “feuilleton”

(wn030 26.5.09)

entgegen den üblichen publikationsgewohnheiten von wikinews030 [zeitnah erscheinende berichte, kurzreportagen , längere beiträge und kürzest-update-ticker] handelt es sich bei “feuilleton” um eine auf dauer angelegte ressort-sparte, die feuilleton-beiträge aus dem bereich engagierter kunst und literatur sowie den schnittstellen zwischen protestbewegungen und den von ihnen evozierten künstlerisch nicht unbedeutsamen demo-kunstwerken (sogenannte “tranpis”, flugblattkunst, ähnliches). feuilleton wird diese beiträge gesammelt auf einer seite zum lesen (und für den reprint) anbieten. sofern möglich, werden hier auch archivbeiträge aus anderen beiträgen erscheinen, wofern es sich um beiträge handelt, deren urheberrecht die bei uns einsendenden autoren besitzen.

wort

diese seite befindet sich derzeit (26.5.09) noch im ausbau. eine andeutung auf “hintergründe, zusammenhänge und prioritäten divers” kommender feuilletonthemen auf wikinews030 ermöglicht eine  kurze überschau über das update dieser seite.

absatz

absatz

 

die uns bisher angekündigten themen:

noch ein wort

1. “PONYS FÜR ALLE!” – bekommt die nur offiziell derzeit inaktive liste DAS LEBEN IST KEIN PONYHOF nun einen neuen slogan oder hat nur ein streetart-neuling rosinantes spuren findig aufgegriffen? – über frische (bottom-up-rezipierbare, da von bürgersteig in die augen des flaneurs sendende) kunstaktionsspuren (gesichtet mai 2009) im prenzlauer berg (schönhauser allee, in der nähe des moritzhofs, die brücke nach wedding entlang). incl.: o-ton interview mit der derzeit in wien weilenden schöpferin der hufspuren in berlin-prenzlauer berg und berlin-mitte des sommers 2007 und 2008, rosinante herself. (mitglied und treibende kraft der hufonauten, die die hufspuren bereits u.a. nach st. petersberg und miami getragen haben.)

mit unwiderlegbaren argumenten räumt der beitrag mit einem schlag alle gerüchte vom tisch, daß es sich bei  dieser streetart nur um die kopie des streetart-verfahrens und im grunde um den bloßen werbegag einer durchschnittlichen band handelt, die slogan wie aktion derzeit auf einer bloqseite auf ihre fahnen zu schreiben beginnt.


wort

2. “WAS IST DIE FLIEGENDE UNI?” – ein feuilletonbeitrag incl interview mit dem schöpfer einer polit-literarischen lesereihe, die derzeit v.a. im berliner kaffee burger sich ihres daseins weiterhin freut.

wort

3. DER DEMOFLANEUR. eine gründlicher auf die flaneur-theorie von walter benjamin eingehende rezension eines bestimmten sekundenbruchteils der improvisationstheater-szenerie vom berliner alexanderplatz, gesichtet anläßlich der kundgebung der soligruppe brunnenstraße 183 aus dem jahre 2009 (zur kundgebung selbst siehe update weiter unten auf http://wikinews030.wordpress.com/2009/05/15/brunnenstrase-183-sieht-immer-roter/ )

sowie

möglicherweise, diese einsendung ist uns bisher nur angedeutet, noch nicht sicher versprochen worden

möglicherweise ein beitrag zum thema “KUNST- UND KÜNSTLERPHOBIE BEI INDYMEDIANERN – verschwindende beiträge und ihr zusammenhang mit sprachlicher hypernormierung der linken szene”. hintergrund ist die sichtung einer löschmeldung auf einer indymedia-seite. das schwinden eines beitrags zu einer tanzperformance vom mai 2009 (das thema tanzperformance myfest berlin schwand durch die löschung eines beitrags vom 13.5., wie eine kürzlich sichtbar gewordene ergänzung auf indymedia uns mitteilt) scheint der person, die uns die einsendung angekündigt hat, offensichtlich den einsatz einiger schreibarbeitsstunden wert. es handelt sich, nebenbei bemerkt, um einen beitrag des weddinger matthias von hoff, den ein ahnungsloser indymod(erator) aus den ressorts soziale kämpfe und kultur gelöscht hat. wie eine forumseite vermeldet, zieht eine wachsende gruppe langsam wütend werdender berliner gegen eine hamburger indygang (und ihre vereinzelten berliner freunde) zu felde. moderates moderrare humanum est, aber too much moderare est eines feuilletonbeitrags wert.

wort

und last not least: WIE GEHT ES NACH DEM ZITAT AUS T.A.Z. von hakim bey weiter? – Teil zwei eines Textgewerks mehrerer schreibender Hände (<- link 1), (link 2->)die potenziellen Textpartner des zweiten Teils sind noch in Diskussion. beziehungsweise im gespräch, um noch genauer zu sein (<- link 3), beziehungsweise im schreibgelaber, um es ganz auf den punkt zu bringen (<- link 4).

 

 

 

 

Written by teeater

May 26, 2009 at 11:26 am

Posted in kultur, literatur, medien

“A 100 versenkt.” Der 17. Mai 2009 brachte in Berlin sogar ein Ergebnis. – oder doch nicht?

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[kurzinfo wn030 17.5.2009  Berlin Lichtenberg.]

Am heutigen Tage haben in Lichtenberg bei einer Abstimmung des SPD-Landesparteitages 118 Menschen gegen 108 Autofanatiker gestimmt und dadurch  geholfen, die Pläne vereinzelter Berliner Regierungsmitglieder zu versenken, die vorhatten, die Hauptstadt mit weiteren Asphaltstrecken und kinderfeindlichen “Verkehrs”plänen zu verschandeln.

Der Tagesspiegel, der noch im September 2008 so sehr um “das neue Vorbild” der Bürgerinitiativenbewegung bangte, mag also getrost aufatmen: Carsten Joost gibt das Titelzitat mit der Versenkungsmitteilung offiziell bekannt und ob der ‘Herr Bürgermeister’ tatsächlich Pläne aus Schubladen zu ziehen versuchen wird – um, wie unter Protestgrillenveranstaltern noch skeptisch gemunkelt wird, die Autobahnpläne eventuell hinterrücks doch noch durchzudrücken – ob er dies tatsächlich versuchen wird nach der heutigen Entscheidung in Lichtenberg, das muß erst die kommende Woche in Ruhe entblättern (update: oder das kommende Jahr).

Voilá Nachweis: Dem “Vorbild”  geht´s noch ganz prächtig. Gestatten, Carsten Joost neben dem in den Strampelhosen.

Foto: Anna Panek

update. am 29.5.09 informiert jedoch die taz, daß die SPD-fraktion entgegen dem beschluß des landesparteitages an der A100 festhalten will. wowereit wird laut taz von der CDU zum “harten durchgreifen” für die A100 aufgefordert.

Brunnenstraße 183 sieht immer röter. UPDATED.

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update. kundgebung vor dem roten rathaus in berlin – am freitag – dem 22.5.2009 – details hier (klick.)2. update – kurzbericht, fotos: auf dieser seite. scroll down for it. – UPDATE. RÄUMUNGSTERMIN STEHT FEST – scroll down. – nach-update: räumung brunnenstr 183 am 24.11.2009

der folgende Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Entwendung (Kopie mit Platzierung an anderer Stelle) wird gerichtlich verfolgt. textcode option included. Reprint nur auf ausdrückliche Anfrage möglich.

wort

Brunnenstraße 183 sieht immer röter.

Mit einer Soliaktion macht das Haus Brunnenstraße 183 auf seine bedohte Lage aufmerksam

wort

Überrascht hebt die Spaziergängerin die Augenbrauen. Erst jetzt fällt auch ihr der kräftige, nur leicht aufgehellte bordeauxrote Anstrich des Wasserbassins auf. In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai hatten Unterstützer des Hausprojektes Brunnenstraße 183 zwei Straßenübergänge – einen für die geordneteren Geister und einen für leicht Angesoffene – über die Brunnenstraße gemalt, die vom bedrohten Haus bis zum Park führen und in einer neuen kriegsroten Bemalung der Bassinumfassung enden. Die Spaziergängerin – sie hat im Wendland viel mitgemacht, sagt sie – macht sich Sorgen über die Haltbarkeit der Farbe. “Wie lange der Effekt wohl anhält?”


wort

Die Nerven liegen blank. Wenn auch Nachbarn, Unterstützer und Einwohner der Brunnenstraße 183 nach Kräften versuchen, ihre Nervosität und Unsicherheit über die eigene Zukunft in kreatives Potenzial umzuwandeln, so – kräftig schlägt derzeit der bordeauxrote Puls um den Weinbergswegpark.

wort

Tatsächlich macht das Tauziehen um das begehrte Gebäude bei genauerem Hinsehen auf die Interessentenetage jedoch einen stark konfusen Eindruck. Während auf der einen Seite der Sprecher des Finanzsenats, Clemens Teschendorf, die leicht angequetschte Lage des Finanzsenats der taz gegenüber mit den Worten erklärt, daß Michael Manfred Kronawitter für das von ihm einzig akzeptierte Ausweichgelände für sein Mehrgenerationenhausprojekt – die Ackerstraße 29 – die für die Direktvergabe unabdingbaren Kriterien nicht erfüllt (wobei er sich bemüht, Kronawitters Ablehnung einer zuvor vorgeschlagenen weiteren Ausweichadresse in der Borsigstraße ausdrücklich auf den Tisch poltern zu lassen), erklärt Herr Kronawitter erstaunt, daß er gerne einmal die Gelegenheit erhalten hätte, mehr über die besagten Kriterien zu erfahren. Gerade, was das Potenzial der angeplanten Arbeitsstellen anbetrifft, sieht sich Michael Manfred Kronawitter entgegen den – zugegeben – kläglich erscheinen müssenden 13 angeplanten Arbeitsplätzen im Modedesigngewerbe, die die Joop-Tochter Jette anzubieten hat, durchaus am stärkeren Hebel.

wort

Kronawitters Projekt ist, wie er ausführt, mit dem Mehrgenerationenhaus als solchem noch lange nicht abgeschlossen. Wie genau das von ihm angedachte Stadtteilcafé von der Belegschaft her ausgestattet wäre, hatte der Finanzsenat von ihm noch nicht zu erfahren versucht. Auch weitere im Haus anzusiedelnde kleinere Gewerbe aus dem medizinischen Spektrum schweben Kronawitter vor. Den Einwand, daß jeder Stadtteil ab einer bestimmten Cafédichte naturgemäß um die letzten Bäckereien und Tante-Emma-Läden zu Felde ziehen muß, nimmt Kronawitter wahr, sieht hier jedoch das Ende des Gesprächs noch nicht erreicht. Café sei nicht gleich Café und ein Stadtteilcafé in einem Mehrgenerationenhaus hätte seiner Meinung nach durchaus Chancen auf Akzeptierbarkeit. Nun – verifizieren oder falsifizieren läßt sich das derzeit schwerlich. Kronawitter bemüht sich nachzufügen, daß er einer weiteren Ausgestaltung seiner Projektangebote gegenüber aufgeschlosssen ist, wobei er gelassen betont, daß 13 Arbeitsplätze bei welcher genauen Ausführung auch immer von ihm leicht getoppt werden können. Wenn man ihm denn die Chance läßt.

wort

Ungefähr so sieht die derzeitige Problemlage aus einem der möglichen Blickwinkel aus. Der Finanzsenat bedauert, daß Kronawitter die Borsigstraße nicht angenommen hat, was Kronawitter mit einem Achselzucken auf den Finanzsenat schiebt. 13 Modearbeitsplätze werden auf bisher noch nicht gründlicher ausgeleuchteten Wegen zu unverrückbaren Kriterien, die die Direktvergabe – bisher – offiziell einzig an die Joop-Tocher möglich machen, wie die Berliner Gerüchteküche, vom Finanzsenat unwidersprochen, vermeldet. Jedoch – so sehr die Hamburger Seeluft möglicherweise auf Dauer auch Lust machen kann auf neue Stadtkiezatemzüge, so wenig ist unter den derzeitigen Vorzeichen hinnehmbar, daß dafür ein ganzes Hausprojekt mit Einwohnern, Übernachtern, bösesten pinselschwingenden Bösewichtern und – unter uns – einmaligem Kellerkneipenort – den Platz zu räumen hat.

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absatz

Nebenbei bemerkt, handelt es sich hier um einen Kneipenort, der – Sommermonate in Großstädten sind nicht nur HipUndTripHopFans ein Begriff – den Vorlieben seiner Gäste folgt, da er sie genüßlich teilt. Soll heißen: ausgeschenkt wird derzeit im Hof selbst, an der nicht ungefährlichen frischesten Kiezasphaltluft, der Luft aus aufgeheizten Steinen, aus Grillholzduft und Farbenodeur. Was wiederum den Vorteil mit sich bringt, daß nunmehr die rege interessierten und allnächtlich durchaus weiterhin unzaghaft vorbeispazierenden touristischen Kunstliebhaber – in Begutachtung ihrer Rezeptionsfähigkeit (nämlich der  Fähigkeit zur Rezeption der Kunst als solcher) betrachtet und manchmal auch lauthals life kommentiert werden. Warum? Nicht nur die Kunstaktion selbst hat sich schneller in der Stadt herumgesprochen als manchem Zeitungsredaktionstisch bewußt sein könnte. Auch das Hinweisschild auf die derzeitige Ausstellung im Kellerraum neben dem Winterort der Kellerbar hilft ein bißchen bei der touristischen Spurensuche.

wort

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Derzeit bestaunt werden kann – in der Kellergalerie – eine Gruppenausstellung von vier Künstlern, zu denen eine noch junge und sehr bescheidene Künstlerin zählt, die ihre Sprachkenntnisse schon von weitem herunterzuspielen versucht (“ist nur Ukrainisch, ist kein Russisch!”) – fast wäre ihr der Witz gelungen. Seien Sie also auf der Hut, wenn Sie in den nächsten Tagen den Kellerraum betreten, die Ausstellung hat es in sich. Der eigentliche Hauptkünstler des Hauses – “Kenji himself” – hat es bisher vorgezogen, im unsichtbaren Hintergrund zu verbleiben und seine stilistische Ausstrahlung auf die Künstlerfolgegeneration als solche wirken zu lassen. Wer Kenjis Kunst kennt, erkennt die Linienführung auf Anhieb, nur – in einer weiter tradierten jüngeren Form. Auch Eric Meßloh wäre erstaunt, wieviel an seinen Stadtkunstspuren bisher schon Eingang gefunden hat in das Grundalphabet der neuesten Malergeneration.

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Kenji. Richtig. Die Rede ist hier von demselben Künstler, von dem die Medien der Stadt – die printenden Printmedien dieser Stadt – viel zu erzählen gehabt hatten, nachdem Günter Graß seinerzeit in der Galerie am Berliner Prater (Pratergalerie) zu Besuch vorbeigekommen war, “um sich einmal richtig von einer jungen Künslerrotznase Paroli bieten zu lassen”. Kenji, richtig, genau derselbe Kenji von einer beinahe schon vergessenen Ausstellung aus einer alten, verstaubten Berliner Zeit fast ganz knapp nach dem Mauerfall, jedenfalls kurz nach der Eröffnung des Berliner Prater und noch gemächlich zu Zeiten, als besagte Pratergalerie noch auf der Gegenseite der Straße  (die Rede ist von der Kastanienallee) vor sich hin residierte. Besagter Kenji, der nicht nur in Printmedien auf die Ausstellungsbesucher Eindruck gemacht hatte mit einer Fähigkeit, wie sie nur von echten Künstlern gelernt werden kann. Fragen Sie die damaligen Ausstellungsmacher, die könnten Ihnen heute noch Details erzählen, was es heißt, wenn ein Künstler sich einen Raum NIMMT. Oder sagen wir ihn BESETZT. Und was das im Rahmen eines Ausstellungsprojektes bedeuten kann – für die Galeristen, für Grass, für Kenji und für den damals täglich rappelvoller werdenden Raum, voller mit Kunst, und zwar frischester, direkt vom Ausstellungsraum, der von Kenji kurzerhand zum Life-Atelier umgeformt wurde. Für einen Raum, der sichtbar und anschaulich täglich voller werden konnte und durfte mit Kunst frisch vom  betrachtbaren Schöpfungsprozeß und von dort direkt an die Wand.

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Kenji himself ist der Künstler der Brunnenstraße 183. Noch hat er keines seiner Werke zur derzeitigen – im übrigen erst kürzlich neu umorganisierten – Ausstellung beigesteuert. Dieser Moment wird nun täglich erwartet.

apk für wikinews030

Edit. für die versehentliche Vornahmensvertauschung entschuldigen wir uns ausdrücklich. Im ursprünglichen  uns zugesandten Text stand der Nachname, da sich die Interviewbeteiligten des Telefongesprächs zwischen Berlin und Passau nach Aussage des einsendenden Journalisten als Nachnamenträger vorgestellt und dementsprechend unterhalten haben. Wir bedanken uns für die prompte Korrekturanfrage des Interviewpartners. Der Vorname ist noch in der Nacht vom Freitag auf Samstag 15./16.5.09 korrigiert worden. wort





Link zu weiteren Bildern

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update 21.5.09 - zwischenmeldung - derzeit scheint sich im kunstbetrieb etwas um die brunnen 183 zusammenzubrauen. hier ein ausschnitt aus einer kürzlich gesichteten verteilerinfo:

ausstellung für brunnenstraße 183 in kellergalerie brunnenstraße 183 in planung hintergrund thema auf [link]

schnellkonzept der ausstellung auf

http://wiki.bildung-schadet-nicht.de/index.php/Ausstellungskonzept_brunnen_183

bitte schnell durchgeben ob Du dabei bist brauchen antwort innerhalb der nächsten zwei tage.

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absatz

UPDATE 22.5.2009 - 21 h

Kundgebung vor dem Roten Rathaus

[wn030] Für den heutigen Freitag, 22.5, haben Aktive, Bewohner , (eine Sprecherin), Künstler und Gäste der Brunnenstraße 183 zusammen mit Aktivisten der WBA-Kampagne (Wir Bleiben Alle) zu einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus aufgerufen, um über die bedrohte Lage des Hauses und die jüngsten Entwicklungen auf dem stadtpolitischen Parkett zu informieren. linkupdate: auch de.indymedia berichtete relativ früh darüber.

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update 23.5.09 9h, 25.5.09 12h

Improvisationstheater am Neptunbrunnen

eine Politkunstrezension von apk

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wort und absatz

Mit künstlerischer Unterstützung und Verstärkung der Kampagne WBA (Wir Bleiben Alle) konnte das Berliner Hausprojekt Brunnenstraße 183 am Freitag, dem 22.5.2009 um 16:30 eine Kundgebung vor dem Roten Rathaus (Berlin Alexanderplatz) abhalten, die bei genauerer Betrachtung auch als Politkunstperformance bezeichnet werden könnte, abgehalten für Zuschauer, Passanten, Touristen, (Fotografen) und vorbeifahrende jobbeschäftigte Rikscha-Kutscherinnen bzw. ihr ansehnliches Hinterteil (die Kutscherin hatte es beim showbewußten Vorbeifahren an der Transparent-Vorderlinie der Kundgebung eilig). Die Bezeichnung der Kundgebung als eine solche (eine Politkunstperformance) ist möglicherweise gar nicht so abwegig, wie auf den ersten Blick vermutet werden könnte, es haben sich schließlich durchaus einfallsreiche ausstellende junge Künstler – sowie theatralisch wie pantomimisch Erfahrene gehobenen Alters – am inhaltlich voluminösen Tagesgeschehen der Hausprojekteszene beteiligt. (Quantitativ kann zugegeben werden, daß zumindest geschätzte 90-110 Zweibeiner eigens zur Aufführung gekommen sind, was die Besuchszahlen so manches angestaubten Theaterstücks immerhin locker toppt und einige beschäftigte Dramaturgen wie Spielhausleiter vor Neid erblassen lassen könnte).wort

[nahaufnahme schauspieler gehobenes alter " neumitteberliner sucht nach dem besten empfang für sein notebook", szenenfoto kommt] [nahaufnahme "ukrainisch, nicht russisch" mit barkeeper]

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Der Anlaß dagegen – die derzeitige Situation der Brunnenstraße 183 - ist weiterhin ernst. Die Ankündigung versprach neben der eigentlichen Kundgebung auch ein Pressegespräch zum Thema, letzteres wurde schließlich auf das Medium „schnödes Blatt gedrucktes Papier“ geschoben und den Interessierten als Pressemappe in die Hände gereicht. Die Mappe der „Projektkoordination Mitte-Wedding-Prenzlauer Berg / Brunnen 183 Soligruppe“ faßt die Lage dreier bedrohter Hausprojekte in Berlin zusammen und konzentriert sich auf Details der derzeit in den Fokus spekulationslüsterner Aktivitäten auf dem Berliner Politischen Parkett geratenen 183 zusammen.

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Wenige Tage nach der Kundgebung macht der Finanzsenat [am 25.5.09] nur zögerliche Anstalten, von seiner Position abzurücken. Unter Verweis auf Rechte Dritter auf Geheimhaltung (wirtschaftlich bedingte private Rechte auf Geheimhaltung der zweiten Ackerstraßen-Interessentin, der Hamburger Joop-Tochter) sind Details zur Kriteriumentscheidung, also der für die Direktvergabe des Auswechobjektes Ackerstraße notwendigen "Hauptstadtrelevanz" sowie der Prozedur der Entscheidungsfindung nicht zu erfahren. Manfred Kronawitter teilte jedoch dagegen schon am 15.5.09 mit, daß er vom Finanzsenat nach Details seines Projekts, nach einer detaillierteren Projektbeschreibung und auch nach einer Möglichkeit, die potenziellen Arbeitsplätze seines Gegenvorschlags  zu nennen nicht gefragt wurde. Eine Mitteilung zum genauen Datum der "Kriteriumentscheidung" steht bisher noch aus (Stand 25.509). Der Sprecher des Finanzsenats, Clemens Teschendorf, teilt (am Nachmittag des 25.5.09) wikinews030 gegenüber jedoch mit, daß er nicht wüßte, was dagegen sprechen würde, die Frage der Kriteriumbewertung neu zu stellen - nach einer hierfür notwendigen, entsprechenden formell ausführlichen Projektpräsentation durch Kronawitter mit einer Nennung anderer Arbeitsstellen als der bisher in früheren Projektbeschreibungen des geplanten Mehrgenerationenhauses von ihm genannten Baugruppen. Da jedoch der andere Interessent sich hier aus der Sicht des Finanzsenats bisher eindeutig stärker präsentiert hat, wäre Herrn Kronawitter - so Teschendorf - zu empfehlen, eine genaue und ausführliche Projektbeschreibung möglichst bald auf den Tisch zu legen. Er legt dem bisherigen Eigentümer  der Brunnenstraße 183 nahe, sich hierzu mit dem Liegenschaftsfonds in Verbindung zu setzen. Klaus Wowereit, der sich mit seiner Unterschrift in die Unterstützerliste des Hausprojektes Brunnenstraße 183 bereits 2006 eintrug, hat [bis zum Abend des 25.5.09] noch keine Stellungnahme abgegeben.

[...kurzabsatz zu wowereit... ein paar sätze zu kronawitter, die den o.g. faden wieder aufgreifen...]

[noch ein absatz...hier zurück zum kustperformance-rezensionston..hier wäre genau der platz für den an benjamin angelehnten demo-flaneur.]

[ernster, ganz ganz ernster abschlußabsatz, zurückschweifend zum thema und abschluß mit geige, cello und trompeten.]

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die pdf-ausgabe der pressemappe zur kundgebung mit pressegespräch vom 22.5.09 ist hier zu finden.

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Update wn030. am 27.5.09 9h erfahren indymedia-Leser, daß der Räumungstermin für die Brunnenstraße 183 feststeht. Die Webseite der Brunnenstraße 183 informiert, daß die Räumungsbescheide am 26.5.09 zugestellt wurden. Manfred Kronawitter verweigert bei einem Interview mit wn030 vom heutigen Tage Einsicht seiner Mitverantwortung für die Situation. Die näheren Umstände des Interviews - die Art der von Kronawitter gestellten Fragen wie u.a. die Bitte um Zusendung der Telefonnummern des Liegenschaftsfonds - lassen vermuten, daß Kronawitter selbst bisher nicht allzuviel unternommen hat, um den Kompromißweg mit mehr als Worten zu beschreiten. Auch wenn Kronawitter selbst dies mit Verweis auf mehrere Reisen nach Berlin zu informellen Gesprächen vor Ort anders sieht - alleine die Unkenntnis der Liegenschaftsfonds-Formalitäten ergibt hier ein anderes Bild.  Wie dem auch sei - ob es nun Kronawitter im letzten Augenblick gelingt, hier in seinem eigenen Interesse tätig zu werden oder nicht, es wäre schade um seine vertane eigene Chance auf die Ackerstraße, wenn nun immerhin seitens Kronawitter offiziell von 18-20 langfristigen Arbeitsplätzen im sozialen und medizinischen Sektor gegenüber den 13 Joop-Arbeitsplätzen der Modebranche gesprochen wird (Quelle: Interview wn030 mit Kronawitter vom  Morgen des 27.5.09. Kronawitter unterstreicht die Zahl als eine feste und belegbare durch seine Planung sozialer Einrichtungen im anvisierten Mehrgenerationenhaus). Bei einem Durchziehen des Projekts in der Brunnenstraße aber sorgt er mit der nun drohenden Räumung selbst für einen möglichst miserablen Start und ein schwerlich erfolgsversprechendes Bild, das er damit zwangsläufig in den Medien abgeben wird -  als Mitverantwortlicher für jeden möglichen Schlagstockeinsatz, für jeden Übergriff eines für die Räumung eingesetzten Beamten. Dieser Start dürfte jeden Projektversuch in der Brunnenstraße auf Jahre prägen. Eine Tatsache, die zur notwedigen Korrektur von Planungen wirtschaftlicher Aussichten in der Brunnenstraße zwingt in einer Stadt, die sich mit gutem Grunde gegen Auswüchse einer unkontrollierten Gentrifikation ihrer Kieze (oft fälschlich "Gentrifizierung" genannt) und gegen die Schleifung von für die  traditionsträchtige Berliner underground-Kulturszene und somit auch für den touristischen Faktor relevanten Projekten wehrt. Unnötig zu unterstreichen, wie stark Manfred Kronawitter selbst die Vermutung bestätigt, daß ihm bisher das volle Bewußtsein seiner Mitverantwortung für die mögliche Eskalation des Konflikts wie auch für die in der Folge auf das negative Image seines eigenen Projekts zurückwirkernden Medienstimmen fehlt: "Dann wird halt geräumt" äußert Kronawitter aus der bequemen Entfernung Berlin - Passau nasal während des Interviews. Auf diesen Punkt bzw. dieses Erscheinungsbild wiederum will wohl auch der Finanzsenat hinaus, wenn er - wie kürzlich wn030 gegenüber geschehen (s.o., 15.5.09) - äußert, daß es sich hier um einen "privaten Konflikt" zwischen dem Eigentümer und den Bewohnern der Brunnenstraße 183 handele. Sowohl der Finanzsenat als auch der eigentlich verkaufswillige Eigentümer versuchen somit derzeit, ihre Hände in Unschuld zu waschen. Ganz so leicht sollte Berlin es den beiden eigentlichen Konfliktpartnern - Finanzsenat (der bisher immer noch Jette Joop zu bevorzugen gewillt ist) und der in Projektpräsentationsdingen offensichtlich noch unerfahrene Manfred Kronawitter - nicht machen. Lakonisch schließt Kronawitter das Interview (vom 27.5.09 morgens) mit der Bemerkung ab, daß er sich ab morgen (28.5.09) im Urlaub befindet und ab da für Anfragen nicht mehr zu sprechen sein wird. Kronawitter mag in Urlaub fahren und hoffen, so dem direkten Medienansturm bei der nun in Aussicht stehenden Räumung zu entgehen. Sein Name und das Ansehen seiner Person werden sich jedoch nicht im Urlaub befinden, wenn sich Kronawitter der Öffentlichkeit als Eigentümer eines Hauses präsentiert, der Kompromißangebote seinerseits nur halbherzig annimmt und die Räumung, sie dem Kompromiß vorziehend, mutwillig vorantreibt als das scheinbar gute Recht eines Passauer Eigentümers. Gleichzeitig dürfte auch der Finanzsenator nicht von Vorwürfen freigestellt werden können, die Situation durch die bisherige Vorzugsbehandlung der Joop-Tochter in einen Koordinatenpunkt jenseits der Manövrierfähigkeit und damit mitten in die Eskalation hineingesteuert zu haben.

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update. 28.5.09. wn030.

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Während eines Gesprächs mit wn030 (vom Mittag des heutigen Tages) teilt Manfred Kronawitter mit, daß er sich am gestrigen und heutigen Tage mit Einzelpersonen im Finanzesenat und Liegenschaftsfonds in Verbindung gesetzt hat. Bei einem der Gespräche zwischen Kronawitter und Ansprechpartnern sei ihm - entgegen des kürzlich gegebenen Signals - von offizieller Seite (die Person wollte Kronawitter nicht namentlich nennen) mitgeteilt worden, daß "er für die Ackerstraße nicht in Frage" komme.

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Bei einem Interview mit Holger Lippmann, dem Geschäftsführer des Liegenschaftsfond Berlin, teilte Lippmann wn030 gegenüber (am 28.5.09 15:45h) mit, daß der Liegenschaftsfonds einen Verkaufsauftrag für die Ackerstraße an den Chorverband und an die Joop-Gruppe habe. Hier sei zwar das Baurecht unklar, was zur Verzögerung der Verhandlungen führe, jedoch könnten Verhandlungen mit anderes Interessenten durch den fest stehenden Verkaufsauftrag nicht geführt werden. Holger Lippmann unterstreicht - hierbei analog in der Begründung mit Clemens Teschendorf - sein Unverständnis über die Absage Kronawitters bei der ihm einst als Ausweichobjekt genannten Borsigstraße.

Kronawitter könne sein - nun ausführlicheres - Projekt einreichen, dessen Hauptstadtrelevanz neu geprüft werden kann, bei einem positiven Ergebnis würde sich der Liegenschaftsfonds bemühen, Kronawitter ein Ausweichobjekt anzubieten.
Das Ausweichobjekt müsse hierfür jedoch frei verfügbar sein. Holger Lippmann wiederholt, daß dies bei der Ackerstraße nicht der Fall ist. Er begründet die Irreversibilität der Entscheidungsfindung mit der Gebundenheit des Liegenschaftsfonds, der mit den Risiken der Interessentin zusammenhänge. Bereits getätigte Planungsinvestitionen der Interessentin können, so Lippmann, nicht übergangen werden. Damit wendet er sich gegen die kürzlich (s.o.) getätigte Aussage von Teschendorf, der das Direktvergabeverfahren als prinzipiell für Kronawitter noch offenes bezeichnet hatte.

Somit steht also fest, daß die städtischen Entscheidungsträger über die Köpfe von Bezirksabgeordneten wie auch über den Kopf des Bezirksbürgermeisters [link1 link2] hinweg einen Verkaufsentschluß an die Hamburger Modedesigner-Tochter durchzuführen gewillt sind, obwohl die Stadt genügend eigenen Nachwuchs in dieser Branche vorzuweisen hat und ihr Bedarf an einem Modebranche-Neubau mit 13 Arbeitsplätzen eher gering ausfällt  - der Deal wird sich schwerlich als verantwortungsvolle Hauptstadtplanung vermitteln lassen. Wie genau die Joop-Tochter zu dem Stempel der "Hauptstadtrelevanz" mit diesem Projekt gekommen ist, die erst die Direktvergabe an sie möglich macht, sollte weiterhin eine interessante Fragestellung bleiben.

Was die Brunnenstraße selbst betrifft, wird wohl alles davon abhängen, wie stark die Abhängigkeit vom leicht mittelalterlich anmutenden Ehrenkodex bei Manfred Kronawitter verankert ist. Bisher reagiert Kronawitter ausschließlich mit Enttäuschung und trotzigem Durchsetzungswillen. Zur Borsigstraße gab er (s.o.) kaum ein ernstzunehmendes Kommentar und bei dem am heutigen Tage geführten Gespräch mit wn030 ließ er erkennen, daß ein weiterer Verzug bei der Entscheidungsfindung und der Suche nach einer annehmbaren Alternative sein eigenes Projekt gefährde und er selbst dadurch unglaubwürdig würde.

Wie glaubwürdig wird aber ein Mehrgenerationenhaus mit sozialen und medizinischen Einrichtungen, das auf dem Rauswurf von Bewohnern, Künstlern und (u.a. touristischen) Gästen basiert, zu dessen Umsetzung die Hilfe der Berliner Polizei in Anspruch genommen wird? Wie glaubwürdig kann eine auf Gewalt gebaute soziale Einrichtung wirken? Räumungsszenarien sind traditionell angehäuft mit Szenen der Entgrenzung, seitens beider beteiligter Seiten: seitens der Seite, die um das angestammte Dach über ihrem Kopf kämpft wie seitens der Polizei, die nicht nur bei Räumungen gerne über die Strenge schlägt, wie die Medienwelt aus vielen Beispielen zu berichten weiß [ein Beispiellink von vielen - ein zweiter - ein drittes Beispiel - ein viertes].
Entgrenzungen dieser Art können aus Passau nicht kontrolliert oder eingeschränkt werden, ein gedrückter Knopf ist für die Polizei ein gedrückter Knopf, ein erlaubter Einsatz.

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Der Knopfdruck aus der Enfernung mag leicht getätigt werden, seine Spätfolgen könnten sich als langanhaltender erweisen, die Halbwertzeit der Nachwirkung als länger denn vermutet.

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Ob Kronawitter es schafft, sich zurückzulehnen und sich selbst zu fragen, was genau zu der Eile bei der Umsetzung treibt, ob er die Signale wahrnimmt, die ihm mitteilen, daß Alternativen möglich sind nur, wenn auch er bei der Suche nach ihnen sich als kooperationswilliger erweist, ist nach den bisherigen Interviews noch stark in Frage zu stellen. Kronawitter verbleibt hier auf der Position, er hätte bisher genug unternommen und lange genug gewartet.

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Written by teeater

May 15, 2009 at 6:45 am

URGENT. b.en schmeißen sich an B.straße ran. fastmitte mai 2009

with 2 comments

URGENT. ACCORDING TO NEWZ, SOEBEN BEI UNS EINGETROFFEN, WILL SICH DIE STADTBULLENMEIEREI (NUR BAUERN VERSTEHEN DEN WITZ AM BEGRIFF) NÄCHSTE WOCHE (ZWISCHEN MO WENN DIE SICH AN DEN KALENDER HALTEN ABER NUR DANN UND DEM FOLGEMONTAG), ALSO OFFIZIELL SO AB DEM 10. MAI 2009 -  AN DIE BRUNNENSTRAßE RANSCHMEIßEN. GERNE SCHREIBEN WIR DAS NICHT, ABER DAS HEIßT UNGEFÄHR SOVIEL WIE “DIE WOLLEN´S ALSO UNBEDINGT WISSEN”.

hiermit haben wir die uns erreichende nachricht publik gemacht, sind aber trotzdem weiterhin offiziell in urlaub – siehe dazu die seite mit dem “ätsch schengen quatsch war alles gar nicht so gemeint”-witz, also die seite über die EU, die es nur FAST weiterhin gegeben hätte.

update-edit 11.5.09: link-leseempfehlung (indy)

update 12.5.09 early morning translation with paraphrases and some additional words.

Berlin´s Senator of Finances Nußbaum Under Pressure

At March, 11th Berlin´s Activists informed via indymedia about a recently organized action in Berlin. They visited the new Senator of Finances in Berlin, Ulrich Nussbaum, and delivered a letter to him. The letter demanded a rescue of the house project Brunnenstraße 183 in Berlin-Mitte (only a few meters away from the Border of Pankow, formerly Prenzlauer Berg).
The former Senator of Finances, Thilo Sarrazin, a well-known person in Berlin who advised persons living at the edge of poverty to ‘take care better for their money and buy more aldi carrots’ (this is not a joke) – this former Senator decided to sell a property in Ackerstr. 29 to the Company Joop (rumours tell, it´s Joops daughter so eagerly wanting those properties in Berlin-Mitte in her hands). The letter demands a redemption of this decision.

The named property (Ackerstraße) is part of a compromise plan, made up with the Quartier Berlin-Mitte.

A compromise plan with the aim of a maintenance of the 16-years-old house project. Due to the plan the property is to be sold to the nowadays` owner of Brunnenstraße 183, in order to sell it then to the inhabitants of Brunnenstraße 183 – which would be the only chance for them, to keep the project (… to keep the project alive).

The former Finances Senator Sarrazin has stopped  this procedure with his votum (the procedure of selling of the property to Kronawitter).

Due to the fact that the inhabitants have lost all rent rights now, the house is in daily growing danger of being vacated.
The new Finces Senator Nussbaum – who is officially in charge since a few days ago – got a visit today.
Around 15 persons managed to enter his office and to hand out the letter to him after some pressure which had to be used.
The letter has been delivered personally and included a description of the situation as well as a solution proposal.

He’s been informed that the situation is quite urgent. Also the problems and consequences of an evacuation trial has been named (hinting at Berlin´s recent May 1st – debate).

It´s been promised to check the situation today (at may 11th). The inhabitants are waiting for a call of Finances Senator. Maybe some media also know what a telephone is.

LINK TO ONLINE TRANSLATION (without a fresh photo but with a photo illustration of topic, also ok. the text includes this information.)

update 12.5.09 abends: durch die hilfe eines indy passanten gelang es schließlich, eine passende illustration auch für diese seite zu finden. das hier unten sichtbare transparent können Sie als das transparent im paralleluniversum betrachten, dort hängend, wo auf dem straßenschild statt “warschauer str.” eben “ulica warszawska” steht.

Foto: indy passant und wikinews030

UPDATE. 13. Mai frühester Morgen. erst KÜRZLICHST. erfahren selbst nachbarschaftlichste nachbarn von einer bassin-randbemalungs-soliaktion für die brunnen 183 fast ganz knapp unter ihrem fenster. hier ist der indylink. (rosa und PINK ist zwar was andret als ROT, aber sei´s drum.)


und hier hätten wir schon eine zweite hereinfliegende verifikation der soliaktion. Foto: Anna Panek

Absatz
Absatz
noch ein Absatz

update-edit-einsendung apk dazu: “Ja, es scheint sich dabei tatsächlich um eine ausgesprochen geschmackvoll ausgesuchte Sorte “Bordeauxrot pastellisiert” zu handeln. Im Hintergrund: der berühmte Umsonstladen in der Brunnen, genau neben dem Hofeingang zur 183. Ich würde empfehlen, den Laden  nicht zu unterschätzen. Ich habe dort selbst schon so manche ‘Erstaunlichkeit’ gefunden (und konnte so manches Klötzchen am Beinchen auch glücklich wieder loswerden), von Büchern bis Geschirr alles da. KOSTBAR! UM SOLCHE LÄDEN WERDEN KRIEGE GEFÜHRT, LIEBE HERREN UND DAMEN POLITIKER UND PUBLIZISTEN DA DRAUßEN!”

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