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Archive for May 2009

Bildungsstreik 2009

with 10 comments

(upfront edit: hallo lieber seitenbesucher im sommer 2010. also derzeit sind die updates eher hier so.)

[wn030, 30.5.09] In Deutschland und einigen europäischen Ländern gehen die Vorbereitungen für den diesjährigen Bildungsstreik (15.-19.6.2009) in die letzte Runde. Im Unterschied zu den Vorjahren nehmen Studierende an dem Bildungsstreik, der bisher hauptsächlich von Schülern getragen wurde, auch offiziell Teil (Beispiel: Link zum frühzeitig digital versendeten FU-Aufruf).

Für den 17. Juni sind Demonstrationen in über 40 Städten angekündigt. In Berlin wird die Demonstration um 11 Uhr am Roten Rathaus / Alexanderplatz beginnen. Hauptforderung ist die Rücknahme der Studiengebühren bundesweit sowie eine verläßliche gesetzliche Verankerung des Studiengebührenverbots. Weitere Forderungen sind hier zu finden:  Forderungen der StudierendenForderungen der Schüler.

Europaweit haben sich bisher Studentengruppen in Italien, Spanien, Belgien und Frankreich dem Bildungsstreik angeschlossen, die Beteiligung polnischer Studierender wird derzeit diskutiert. Dieser Anschluß soll sich nach bisherigem Kenntnisstand auf Protestaktionen am 19. Juni beziehen.

Den offiziellen Aufruf zum Bildungsstreik hat das Bündnis auf dieser Seite veröffentlicht.

Für den 18. Juni ist ein “Aktionstag Ziviler Ungehorsam” angekündigt, in dessen Rahmen nach Aussagen von Bildungsstreik-Aktiven v.a. von Gruppen mit Nähe zu [‘solid] und linke.SDS zur bundesweiten Aktion Banküberfall aufrufen wird.

Für den 19. Juni – den 10. Geburtstag der Bologna-Erklärung – sind in Berlin Aktionen unter dem Slogan “Block KMK – Fight Bologna!” geplant. Ziel ist es, während der Kultusministerkonferenz, die am 19.5. in Berlin abgehalten wird, gegen die aggressive Neoliberalisierung der Bildung, die im Zuge des Bologna-Prozesses Lehrinhalte wie Rahmenbedingungen der Bildung (Verkürzung der Bildungszeit, Zuschnitt auf ‘Effizienz’ und ‘Leistung’) verformt hat, eine vernehmbare Gegenstimme zu erheben. Für 14 Uhr ist eine Kundgebung am Potsdamer Platz angemeldet. Ende Mai wurde für  den Protest gegen die Kultusministerkonferenz extra eine eigene Homepage eingerichtet.

Vernetzt ist das Bündnis Bildungsstreik 2009 mit dem international students movement, das für den April dieses Jahres zu einer globalen Aktionswoche aufgerufen hatte, an der sich weltweit studentische Gruppen beteiligt hatten und das in Europa als “WarmUp” für den Bildungsstreik gedacht war. In Deutschland ist es vor allem die Initiative “Bildungsblockaden einreißen”, die seit Jahren den Vernetzungspunkt für eine starke und wachsende Schülerbewegung mit regelmäßigen großen Demonstrationen für kostenfreie Bildung, gegen das verkürzte 12-Jahres-Abitur (“Turbo-Abitur”) und gegen Kürzungen im Bildungshaushalt darstellt.

Unter einer Vielzahl auf youtube veröffentlichter Videos zum Bildungsstreik erfreut sich derzeit dieses hier auf Mailinglisten besonderer Beliebtheit.

Image Hosted by atpic (c) anna panek

Foto: Anna Panek. Schulstreik 2008 (22. Mai), Berlin.

Ergänzung: an der Global Action Week des international students movement hatten sich im April dieses Jahres Studenten in Mittel- sowie Osteuropa beteiligt: neben 10 Städten in Deutschland, 7 in Österreich sowie zwei Städten in Belgien fanden Demonstrationen, Besetzungen und Aktionen in drei polnischen (Wroclaw, Gdansk und Poznan), 8 kroatischen Städten sowie in Serbien statt. In Westeuropa waren Studierende aus zwei Städten in Spanien beteiligt, im Norden schlossen sich neben Dänemark auch Studenten in Finnland und Norwegen an. In England fanden Aktionen in zwei Städten statt. Außerhalb Europas wurde über Protestaktionen in den Vereinigten Staaten (drei Städte), aus Australien (Perth), Argentinien (Buenos Aires) und Bangladesh (Dhaka) im Rahmen der Global Action Week berichtet. Unter diesen Vorzeichen wird die Ausstrahlung des bundesweiten Bildungsstreiks auf seine europäischen Nachbarn mit besonderer Neugier erwartet. Übersetzungen des offiziellen Aufrufs ins Englische, Französische, Spanische, Bulgarische und Polnische sind, vollständiger als auf der Bildungsstreik-Seite bisher, hier zu finden.

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feuilleton (under construction)

with 14 comments

der folgende Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. “textcode option” included. reprintanfragen können an die unter “about” (navigationsleiste) sichtbaren mailadressen gesendet werden.

apk für wn030, 1.6.2009

wort

Das Leben ist kein Ponyhof und wenn, dann Ponys für Alle!“

absatz

Prenzlauer Berger Lesarten einer Streetart-ähnlichen Sprühaktion.

absatz

 

Wer Anfang Mai mit Augen eines Großstädters – geöffnet, wachsam möglichen wartenden Fallen auf dem Bürgersteig ausweichend – die Schönhauser Allee entlangspazierte, dem dürften sie aufgefallen sein: weiß, klassisch-schlicht, drei Worte und ein Ausrufezeichen. Auch wer aus Wedding seine Schritte Richtung Mauerpark lenkte, womöglich um nebenbei den Reifegrad der noch grünen zukünftigen Mirabellenfrüchte am Mauerstreifen abzuschätzen, dem dürfte das Weiß des gesprühten Slogans in die Augen gesprungen sein.

absatz

 

“Ponys für Alle!” – Was will dieser Spruch? Bei dem Gespräch mit einem Anwohner der Kopenhagener Straße, die an beiden Enden auf einzelne dieser Sprühspuren stößt – einige davon sind selbst ende Mai noch gut zu erkennen – äußert der Anwohner die Vermutung, der gesprühte Slogan müsse etwas mit “Das Leben ist kein Ponyhof” zu tun haben. Dieser auf den Erfahrungsschatz westlichen Vorortnachwuchses anspielende Spruch zierte den Titel einer Demonstration im Jahr 2005. Die Demonstration wurde 2008 auf indymedia literarisch nachbearbeitet, als nach einer langen Vorlaufzeit schließlich der Freispruch eines Demonstrationsteilnehmers auf dem zum Theatersaal erklärten Gerichtssaalparkett – im III. Akt des über Vernetzungslisten angekündigten Stücks “Kamera-Arschloch” – erklärt wurde.  Alle Teilabschnitte des Gerichtssals-Theaters bis zum Freispruch wurden von Rezensionen auf indymedia begleitet. Spruch und Demonstrationstitel gehen auf die Suche von Studiengebührengegnern nach einem geeigneten Ort für das “Summercamp of Resistance” 2005 zurück, denen nach dem Scheitern von Verhandlungen über den Kreuzberger Mariannenplatz von der damaligen Bezirksbürgermeisterin ein Ponyhof als Alternative angeraten wurde. Aufgegriffen wurde der Spruch anschließend von einer Hochschulgruppe, die sich im Folgejahr als linke Liste an der Freien Universität Berlin zur Wahl gestellt hatte. Über Aufkleber verbreitete sich der Spruch schließlich über studentische Räume wie die Offene Uni BerlinS, Toiletten linker Kneipen sowie generell im universitären Raum. Gut möglich, daß der Anwohner, der, obwohl selbst kein Student, regelmäßig studentische Räume nutzt, deshalb diese Vermutung äußert.

wort

 

Bei genauerer Betrachtung des Streetart-Spruchs zwingen sich aber auch andere Parallelen auf. Die Wahl des “Bildgrunds” – der Bürgersteig -, das Weiß der gewählten Farbe, das Ponymotiv – wird hier dem Vorbild Rosinantes nachgeeifert? Oder hat sie hier vielleicht selber ihre Finger im Spiel?

wort

Rosinante ist Schöpferin der Pferdehufe-Abdrücke, die in den Sommern 2006 und 2007 Straßen, Bürgersteige und vereinzelt auch Hauswände in Berlin geziert hatten, darunter auch – schräg und eigenwillig, über Gitter gleichsam hinwegspringend, den Übergang über die Eberswalder Straße zum Mauerpark und dessen Begrenzung zur Gleimstraße hin. Die Hufe hatten einen Bericht auf Radio Eins und einen Beitrag in der Morgenpost (vom 17.6.2007) nach sich gezogen, in dem Wolfgang Krause, in den 90er Jahren Hauptakteur der Aktionsgalerie “O2”, Organisator der Knochengeld-Aktion von 1993 und früherer Gastdozent an der Kunsthochschule Weißensee, dem ihm unbekannten Schöpfer der Hufe 100 Euro für die benutzte Schablone geboten hatte.

wort

 

Zwischen dem Hufabdruck als Zeichen und der Wahl der Buchstabencodierung von “Ponys für Alle!” steckt zwar ein zu großer medialer Bruch, um nicht über mögliche Beweggründe dieser drastischen Änderung zu sinnieren, doch wer wollte einem Künstler den Wechsel in Form, Stil und Medium absprechen?

wort

 

Höchstens der Künstler selbst. Bei einem Gespräch mit wn030 teilte “Rosinante”, die sich derzeit in Wien aufhält, wn030 gegenüber mit, daß ihr das Auftauchen von “Ponys für Alle!” bereits von mehreren Seiten zugetragen wurde. Der Hintergrund des Spruches sei ihr zwar unbekannt, doch die “Mischung aus Kleinmädchencharme und subkultur-typischer Forderung ‘Für Alle!'” empfindet sie als gelungen. Trotz der Parallelen hat sie jedoch nicht den Eindruck, daß der Sprühspruch ihre Hufe-Spuren rekurriert, die zwar bereits 2007 von vielen Berliner Mitaktivisten und mittlerweile auch von Künstlern in anderen Städten aufgegriffen wurden, doch unter Beibehaltung der Form und meist gut vernetzt, so daß von einer regelrechten Künstlergruppe der “Hufonauten” gesprochen werden kann, die “Horse Art” in den großstädtischen Raum, u.a. auch nach St. Petersburg und Miami trägt.

 

Unmittelbar zu ihren Hufabdrücken angestoßen wurde sie nach eigener Aussage vor drei Jahren von den Vorbereitungen für die Fußball-WM 2006 in Deutschland, die verdeutlicht hätten, wie stark dieser Sport trotz allem immer noch als Männersport die Alltagserfahrung von Männern auch jenseits der Jugendjahre prägt. Sie sieht darin ein weiteres Zeichen für die Rückständigkeit der Gleichberechtigung in einer nur scheinbar emanzipierten Gesellschaft. Während Männer ihren Lieblingssport aktiv und passiv bis in das hohe Alter beibehalten können ohne ihre persönliche Integrität dabei zu gefährden, seien Mädchen gezwungen, spätestens bei Erreichen der Volljährigkeit ihrem Jugendsport zu entsagen: “spätestens mit 17, 18 muß das Mädchen das Reiten aufgeben, sonst macht es sich – in der Schulklasse, im Freundeskreis – lächerlich”, so Rosinante. Sicherlich eine Problematik, die einen begrenzten Anteil des weiblichen Nachwuches berühren dürfte, gilt doch das Ponyreiten bis heute eher als Hobby von Kindern aus besser situierten westdeutschen Reihenhaussiedlungen – als kleiner Gegenpol zur 2006 das gesamte Land überziehenden Fußballhysterie jedoch eine sympathische Geste.

wort

 

Mittelbaren Anstoß bot die Auseinandersetzung mit dem großstädtischen Raum als offenem Freiraum, der zur Brechung gewohnter Sichtweisen, aber auch zur ‘privat-autonomen’ künstlerischen Infragestellung stadt- und verkehrsplanerischer Unsitten einlade. “Am Ende der Oderberger Straße, hin zum Mauerpark hatte man plötzlich diese Absperrungen aufgebaut”, sagt sie wn030 gegenüber. “Niemand verstand, wozu diese Absperrungen gut ein sollten, früher kam man ohne Hindernisse über die Straße”. Folgerichtig führten auch ihre Hufspuren über das Absperrgitter hinweg, als stünde dort nichts – und sie überquerten die Straße in eigenwilliger Wiederaneignung des Straßenlands: schräg, zielsicher führten sie vom Absperrgitter direkt in das Grün des Parks, als stille Absage an Normierung und Straßenverkehrsordnung auf einem seit Jahren von Fußgängern dominierten Stück Straßenland. Mit den “Berliner Pferdesprungveranstaltungen” hatte Horse Art schließlich 2008 aktionistisch den Sprung über Straßenabsperrgitter geübt. Unweit der Galerie Engeler an der Kreuzung Schwedter Straße / Kastanienallee (Erste Pferdesprungveranstaltung) und an der Hufelandstraße (Zweite Pferdesprungveranstaltung) wurde vom Freundeskreis  der “Hufonauten” das Absperrgitter zum Aktionsobjekt und herausfordernden, überwindbaren Hindernis umfunktioniert.

wort

 

Und “Ponys für Alle!”? Auf der Bloqseite einer Musikband, die eine Platte mit gleichnamigem Titel veröffentlich hat, werden im Mai 2009 Äußerungen lesbar, die einem Bekenntnis zum gesprühten Spruch gleichen und eine Vereinnahmung der Sprühaktion für eigene Werbezwecke vermuten lassen. Der Anwohner der Kopenhagener Straße schüttelt dazu den Kopf: “Das wird nicht gelingen. Es wäre nicht das erste Mal, daß sich der Kommerz beliebte Streetartstile und Underground-Formen einverleiben will. Das kann es nicht sein. Leben ist kein Ponyhof und wenn, dann Ponys für Alle!” ergänzt er schmunzelnd. Vom Freispruch des Teilnehmers der „Das Leben ist kein Ponyhof“-Demonstration hatte er als grundsätzlich analoges Wesen zwar noch nichts gehört, doch mit seiner Vermutung könnte er recht haben – ist der Demonstrationsteilnehmer schließlich vom Verdacht freigesprochen worden, ein in der deutschsprachigen Literatur schon 225 Jahre zuvor geadeltes klassisches Wort (s. „Götz von Berlichingen“) beleidigend verwendet zu haben. Die klassische Schlichtheit des Formats, das klassische Weiß – versteckte Hinweise auf den politischen Subtext des Spruches? Der Anwohner zieht weiter: „Jetzt jedenfalls schon.“

wort

 

Mag sein, daß die Band in in Charlottenburg oder Wilmersdorf mehr Erfolg damit gehabt hätte, die Sprühaktion für sich zu vereinnahmen. Im Prenzlauer Berg scheint jedoch die Aussagekraft anderer Lesarten klares Obergewicht zu behalten. Die Rezeptionsästhetik spricht dem Text – und sei er noch so kurz – eine „Intention“ entschieden ab. Der Leser und nur er erschafft den Text Kraft seiner Wahrnehmung. Ein Beispiel, wie Repolitisierung kommerzieller Aktionismen in widerständigen Kiezen funktionieren kann.

wort

 

Image Hosted by atpic (c) anna panek

 

 

nachtrag 29.1.2011. “auf der in weißen Buchstaben geschrieben steht: Das Leben ist kein Ponyhof”.

About “feuilleton”

(wn030 26.5.09)

entgegen den üblichen publikationsgewohnheiten von wikinews030 [zeitnah erscheinende berichte, kurzreportagen , längere beiträge und kürzest-update-ticker] handelt es sich bei “feuilleton” um eine auf dauer angelegte ressort-sparte, die feuilleton-beiträge aus dem bereich engagierter kunst und literatur sowie den schnittstellen zwischen protestbewegungen und den von ihnen evozierten künstlerisch nicht unbedeutsamen demo-kunstwerken (sogenannte “tranpis”, flugblattkunst, ähnliches). feuilleton wird diese beiträge gesammelt auf einer seite zum lesen (und für den reprint) anbieten. sofern möglich, werden hier auch archivbeiträge aus anderen beiträgen erscheinen, wofern es sich um beiträge handelt, deren urheberrecht die bei uns einsendenden autoren besitzen.

wort

diese seite befindet sich derzeit (26.5.09) noch im ausbau. eine andeutung auf “hintergründe, zusammenhänge und prioritäten divers” kommender feuilletonthemen auf wikinews030 ermöglicht eine  kurze überschau über das update dieser seite.

absatz

absatz

 

die uns bisher angekündigten themen:

noch ein wort

1. “PONYS FÜR ALLE!” – bekommt die nur offiziell derzeit inaktive liste DAS LEBEN IST KEIN PONYHOF nun einen neuen slogan oder hat nur ein streetart-neuling rosinantes spuren findig aufgegriffen? – über frische (bottom-up-rezipierbare, da von bürgersteig in die augen des flaneurs sendende) kunstaktionsspuren (gesichtet mai 2009) im prenzlauer berg (schönhauser allee, in der nähe des moritzhofs, die brücke nach wedding entlang). incl.: o-ton interview mit der derzeit in wien weilenden schöpferin der hufspuren in berlin-prenzlauer berg und berlin-mitte des sommers 2007 und 2008, rosinante herself. (mitglied und treibende kraft der hufonauten, die die hufspuren bereits u.a. nach st. petersberg und miami getragen haben.)

mit unwiderlegbaren argumenten räumt der beitrag mit einem schlag alle gerüchte vom tisch, daß es sich bei  dieser streetart nur um die kopie des streetart-verfahrens und im grunde um den bloßen werbegag einer durchschnittlichen band handelt, die slogan wie aktion derzeit auf einer bloqseite auf ihre fahnen zu schreiben beginnt.


wort

2. “WAS IST DIE FLIEGENDE UNI?” – ein feuilletonbeitrag incl interview mit dem schöpfer einer polit-literarischen lesereihe, die derzeit v.a. im berliner kaffee burger sich ihres daseins weiterhin freut.

wort

3. DER DEMOFLANEUR. eine gründlicher auf die flaneur-theorie von walter benjamin eingehende rezension eines bestimmten sekundenbruchteils der improvisationstheater-szenerie vom berliner alexanderplatz, gesichtet anläßlich der kundgebung der soligruppe brunnenstraße 183 aus dem jahre 2009 (zur kundgebung selbst siehe update weiter unten auf https://wikinews030.wordpress.com/2009/05/15/brunnenstrase-183-sieht-immer-roter/ )

sowie

möglicherweise, diese einsendung ist uns bisher nur angedeutet, noch nicht sicher versprochen worden

möglicherweise ein beitrag zum thema “KUNST- UND KÜNSTLERPHOBIE BEI INDYMEDIANERN – verschwindende beiträge und ihr zusammenhang mit sprachlicher hypernormierung der linken szene”. hintergrund ist die sichtung einer löschmeldung auf einer indymedia-seite. das schwinden eines beitrags zu einer tanzperformance vom mai 2009 (das thema tanzperformance myfest berlin schwand durch die löschung eines beitrags vom 13.5., wie eine kürzlich sichtbar gewordene ergänzung auf indymedia uns mitteilt) scheint der person, die uns die einsendung angekündigt hat, offensichtlich den einsatz einiger schreibarbeitsstunden wert. es handelt sich, nebenbei bemerkt, um einen beitrag des weddinger matthias von hoff, den ein ahnungsloser indymod(erator) aus den ressorts soziale kämpfe und kultur gelöscht hat. wie eine forumseite vermeldet, zieht eine wachsende gruppe langsam wütend werdender berliner gegen eine hamburger indygang (und ihre vereinzelten berliner freunde) zu felde. moderates moderrare humanum est, aber too much moderare est eines feuilletonbeitrags wert.

wort

und last not least: WIE GEHT ES NACH DEM ZITAT AUS T.A.Z. von hakim bey weiter? – Teil zwei eines Textgewerks mehrerer schreibender Hände (<- link 1), (link 2->)die potenziellen Textpartner des zweiten Teils sind noch in Diskussion. beziehungsweise im gespräch, um noch genauer zu sein (<- link 3), beziehungsweise im schreibgelaber, um es ganz auf den punkt zu bringen (<- link 4).

 

 

 

 

Written by wn030

May 26, 2009 at 11:26 am

Posted in kultur, literatur, medien

Antinationale Parade in Berlin – Mai 2009. – update: anschlag auf straßentapete.

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(vorab-entry wikinews030, 21.5.09, ankündigung und platzhalter.)

Antinationale Parade in Berlin.

am 23.5.09 findet in berlin eine von verschiedenen antifa-grupen veranstaltete antinationale parade statt, deren ankündigung bereits einigen medienwirbel aufgeworfen hat. die bloq-seite “top berlin” informiert unter diesem link weiter unten zu ersten medienstimmen, darunter auch zum textgewerk eines entsetzten zeitungsschreibers (in der MoPo, wo auch sonst), der das plakat, das so griffig an tatsachen urdeutschester wesensarten erinnert, am liebsten vor den keuschen augen der dankbar ob des verfassungsseitig garantierten asylrechts  auf knien brav und still zu sein und zu bleiben habenden ausländer verstecken möchte. mölln, solingen, hoyerswerda gab es für solche schreiber nie und wird es für derart verfassungsschützerisch verfaßte schreibarten wohl auch nie geben, selbst wenn die städte und stadtteile andere tatsachen nennen (siehe hierzu die von glietsch und körting zugegebene lückenhaftigkeit der polizeistatistik im bereich rechtsextremer straftaten, zu finden hier auf wikinews030 nach kurzem suchen).

das plakat ist gut gelungen und hat auch auf wikibildung zu ersten – wahrscheinlich studentischen – schriftlichen stimmäußerungen geführt, die dafür plädieren, bei der hängung der plakate auf gute sichtbarkeit zu achten (und sie vor herumlaufenden hobbyzeitungsschreibenden christophs gut zu sichern).

an dieser stelle werden in den weiter unten hoffentlich sichtbar werdenden zeilen mit einiger wahrscheinlichkeit ab dem 23.5.09 ca. 22 uhr kurzberichte  zu dieser parade erscheinen (oder auch längere beiträge, vielleicht sogar mit gelungenen fotografischen beitragsillustrationen, einsendungen sind uns jedenfalls  angekündigt worden), wir werden uns von ihnen genauso überraschen lassen wie Sie, lieber leser. angekündigt ist die veranstaltung selbst für 18 uhr – am samstag, dem 23. mai 2009 –  start am rosa-luxemburg-platz. wn030

[update 21.5.09]  Aber vorerst vielleicht – bevor der 23.5.09 heranrückt – ein bißchen kurzprosa.

Imagine – einen Samstagabend in Berlin. Imagine – eine Antinationale Parade am Rosa-Luxemburg-Platz um sechs Uhr nachmittags. Imagine – während der Parade ein Polizeiaufgebot, das sich in Anzahl und Zielausrichtung seltsam mit der genannten Aussage des Innensenators wie auch des Polizeipräsidenten in Berlin beißt. Imagine – um einen “nur so vor sich hin – natürlich ganz unpolitisch -” Tromsö-Kleidung in aller Ruhe weiterverkaufenden Laden  herum – ein Polizeiaufgebot, das man selten erlebt hat. Ein Aufgebot in immenser Multiplikation des Aufgebotsdetails, das Sie in der folgenden Aufnahme betrachten können. Der hier sichtbare Hundestaffelwagen der Berliner Polizei wurde vor dem hier ebenfalls sichtbaren Nazi-Shop (einem Tromsö/Tönsberg-Laden in direktester Nachbarschaft zur politkulturhistorisch nicht eben unbeleckten Volksbühne) platziert, aufgenommen zum Zeitpunkt,  als eine Demonstration weit ab vom Laden vorbeilief:


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Foto: Anna Panek. Datum: 28.3.09. Finanzkrisedemonstration Berlin, die Demonstration selber zog zum Zeitpunkt der Aufnahme einige Straßen entfernt  vorbei.

Angesichts der sich hier darbietenden – Indizien – sind wir als Medium jetzt schon gespannt auf die “Polizeistatistik” des kommenden Jahres. Die Ziele der zum Einsatz kommenden Beamten – und. wofern. dann auch jeder eingesetzte Schlagstock. in den Händen von. immer noch anonymisierten Uniformen, die immer noch ohne personifizierte Kennzeichnung auf Demonstrationen zu Einsätzen geschickt werden, wird, soweit es in unserer Macht steht, minutiös dokumentiert. wn030.

update. am 22.5. nachmittags kommentiert die volksbühne “literaturkunstzufällig” wie folgt:


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und gegen etwa 18:20 am tag vor der antinationalen parade ist der genannte tönsberg-laden noch immer in direktester nähe und sieht aus, wie in dem folgenden bild zu betrachten: (klick führt zur kurzen entstehungsbeschreibung des bildes.)


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wort

update 22.5.09, früher morgen. vor dem 23.5. müssen wir kurz unterbrechen für eine hereinfliegende kurzmeldung.

NAZIANSCHLAG AUF STRAßENTAPETE [BERLIN]

In der Nacht vom 21.5.09 auf den 22.5.09 wurde in der zeit zwischen 0:30 Uhr und dem frühen Morgen ein Anschlag auf die HEFTBAR STRAßENTAPETE (Kopenhagener Straße, Berlin Prenzlauer Berg, neuberlinerisch Pankow) verübt, der sich bei genauerer Betrachtung der Ziele (angepeilt und getroffen wurde Kunst von diversen Berliner Straßenkünstlern, unter anderem von Dani, der als antifaschistisch aktiver Künstler bekannt ist sowie Plakate aus ‘verblichenen’ AstA-Zeiten an der FU – Interpretationen älterer Plakatdesigns – sowie studentische Protestplakate aus den Jahren 2005-07) nicht anders denn als ein Nazi-Anschlag darstellt. Der Anschlag könnte mit zwei vor wenigen Nächten in der Straße gesichteten Nazi-Figuren zu zun haben, die in der Nähe der Straßentapete (beim “unauffälligen Vorbeilaufen”) gesichtet wurden. Während der Sichtung konnte den besagten Nazifiguren nicht auf die Pelle gerückt werden, weil sich hier Leute gleichzeitig um die Rettung eines Cellos gekümmert hatten, das ihnen zum Opfer hätte werden können (der Cellospieler korrigiert: “ein Kontrabaß”). Der Anschlag ist bis auf den letzten Grund (genaue Namen der Täter) nocht nicht aufgeklärt, wir bleiben für Sie an der Sache dran.

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Foto: Anna Panek. Zeit/Ort: vor der Heftbar Straßentapete, 22.5.09 um 9 Uhr.

Um wenigstens einen Bruchteil der zerstörten Exponate auf digitalem Wege zu retten, hier die Archivaufnahme einer dem Anschlag zum Opfer gefallenen Sprühspur. Auch sie ist bei dem Anschlag restlos zerstört worden.


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Zwischenupdate wn030 – Samstag, 23.5.09 – 16:30 h – die Polizei fährt gerade Aufgebot am Mauerpark auf. Die Max-Schmeling-Halle hat damit nichts zu tun, gespielt wird dort alle Nase lang, der Park ist an sonnigen üblichen Nachmittagen normalerweise verschont von sowas. Stand der Dinge. Innerhalb einer halben Stunde ist dort ein Zug von ca. 8-10 Wannen bereits 3 (!) Mal durch den Park gezogen (von links nach rechts, iweder zurück und nochmal retour). Sieht aus wie pure Präsentation der eigenen “Stärke” und des bereits wartenden “Equipments”. Blaue Wannen gemischt mit grünen. Parallel dazu ziehen Rotten von ca. 10-12 Beamten in dunkelstblauen, fast schwarzen Overall-Uniformen durch den Park. Vor einer Stunde stand eine weitere Wanne direkt an der Kreuzung Kopenhagener Str./Schwedtervelängerung (unweit der Brücke nach Wedding).

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Demonstration im Verzug

Am Samstag, dem 23.5.09 konnte in Berlin eine Gegenveranstaltung zur 60-Jahres-Feier der Bundesrepublik erst nach starker Verzögerung beginnen [apk, 23./24.5.09]ort

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Die für 18 Uhr angekündigte Antinationale Parade konnte am Samstag erst nach übermäßiger Verzögerung beginnen. Nachdem die auf den Demonstrationsbeginn wartende versammelte Menge zunächst von der Polizei erfuhr, daß  der Grund für die Verzögerung Personen seien, die sich “noch außerhalb der Personenkontrollen” befänden, wechselten die Begründungen für die polizeiliche Blockade des Demostarts in rascher Folge. Eine Erklärung, wie sich die erste Begründung mit der Tatsache verträgt, daß bei voranschreitenden Demonstrationen durch die Innenstadt üblicherweise über 3 Millionen (im weiteren Radius), Tausende (an der Demonstrationsroute incl. Wohnraumbenutzern) und zumindest Hunderte (direkte Passanten) sich “außerhalb der Personenkontrolle” befinden, war auch nach geduldigem Nachfragen nicht in Erfahrung zu bringen.

Die Teilnehmerzahl der Gegenveranstaltung zur Bundesrepublik-Geburtstagsfeier wird auf Indymedia derzeit auf 2000 Personen geschätzt. Unter ihnen befanden sich auch Teilnehmer jenseits der ersten kalendarischen Jugendfrische (um die 50, geschätztes Durchschnittsalter des Großteils der Teilnehmer: ca. 20-23), die auf Nachfrage zu ihrem Teilnahmeanlaß deutlich aussprachen, daß sie zwar “mit all den Gruppen, Antideutschen und so nichts am Hut”  hätten, aber eine Veranstaltung, die einen anderen Gedanken als “Deutschland” und “unsere Nation” transportiert, wichtig finden.

Auffällig war an dieser Veranstaltung der aktive, eigene Wunsch der Polizeistruktur, ein möglichst chaotisches  Bild  ihrer Organisation abzugeben und in der Durchführung ein offensiv aggressives Verhalten zu zeigen. Organisatorisch gesehen haperte es stark bei der Planung der Ansprechpartner für die Presse – der entsprechende Beamte war, als die Blockade des Demonstrationsbeginns skurrile Züge anzunehmen  begann, nicht zu erreichen. Die Person verschwand vom Ort des Geschehens und war per Telefon, gerade als die Verantwortung der Position es hätte erwarten lassen können, nicht mehr kontaktierbar. Währenddessen begann die erste Reihe der polizeilichen Blockade, den gebotenen Abstand zur Demonstration merklich abzubauen. Mehrfach wurden Polizeibeamte  ab diesem Augenblick dabei beobachtet, wie sie durch die Stofftransparente hindurch Demonstrationsteilnehmer anrempelten. Auch das Spalier wirkte nach außen übertrieben eng und mit Beamten besetzt, die sichtbar streitlustig und Konfrontationen suchend wirkten.

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So spät die Demonstration erst ihre Starterlaubnis erhielt, so früh mußte sie auch wieder einer alternativen Veranstaltungsform weichen. Inmitten der Oderberger Straße erlebte sie einen vorzeitigen Abbruch (ein besonderer Fall der sogenannten democulatio praecox), um sich an Ort und Stelle in ein ravendes Straßenfest aufzulösen. Am Folgetag melden Radiosender in Berlin mehrere Verhaftungen, Radio Eins spricht um 15 Uhr am 24.5. von genau 6 Festnahmen. Zu welchen Uhrzeiten genau die Festnahmen unternommen wurden, ist noch nicht bekannt.

Um in den letzten Zeilen kurz auf die literarische Zufallsfrage der Volksbühne zurückzukommen, sei noch eine Aufnahme der Rosa-Luxemburg-Straße (Zeitpunkt: Demonstration wartet auf den Beginn, ca. 19 Uhr) nachgefügt:

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Fotos: Anna Panek

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update 30.5.09 – zumindest zum thor-steinar-laden in der rosa-luxemburg-straße gibt es zwischendurch neues zu berichten. die berliner zeitung meldet am 29.5. daß das kammergericht dem urteil des landgerichts (räumung des ladens) gefolgt ist. die betreiber hatten gegen die klage berufung eingelegt. trotzdem wird in diskussionen auf indymedia gemutmaßt, daß die betreiber weitere juristische schritte einzuleiten versuchen könnten. gegen das urteil kann revision eingelegt werden.

Magdeburg Raumeinnahme Mai 2009.

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der wn030-beitrag hierzu ist (hoffentlich….) im Laufe des heutigen 20.5.09 zu erwarten.

hier schon mal eine Pressemitteilung aus Magdeburg als Platzhalter und Thema-Aufwärmer (mit Link):

Hausbesetzung in Magdeburg: Verhandlungen laufen

Seit Samstag ist die Villa auf dem ehemaligen Poliklinik-Gelände in Magdeburg Buckau besetzt. Die BesetzerInnen wollen dort ein Libertäres Zentrum schaffen, in welchem vielfältige politische und kulturelle Projekte Platz finden sollen.

Bisher duldete die Polizei die Besetzung aufgrund ungeklärter Eigentumsverhältnisse. Seit Montag steht das Presseteam der Kampagne „Für ein libertäres Zentrum in Magdeburg“  in Verhandlungen mit dem Eigentümer des Industriegeländes, der Mitteldeutschen Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft mbH. Die MDSE gehört zu 100% dem Land Sachsen-Anhalt und ist dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt zugeordnet. Die Geschäftsführung erklärte, dass der Callcenter- und IT-Betrieb Regiocom eine Kaufoption auf das Gelände hat. Diese Aussage ist bisher nicht bestätigt. Die Geschäftsführung der MDSE stellte bereits Strafantrag wegen Hausfriedensbruchs, gab jedoch an, diesen im Fall der sofortigen Beendigung der Besetzung zurückzuziehen.

Die BesetzerInnen erkärten, jede Eskalation der Situation vermeiden zu wollen. Sie halten jedoch an ihrer Forderung nach einem Libertären Zentrum fest und werden die Besetzung nicht aufgeben, bis konkrete Verhandlungen oder die Zusage zu einem Ersatzobjekt gegeben sind.

Internetadresse:
http://squatmagdeburg.blogsport.de/

update-edit 8:50h  am 20.5.09 – tickerzeilen: — in magdeburg ist gerade wahlkampf – vorbeifahrende npd-autos werden dort immer wieder gesichtet – es ist zu befürchten, daß die npd dort ins rathaus kommt –  die besetzer sind auf eventualitäten so gut vorbereitet, wie geht, versuchen sich gegen eventuelle überfälle zu sichern wie geht, bräuchten HIER ABER UNTERSTÜTZUNG (!) – generell: sie sind seit samstag (16.5.09) in dem haus – vorher metallwerk, leerstand, planung der stadt für das haus: keine bekannt -das ganze ist ein industriegebiet, sie wollen das eine jetzt eingenommene haus und ein bißchen gelände drumherum – schätzung: eigentlich hätten sie eine gute ausgangslage, mit ein wenig hilfe von außen – aufruf an nebenmedien hiermit. – wn030

Written by wn030

May 20, 2009 at 6:12 am

“Kotti” Berlin. Am Kottbusser Tor in der Hauptstadt machen am 18.5.09 ein paar Leutchen einen auf “Studentenprotest”.

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update / nachbemerkung. sicherlich kann gegen polizeiseitig unternommene versuche, pressefreiheit zu behindern, nicht massiv genug vorgegangen werden. und sicherlich zeigen sich die details einer angelegenheit, auf die wir unerwarteterweise durch die zufällige entdeckung eines schnell gemachten ergänzungs-nebenbei-postings auf indymedia unter “freiräume” stießen, bei genauerer betrachtung in einem licht, das eine angemessene skandalisierung des vorfalls geboten scheinen läßt. trotzdem bleiben wir als wn030 bei unserer unten verbalisierten meinung, die von der ersten linksichtung ausgelöst worden war: “pressegespräche” – zumal gespräche, in denen über den kommenden bundesweiten bildungsstreik gesprochen werden soll, gehören nicht in einen organisationsrahmen, in dem “17+1” sich auf die füße treten. gespräche dieser art gehörten ordentlich organisiert und vernünftig angekündigt. bundesweite bildungsstreiks sind keine angelegenheit für kaffeekränzchen.

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[Berlin Pankberg 19.5.09 – wikinews030] Am 18.5.09 haben einige Berliner Überraschungseier am Kottbusser Tor inmitten des vorsommerigen (und nicht etwa vorsommerlichen) Berlin der Polizei einen kleinen Schreck eingejagt. (Und zwar, um genau zu sein, keinen Schrecken, sondern einen Schreck.) Noch genauer gesagt haben die Berliner Überraschungseier zufällig so tun können, als seien sie fast eine “Sache”, über die  die Berliner Polizei jedoch aus “polizeitaktischen Gründen” nichts genaueres sagen kann. Komischerweise sind jedoch auch einen Tag später bis auf das arme reingefallene vermaledeite Verfassungsschutzexperimentobjekt “jungeWelt”-Blatt im Grunde ein bis auf die Tatsache der erbarmungswürdigen Zeilenpreise und schlicht eine Halsabschneider-BEZAHLUNG – fast – empfehlenswertes Blatt, zumindest wenn man sich gelegentliche und nur einige der dort erscheinenden Artikel genauer vornimmt… – also bis auf ebenDAS Blatt, von dem hier soeben die Rede ist, sind fast andere Medien auf die “Nachricht” hereingefallen und sind der Meinung, daß es gute Gründe gibt, so seine und ihre Bedenken zu haben, ob es sich hier um eine Medienthema”Sache” handelt (über die aus medientaktischen Gründen nicht genauer berichtet werden kann) und wenn ja dann um welche der beiden – das eigentliche hier kurz angedeutete de.indyseitenthema  eines fröhlichen gutgelaunten 19.5.09 unter “Freiräume” oder die dort reinplatzende “übrigens”-Ergänzung.

Aber nur fast. Denn einige der anderen Medien bleiben dabei: indy ist indy, Nachricht ist Nachricht, Thema ist Thema und aber nur Paarpips sind halt nur ein paar pips. Wem die zur Information notwendigen Listenadressen nicht mehr bekannt sind, über die ein paar Radiosender mehr als nur MotorFM (des Seitenthemas) oder ein armer Schlucker (in einem halsabschneiderartig zahlenden Blatt) hätten informiert werden können, der mag sich halt erst einen Tag später an die blaugepuderte Nase fassen.

Womit nicht gesagt sein soll, daß MotorFM zum Beispiel zu diesen zwei speziellen Sendezeiten (kurz nach 6 Uhr und kurz nach 18 Uhr, zur besten Angi-VerarscheZeit) nicht gelegentlich ein absolut empfehlenswerter Sender wäre, da schließlich nicht jeder in dieser Stadt einen Sender gerne den ganzen Tag hören muß, das zwar für Erwachsene sein mag, das aber selbst DIETERinterview-Serien zu senden sich nicht zu schade ist. (“dieter” ist der vorname nicht nur des berliner polizeipräsidenten, sondern auch des derzeitigen angeblichen immer-noch-FU-präsidenten, der nur sich als gewählt bezeichnet, wozu er glaubt, per unistatuten befugt zu sein, sehen halt einige leute anders. und ja, RadioEins kann sich hier nichts ausreden, soweit geht das schon. und zwar kein DIETERinterview-witz oder interview-joke oder sonstiges mit Kopf sondern die sendeten kürzlich eine ganzer Serie solcher tatsächlicher Schmiere-Sachen, genannt “Interviews”, ein andermal genauer dazu.)

Aber kommen wir zurück zu der beinahe-themennahen-Ergänzungsuploadaktion einerseits und dem kleinen Reinfall der jungen Welt vom 18.5. nebenbeiübrigens-andererseits. Ein Journalist behauptet dort (in der jW am 18.5.09), es hätte ein bißchen Polizeistreß gegeben bei studentischen Aktionen in der letzten Zeit hier und da. Die Frage bleibt jedoch – auch wenn  und obwohl das Problem der Polizeipräsenz an und AUF Universitätsgelände allerdings ein seit Jahren kochendes und von Jahr zu Jahr brodelnder pfeifendes ist –, von welchen studentischen Aktionen, Veranstaltungen und sonstigen ‘Actions’ dort die Rede sein kann, wenn selbst die Studenten an der eigenen Uni bei Nachfrage, ob sie von Ankündigungen von “Pressegesprächen mit Studierenden in anderen Ländern” etwas gehört haben, erstaunt an den Schopf fassen sich fragend, was damit schon wieder gemeint sein könnte. Dabei sind diese Studenten an der eigenen Uni vielleicht gar nicht so unbedarft im Suchen nach Informationen und Ankündigungen, sind also damit durchaus befähigt, sich als Aussagereferenz zu bezeichnen.

Daher halten wir hier von wikinews030 uns besser an unsere Informanten, die grinsend die jW beglückwünschen zu einer gelungenen studentischen Ente und dem studentischen Enterich wünschen wir weiterhin viel Erfolg bei der Platzierung nächster Witze, weil wir der Meinung sind – “warum denn auch nicht. wo ein Blatt so mies zahlt, da kann man auch schon mal ein Fast-Thema unterschummeln”.

Ansonsten empfehlen wir zu studentischen Protesten eher

diesen Link hier

als zuverlässigere Informationsquelle zum Thema Bildungsprotest.

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ps. grüße an den kollegen und könnt (oder einer von euch oder zwei oder wieviele auch immer das da immer sind) ihr endlich mal aufhören, unser medium ständig abzusuchen nach dem einen beitrag, der ja laut interview offiziell als ein interview – für den Fall, daß die jW sperrt – dann als interview offiziell für dieses medium hier besprochen war und wenn wr von jW den satz nicht kapiert hat und jb von jW den satz in 20 jahren nicht kapieren wird, dann wenigstens ein paar leser sollten die chance noch haben und JA das NACHUPLOAD des einen beitrags mit DIESEM EINEN SATZ der kommt noch, wird aber wie üblich als eine upload-update-edit-ergänzung nach unten reingesetzt werden und zwar wird der beitrag gesetzt werden in genau diese eine FU-KINDERKRAMthemaseite, die ihr ständig anklickt. JA DOCH! MORGEN VIELLEICHT JETZT IST ZU TUN. und – beim thema dieser seite verbleibend hier – kurzum zur traurigen wahrheit genauer in dem einen studentenprotest-3.0-beitrag, er ist laut unserer backstage-datenbank schließlich nicht wirklich ungelesen und wir bleiben bei dieser meinung. das ganze läßt sich sogar noch knapper zusammenfassen: zuwenig leute zieht immer die bullen an. wen die privat erwischen, wen also die bullen in den eigenen vier wänden sogar überfallen als wäre man das tier, an dem der bulle sich schon immer mal so richtig austoben wollte, den erwischt es privat, daraus werden eben privatklagen. (wenn man die zeit für die findet.) aber wer als student bei thema “studentenprotest” das basis-alphabet der information (meinetwegen auch ‘medienwisschenschaftlicher’ information, wenn´s dann verständlicher wird) nicht beherrscht, dem ist beim besten willen nicht mehr zu helfen. mfg.

(zwei jemands von wn030 schauten gerade zu einem taz-schreibtisch rüber und zwar einem, über dem ein dach sich befindet, von dem man zu diesem einen bestimmten springer-glashaus so rübergucken kann und schauen dann von dort wieder zum schreibtisch zurück und sagen: “HI LIEBE TAZ WIE WAR NOCHMAL DER SPRUCH MIT DEN “ASTA-FRITZEN ” WIR HIER FINDEN DEN NÄMLICH IMMER NOCH GELUNGEN. DEN SPRUCH.)


(…nagut. wenngleich die raucherterrasse von der jW auch einen schicken ausblick hat, zugegeben. was kann das blatt dafür, daß ja WAS KANN DAS BLATT dafür daß es so bezahlt, wie es pro printzeile immer noch bezahlt. wären leute von wn030 beispielsweise demnächst wiedermal bei einer ver.di-veranstaltung – die es ja immer mal wieder gibt – würden ein paar dieser leute von wn030 leuten von ver.di zuflüstern, daß dies genau das thema wäre, über das man sich z.B. bei ver.di unter “ver.di.anern.” genauer mal unterhalten könnte.)


letztes schlußwort:

SOVIEL ZUM THEMA “THEMENNAHE ERGÄNZUNGEN AUF INDY”

und thematisch nähere bildungsprotestlink-empfehlungen.

UPDATE 20.5.09.

am 22.5.09 läuft das germanwide digitales Nachsitzen zu Thema “perfekt vorbereitete Pressegespräche zu studentischen Themen und gelungene Zeitungsenten”. Hier ist der Link und wenn Sie geduldig suchend zum Datum (22.5.09, May 22th 09) herunterscrollen, finden Sie auch den Direktlink dorthin, wo die digitale Nachsitzstunde stattfindet.)

update 2 (am 21.5.09): weil die entengrippe in der zeitungslandschaft derzeit ihre runde macht, hier die beiden zusatz-ergänzungs-indylinks mit dem themenbetreff, sozusagen mit den themenabouts dieser Seite. links, die Sie sicher hier schon erwartet haben. gerne entlassen wir Sie, lieber leser, nicht dorthin, weil: Sie haben von diesem medium hier erst die hälfte erkundet, aber wenn Sie`s denn so zieht: zurückhalten werden wir Sie nicht. link zu Entengrippe 1Entengrippe 2. (was an einem pressegespräch mit studentischen themen ein pressegespräch sein soll, was die studentischen themen da sollen, wenn ein haufen studis sagt: zu spät brüllen ist zu spät entweder vorher richtig informieren oder sich über spüche später nicht wundern” – das – können Sie, lieber leser, anhand dieser entengrippelinks hier selber herausfinden.)

update zum thema “intermediales herumgemotze”. (update 21.5. kurz vor mittag.) auch wenn man gedacht hätte, daß z.b. studis gezielter kommentieren, fühlen wir uns geehrt, einen jüngst gesichteten anmotzversuch wenigstens gefunden zu haben – zwar nur unter entengrippe eins gefunden zu haben – aber immerhin gefunden zu haben. die ergänzung ist zwar an die entengrippe-leserschaft verfaßt, was uns aber nicht davon abhalten soll, die “wortmeldung” dort genauer unter die lupe zu nehmen. begründung: wir fühlen uns davon angesprochen, weil die wortmeldung sich auf eine ergänzung mit einem link zu unserem medium zu beziehten scheint.  unter entengrippe 1 motzt es sich also derzeit wie folgt: “bescheuerte Ergänzung” von steffi (ob steffi m oder steffi w, hat steffi nicht dazugeschrieben) am 20.05.2009 – 20:19 – und zwar des wortlauts: “Finde es gerade etwas merkwürdig wie hier (eine oder mehrere Personen?) den Versuch starten das ganze als Presseente darzustellen. Habe bis letzten Sommer selber in Berlin studiert und war dort auch in einem studentischen café aktiv. Allein zu den jährlichen Wahlen zum Studierendenparlament treten dort mehr als 40 Gruppen an. Einige davon sind zwar nicht so aktiv, aber dafür gibt es auch einige aktive Gruppen die nicht bei den Wahlen mitmachen. Ich kann nur für mich nur sagen, dass ich obwohl ich hochschulpolitisch interessiert und engagiert war von allen Veranstaltungen die in Berlin gelaufen sind rechtzeitig etwas mitbekommen habe. Da es sich bei der Sache am Kotti außerdem um ein Pressegespräch gehandelt haben soll frage ich mich wirklich was einige Leute erwarten – das vorher in der Mensa geflyert wird? …” – daraus läßt sich also erschließen, daß steffi m oder steffi w (eine von denen oder vielleicht sogar beide) im “letzten sommer” entweder im roten café an der FU oder in der krähe “aktiv” gewesen ist, soso. dann belehrt uns steffi m/w, daß  “Allein zu den jährlichen Wahlen zum Studierendenparlament …dort mehr als 40 Gruppen” antreten. von welchem “dort” nun die rede ist, muß der “dort”kenner allerdings alleine erschließen. weiterhin erfahren wir von steffi m/w, daß es  (“dort”) “auch einige aktive Gruppen” gäbe, “die nicht bei den Wahlen mitmachen”, was wir, weniger erstaunt als uns unterstellt werden könnte, sogar sofort abkaufen. Dann fragt steffi m/w, ob die einigen von der entengrippe angesteckten erwartet haben, daß (steffi ist hier ein das/daß-fehler rausgerutschttippt, aber sei´s drum…) daß “vorher in der Mensa geflyert wird?” – der entengrippeseite ist jedoch zu entnehmen, daß  diverse wortmeldungen deutlich auf kosten- und zeitfaktoren analoger mitteilung hingewiesen haben und gerade bei dem hinweis auf vermuteten schnellschuß-extrasuper-pressegespräch-vorbereitungsdrang der profi-orga-leute dort (von welchem “dort” auch immer hier die rede sein kann…) – daß also gerade unter dem hinblick auf die vermuteten randbedingungen der profi-organisation des pressegesprächs sachte hingewiesen wurde, daß das versagen in punkto information VOR dem pressegespräch statt mediengelabere HINTERHER -> daß genau dieses das pünktchen ist, auf das auch dieses medium wie oben zu sehen möglichst freundlich hinzuweisen versucht. es gibt “dort” (“wo auch immer”) einen haufen funktionierende mitteilungskanäle, darunter einige günstigere, schnellere und zuverlässigere (zuverlässigere obwohl gefährlich modern-digitale) als selbst analoge flyer und plakate, die den extraprofi-pressegesprächorganisateuren zumindest zum teil sehr gut bekannt sind. die ausrede zur kommunikations-bauchlandung würde uns daher bis heute sehr. SEHR. interessieren. die wortmeldung / der satz “ich kann nur für mich nur sagen, dass ich obwohl ich hochschulpolitisch interessiert und engagiert war von allen Veranstaltungen die in Berlin gelaufen sind rechtzeitig etwas mitbekommen habe.” ist in diesem themazusammenhung auf den ersten blick ingteressant, bis uns steffi m/w aber die weiterleitung der originalen – rechtzeitig vorinformierenden – a) z.b. listennachricht zugeschickt hat oder b) die adresse einer wikiseite mit dort unter verlauf sichtbarem datum der vorabnachricht – also keine nachgetragene sondern rechtzeitig dort gesetzte vorabinformation,  oder auch den direktlink nach “dort vielleicht so” – mit – ‘dort’ – sichtbarem datum der rechtzeitigen setzung der information – bis wir eines wenigstens davon erhalten, lesen wir diesen satz als eben das: mag sein, daß steffi m/w FRÜHER mal an dieser uni bestimmte infos zu “sachen divers wo auch immer” manchmal rechtzeitig bekam, bis ersie uns jedoch den beweis (mailadressen unter “about dieser seite”) zugeschickt hat, ist das aber kein satz, der IRGENDETWAS mit dem thema “perfekt vorbereitete sonderhyperpressegespräche mit studis von außerhalb und zwar aus dem jahre 2009” zu tun hätte. am wunderbarsten finden wir in dem letzten zitierten satz von steffi das wörtchen “obwohl”, das – lassen wir jetzt aber mal unkommentiert stehen (wie man sieht.). wn030.

UPDATE. und tatsächlich stürzt sich > am 20.5.09 auch die taz < auf das brandheiße Thema des von der Polizei gestörten “Pressegesprächs” – hier werden langsam Details erkennbar. Die Rede ist von sage und schreibe ganzen 17 Studenten, die sich in einem Café versammelt hatten. Zu einem Gespräch mit der “Presse”. Um genau zu sein, mit einem jW-Journalisten. Die taz spricht zwar von “Medienvertretern” in Plural, jedoch ist selbst auf den dritten Blick nicht nachvollziehbar, wie sie zu dieser Mehrzahlformulierung kommt. Also zumindest wn030 kann man vieles vormachen, aber daß eine studentische Kungel-Kaffeerunde von 17+1 sich als “Pressegespräch” von Studierenden bezeichnet, das wollen wenigstens wir nicht übernommen haben. Zu Pressegesprächen mit Studierenden gehören eigentlich mehr. Sowohl auf Studierenden- wie auf Medienseite.

Zurückkehrend vom Gemeckere an studentischen Organisationsfähigkeiten – und hier hapert es in punkto Protestorganisation an der Freien Universität bisher [Stand 26.5.09] an allen Ecken und Enden, so berichten Studierende von fehlenden Informationsangeboten an ihrer Universität zum kommenden Bildungsstreik, der schließlich in nur zweieinhalb Wochen in Deutschland stattfinden soll, und an dem sich zumindest am 19.6. auch studentische Gruppen in Frankreich, Belgien, Spanien und Italien beteiligen werden. Wer digital noch unvernetzt ist, wird in vielen der studentischen Cafés im Hauptgebäude der FU bespielsweise diesbezüglich im Regen stehen gelassen. Auch außerhalb der Universität ergibt sich ein ähnlich enttäuschendes Bild: bis auf vereinzelte zwei bis drei Restplakate zum Bildungsstreik (ab dem 15.6.), die an wenigen Alleebäumen um die FU noch zu sehen sind, ist hier bisher erstaunlich wenig unternommen worden. Innerhalb des Gebäudes wiederum springen ein paar gelbe Aufkleber an den Hauptstraßen der FU-Silberlaube ins Auge, aber auch nur dem, der danach sucht. Gezielt verteilt wurde hier offenbar noch gar nichts oder erschreckend wenig. – Zurückkehrend jedoch vom notwendigen Gemeckere an studentischen Protestorganisations”fähigkeiten”, ergibt die Beschreibung des Vorfalls, wie sie der taz zu entnehmen ist, ein anderes Bild mit neuen Fragen. Lassen wir das “Pressegespräch” außen vor. Hier will der Veranstaltungstitel dem Leser etwas vormachen, was der Leser nicht unbedingt aufgreifen wollen muß. Nehmen wir aber die studentische Kungel-Runde als solche, also als was sie ist, eben als studentische Kungel-Runde, dann wird genau hier trotzdem interessant, weshalb die Polizei nach Gutdünken meint, bei Treffen welcher Art auch immer, Fotografier- und Telefonverbote erteilen zu dürfen. An diesem Punkt wird das Verhalten der Polizei erstaunlich.  Auch das Abführen von  Caférundenbeteiligten zu Einsatzfahrzeugen mit Durchsuchungen und Personalienaufnahmen ist keine Lappalie: polizeiliche Datenbanken zeigen sich nicht selten als digitale Bestie mit viel Appetit,  immer für das Zufüttern mit neuen Namen für neue polizeiinterne Datenvitas dankbar. Umso leichter fällt der Übergriff bei jeder späteren Wiederbegegnung bei – echten – studentischen Veranstaltungen, bei Protestaktionen oder Demonstrationen. Fällt innerhalb einer Auseinandersetzung inmitten eines späteren Interessenkonflikts – beispielsweise des Konflikts zwischen Pressefreiheit und dem illegitimen, von der Polizei jedoch trotzdem häufig gezeigten Interesse am Ausschluß der Öffentlichkeit bei eigenen Vorstäßen ins Rechtlich Fragwürdige –  oder auch inmitten des Interessenkonflikts zwischen dem Anspruch auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit und dem Interesse von Einsatzleitern, deren Kenntnisse von Grundrechten nachweislich selten lückenlos sind – das Stichwort, der/die sich im Konflikt mit der Ordnungsmacht Befindliche sei “bei uns bereits bekannt”, wie manchmal die Formulierung hierfür lautet, wird umso hemmungsloser, unkontrollierter und tabufreier zugeschlagen. Insofern ist auch die willkürliche Abführung von einem Cafésitzplatz und anschließende Personalienaufnahme keine Lappalie…

Written by wn030

May 19, 2009 at 12:26 pm

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“A 100 versenkt.” Der 17. Mai 2009 brachte in Berlin sogar ein Ergebnis. – oder doch nicht?

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[kurzinfo wn030 17.5.2009  Berlin Lichtenberg.]

Am heutigen Tage haben in Lichtenberg bei einer Abstimmung des SPD-Landesparteitages 118 Menschen gegen 108 Autofanatiker gestimmt und dadurch  geholfen, die Pläne vereinzelter Berliner Regierungsmitglieder zu versenken, die vorhatten, die Hauptstadt mit weiteren Asphaltstrecken und kinderfeindlichen “Verkehrs”plänen zu verschandeln.

Der Tagesspiegel, der noch im September 2008 so sehr um “das neue Vorbild” der Bürgerinitiativenbewegung bangte, mag also getrost aufatmen: Carsten Joost gibt das Titelzitat mit der Versenkungsmitteilung offiziell bekannt und ob der ‘Herr Bürgermeister’ tatsächlich Pläne aus Schubladen zu ziehen versuchen wird – um, wie unter Protestgrillenveranstaltern noch skeptisch gemunkelt wird, die Autobahnpläne eventuell hinterrücks doch noch durchzudrücken – ob er dies tatsächlich versuchen wird nach der heutigen Entscheidung in Lichtenberg, das muß erst die kommende Woche in Ruhe entblättern (update: oder das kommende Jahr).

Voilá Nachweis: Dem “Vorbild”  geht´s noch ganz prächtig. Gestatten, Carsten Joost neben dem in den Strampelhosen.

Foto: Anna Panek

update. am 29.5.09 informiert jedoch die taz, daß die SPD-fraktion entgegen dem beschluß des landesparteitages an der A100 festhalten will. wowereit wird laut taz von der CDU zum “harten durchgreifen” für die A100 aufgefordert.

Brunnenstraße 183 sieht immer röter. UPDATED.

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update. kundgebung vor dem roten rathaus in berlin – am freitag – dem 22.5.2009 – details hier (klick.)2. update – kurzbericht, fotos: auf dieser seite. scroll down for it. – UPDATE. RÄUMUNGSTERMIN STEHT FEST – scroll down. – nach-update: räumung brunnenstr 183 am 24.11.2009

der folgende Inhalt ist urheberrechtlich geschützt. Entwendung (Kopie mit Platzierung an anderer Stelle) wird gerichtlich verfolgt. textcode option included. Reprint nur auf ausdrückliche Anfrage möglich.

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Brunnenstraße 183 sieht immer röter.

Mit einer Soliaktion macht das Haus Brunnenstraße 183 auf seine bedohte Lage aufmerksam

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Überrascht hebt die Spaziergängerin die Augenbrauen. Erst jetzt fällt auch ihr der kräftige, nur leicht aufgehellte bordeauxrote Anstrich des Wasserbassins auf. In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai hatten Unterstützer des Hausprojektes Brunnenstraße 183 zwei Straßenübergänge – einen für die geordneteren Geister und einen für leicht Angesoffene – über die Brunnenstraße gemalt, die vom bedrohten Haus bis zum Park führen und in einer neuen kriegsroten Bemalung der Bassinumfassung enden. Die Spaziergängerin – sie hat im Wendland viel mitgemacht, sagt sie – macht sich Sorgen über die Haltbarkeit der Farbe. “Wie lange der Effekt wohl anhält?”


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Die Nerven liegen blank. Wenn auch Nachbarn, Unterstützer und Einwohner der Brunnenstraße 183 nach Kräften versuchen, ihre Nervosität und Unsicherheit über die eigene Zukunft in kreatives Potenzial umzuwandeln, so – kräftig schlägt derzeit der bordeauxrote Puls um den Weinbergswegpark.

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Tatsächlich macht das Tauziehen um das begehrte Gebäude bei genauerem Hinsehen auf die Interessentenetage jedoch einen stark konfusen Eindruck. Während auf der einen Seite der Sprecher des Finanzsenats, Clemens Teschendorf, die leicht angequetschte Lage des Finanzsenats der taz gegenüber mit den Worten erklärt, daß Michael Manfred Kronawitter für das von ihm einzig akzeptierte Ausweichgelände für sein Mehrgenerationenhausprojekt – die Ackerstraße 29 – die für die Direktvergabe unabdingbaren Kriterien nicht erfüllt (wobei er sich bemüht, Kronawitters Ablehnung einer zuvor vorgeschlagenen weiteren Ausweichadresse in der Borsigstraße ausdrücklich auf den Tisch poltern zu lassen), erklärt Herr Kronawitter erstaunt, daß er gerne einmal die Gelegenheit erhalten hätte, mehr über die besagten Kriterien zu erfahren. Gerade, was das Potenzial der angeplanten Arbeitsstellen anbetrifft, sieht sich Michael Manfred Kronawitter entgegen den – zugegeben – kläglich erscheinen müssenden 13 angeplanten Arbeitsplätzen im Modedesigngewerbe, die die Joop-Tochter Jette anzubieten hat, durchaus am stärkeren Hebel.

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Kronawitters Projekt ist, wie er ausführt, mit dem Mehrgenerationenhaus als solchem noch lange nicht abgeschlossen. Wie genau das von ihm angedachte Stadtteilcafé von der Belegschaft her ausgestattet wäre, hatte der Finanzsenat von ihm noch nicht zu erfahren versucht. Auch weitere im Haus anzusiedelnde kleinere Gewerbe aus dem medizinischen Spektrum schweben Kronawitter vor. Den Einwand, daß jeder Stadtteil ab einer bestimmten Cafédichte naturgemäß um die letzten Bäckereien und Tante-Emma-Läden zu Felde ziehen muß, nimmt Kronawitter wahr, sieht hier jedoch das Ende des Gesprächs noch nicht erreicht. Café sei nicht gleich Café und ein Stadtteilcafé in einem Mehrgenerationenhaus hätte seiner Meinung nach durchaus Chancen auf Akzeptierbarkeit. Nun – verifizieren oder falsifizieren läßt sich das derzeit schwerlich. Kronawitter bemüht sich nachzufügen, daß er einer weiteren Ausgestaltung seiner Projektangebote gegenüber aufgeschlosssen ist, wobei er gelassen betont, daß 13 Arbeitsplätze bei welcher genauen Ausführung auch immer von ihm leicht getoppt werden können. Wenn man ihm denn die Chance läßt.

wort

Ungefähr so sieht die derzeitige Problemlage aus einem der möglichen Blickwinkel aus. Der Finanzsenat bedauert, daß Kronawitter die Borsigstraße nicht angenommen hat, was Kronawitter mit einem Achselzucken auf den Finanzsenat schiebt. 13 Modearbeitsplätze werden auf bisher noch nicht gründlicher ausgeleuchteten Wegen zu unverrückbaren Kriterien, die die Direktvergabe – bisher – offiziell einzig an die Joop-Tocher möglich machen, wie die Berliner Gerüchteküche, vom Finanzsenat unwidersprochen, vermeldet. Jedoch – so sehr die Hamburger Seeluft möglicherweise auf Dauer auch Lust machen kann auf neue Stadtkiezatemzüge, so wenig ist unter den derzeitigen Vorzeichen hinnehmbar, daß dafür ein ganzes Hausprojekt mit Einwohnern, Übernachtern, bösesten pinselschwingenden Bösewichtern und – unter uns – einmaligem Kellerkneipenort – den Platz zu räumen hat.

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absatz

Nebenbei bemerkt, handelt es sich hier um einen Kneipenort, der – Sommermonate in Großstädten sind nicht nur HipUndTripHopFans ein Begriff – den Vorlieben seiner Gäste folgt, da er sie genüßlich teilt. Soll heißen: ausgeschenkt wird derzeit im Hof selbst, an der nicht ungefährlichen frischesten Kiezasphaltluft, der Luft aus aufgeheizten Steinen, aus Grillholzduft und Farbenodeur. Was wiederum den Vorteil mit sich bringt, daß nunmehr die rege interessierten und allnächtlich durchaus weiterhin unzaghaft vorbeispazierenden touristischen Kunstliebhaber – in Begutachtung ihrer Rezeptionsfähigkeit (nämlich der  Fähigkeit zur Rezeption der Kunst als solcher) betrachtet und manchmal auch lauthals life kommentiert werden. Warum? Nicht nur die Kunstaktion selbst hat sich schneller in der Stadt herumgesprochen als manchem Zeitungsredaktionstisch bewußt sein könnte. Auch das Hinweisschild auf die derzeitige Ausstellung im Kellerraum neben dem Winterort der Kellerbar hilft ein bißchen bei der touristischen Spurensuche.

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Derzeit bestaunt werden kann – in der Kellergalerie – eine Gruppenausstellung von vier Künstlern, zu denen eine noch junge und sehr bescheidene Künstlerin zählt, die ihre Sprachkenntnisse schon von weitem herunterzuspielen versucht (“ist nur Ukrainisch, ist kein Russisch!”) – fast wäre ihr der Witz gelungen. Seien Sie also auf der Hut, wenn Sie in den nächsten Tagen den Kellerraum betreten, die Ausstellung hat es in sich. Der eigentliche Hauptkünstler des Hauses – “Kenji himself” – hat es bisher vorgezogen, im unsichtbaren Hintergrund zu verbleiben und seine stilistische Ausstrahlung auf die Künstlerfolgegeneration als solche wirken zu lassen. Wer Kenjis Kunst kennt, erkennt die Linienführung auf Anhieb, nur – in einer weiter tradierten jüngeren Form. Auch Eric Meßloh wäre erstaunt, wieviel an seinen Stadtkunstspuren bisher schon Eingang gefunden hat in das Grundalphabet der neuesten Malergeneration.

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Kenji. Richtig. Die Rede ist hier von demselben Künstler, von dem die Medien der Stadt – die printenden Printmedien dieser Stadt – viel zu erzählen gehabt hatten, nachdem Günter Graß seinerzeit in der Galerie am Berliner Prater (Pratergalerie) zu Besuch vorbeigekommen war, “um sich einmal richtig von einer jungen Künslerrotznase Paroli bieten zu lassen”. Kenji, richtig, genau derselbe Kenji von einer beinahe schon vergessenen Ausstellung aus einer alten, verstaubten Berliner Zeit fast ganz knapp nach dem Mauerfall, jedenfalls kurz nach der Eröffnung des Berliner Prater und noch gemächlich zu Zeiten, als besagte Pratergalerie noch auf der Gegenseite der Straße  (die Rede ist von der Kastanienallee) vor sich hin residierte. Besagter Kenji, der nicht nur in Printmedien auf die Ausstellungsbesucher Eindruck gemacht hatte mit einer Fähigkeit, wie sie nur von echten Künstlern gelernt werden kann. Fragen Sie die damaligen Ausstellungsmacher, die könnten Ihnen heute noch Details erzählen, was es heißt, wenn ein Künstler sich einen Raum NIMMT. Oder sagen wir ihn BESETZT. Und was das im Rahmen eines Ausstellungsprojektes bedeuten kann – für die Galeristen, für Grass, für Kenji und für den damals täglich rappelvoller werdenden Raum, voller mit Kunst, und zwar frischester, direkt vom Ausstellungsraum, der von Kenji kurzerhand zum Life-Atelier umgeformt wurde. Für einen Raum, der sichtbar und anschaulich täglich voller werden konnte und durfte mit Kunst frisch vom  betrachtbaren Schöpfungsprozeß und von dort direkt an die Wand.

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wort

Kenji himself ist der Künstler der Brunnenstraße 183. Noch hat er keines seiner Werke zur derzeitigen – im übrigen erst kürzlich neu umorganisierten – Ausstellung beigesteuert. Dieser Moment wird nun täglich erwartet.

apk für wikinews030

Edit. für die versehentliche Vornahmensvertauschung entschuldigen wir uns ausdrücklich. Im ursprünglichen  uns zugesandten Text stand der Nachname, da sich die Interviewbeteiligten des Telefongesprächs zwischen Berlin und Passau nach Aussage des einsendenden Journalisten als Nachnamenträger vorgestellt und dementsprechend unterhalten haben. Wir bedanken uns für die prompte Korrekturanfrage des Interviewpartners. Der Vorname ist noch in der Nacht vom Freitag auf Samstag 15./16.5.09 korrigiert worden. wort





Link zu weiteren Bildern

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update 21.5.09 – zwischenmeldung – derzeit scheint sich im kunstbetrieb etwas um die brunnen 183 zusammenzubrauen. hier ein ausschnitt aus einer kürzlich gesichteten verteilerinfo:

ausstellung für brunnenstraße 183 in kellergalerie brunnenstraße 183 in planung hintergrund thema auf [link]

schnellkonzept der ausstellung auf

http://wiki.bildung-schadet-nicht.de/index.php/Ausstellungskonzept_brunnen_183

bitte schnell durchgeben ob Du dabei bist brauchen antwort innerhalb der nächsten zwei tage.

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absatz

UPDATE 22.5.2009 – 21 h

Kundgebung vor dem Roten Rathaus

[wn030] Für den heutigen Freitag, 22.5, haben Aktive, Bewohner , (eine Sprecherin), Künstler und Gäste der Brunnenstraße 183 zusammen mit Aktivisten der WBA-Kampagne (Wir Bleiben Alle) zu einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus aufgerufen, um über die bedrohte Lage des Hauses und die jüngsten Entwicklungen auf dem stadtpolitischen Parkett zu informieren. linkupdate: auch de.indymedia berichtete relativ früh darüber.

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wort

update 23.5.09 9h, 25.5.09 12h

Improvisationstheater am Neptunbrunnen

eine Politkunstrezension von apk

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wort und absatz

Mit künstlerischer Unterstützung und Verstärkung der Kampagne WBA (Wir Bleiben Alle) konnte das Berliner Hausprojekt Brunnenstraße 183 am Freitag, dem 22.5.2009 um 16:30 eine Kundgebung vor dem Roten Rathaus (Berlin Alexanderplatz) abhalten, die bei genauerer Betrachtung auch als Politkunstperformance bezeichnet werden könnte, abgehalten für Zuschauer, Passanten, Touristen, (Fotografen) und vorbeifahrende jobbeschäftigte Rikscha-Kutscherinnen bzw. ihr ansehnliches Hinterteil (die Kutscherin hatte es beim showbewußten Vorbeifahren an der Transparent-Vorderlinie der Kundgebung eilig). Die Bezeichnung der Kundgebung als eine solche (eine Politkunstperformance) ist möglicherweise gar nicht so abwegig, wie auf den ersten Blick vermutet werden könnte, es haben sich schließlich durchaus einfallsreiche ausstellende junge Künstler – sowie theatralisch wie pantomimisch Erfahrene gehobenen Alters – am inhaltlich voluminösen Tagesgeschehen der Hausprojekteszene beteiligt. (Quantitativ kann zugegeben werden, daß zumindest geschätzte 90-110 Zweibeiner eigens zur Aufführung gekommen sind, was die Besuchszahlen so manches angestaubten Theaterstücks immerhin locker toppt und einige beschäftigte Dramaturgen wie Spielhausleiter vor Neid erblassen lassen könnte).wort

[nahaufnahme schauspieler gehobenes alter ” neumitteberliner sucht nach dem besten empfang für sein notebook”, szenenfoto kommt] [nahaufnahme “ukrainisch, nicht russisch” mit barkeeper]

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Foto: (c) Anna Panek. Lizenz zur Verwendung auf dieser Seite direkt erworben.


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Der Anlaß dagegen – die derzeitige Situation der Brunnenstraße 183 – ist weiterhin ernst. Die Ankündigung versprach neben der eigentlichen Kundgebung auch ein Pressegespräch zum Thema, letzteres wurde schließlich auf das Medium „schnödes Blatt gedrucktes Papier“ geschoben und den Interessierten als Pressemappe in die Hände gereicht. Die Mappe der „Projektkoordination Mitte-Wedding-Prenzlauer Berg / Brunnen 183 Soligruppe“ faßt die Lage dreier bedrohter Hausprojekte in Berlin zusammen und konzentriert sich auf Details der derzeit in den Fokus spekulationslüsterner Aktivitäten auf dem Berliner Politischen Parkett geratenen 183 zusammen.

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Wenige Tage nach der Kundgebung macht der Finanzsenat [am 25.5.09] nur zögerliche Anstalten, von seiner Position abzurücken. Unter Verweis auf Rechte Dritter auf Geheimhaltung (wirtschaftlich bedingte private Rechte auf Geheimhaltung der zweiten Ackerstraßen-Interessentin, der Hamburger Joop-Tochter) sind Details zur Kriteriumentscheidung, also der für die Direktvergabe des Auswechobjektes Ackerstraße notwendigen “Hauptstadtrelevanz” sowie der Prozedur der Entscheidungsfindung nicht zu erfahren. Manfred Kronawitter teilte jedoch dagegen schon am 15.5.09 mit, daß er vom Finanzsenat nach Details seines Projekts, nach einer detaillierteren Projektbeschreibung und auch nach einer Möglichkeit, die potenziellen Arbeitsplätze seines Gegenvorschlags  zu nennen nicht gefragt wurde. Eine Mitteilung zum genauen Datum der “Kriteriumentscheidung” steht bisher noch aus (Stand 25.509). Der Sprecher des Finanzsenats, Clemens Teschendorf, teilt (am Nachmittag des 25.5.09) wikinews030 gegenüber jedoch mit, daß er nicht wüßte, was dagegen sprechen würde, die Frage der Kriteriumbewertung neu zu stellen – nach einer hierfür notwendigen, entsprechenden formell ausführlichen Projektpräsentation durch Kronawitter mit einer Nennung anderer Arbeitsstellen als der bisher in früheren Projektbeschreibungen des geplanten Mehrgenerationenhauses von ihm genannten Baugruppen. Da jedoch der andere Interessent sich hier aus der Sicht des Finanzsenats bisher eindeutig stärker präsentiert hat, wäre Herrn Kronawitter – so Teschendorf – zu empfehlen, eine genaue und ausführliche Projektbeschreibung möglichst bald auf den Tisch zu legen. Er legt dem bisherigen Eigentümer  der Brunnenstraße 183 nahe, sich hierzu mit dem Liegenschaftsfonds in Verbindung zu setzen. Klaus Wowereit, der sich mit seiner Unterschrift in die Unterstützerliste des Hausprojektes Brunnenstraße 183 bereits 2006 eintrug, hat [bis zum Abend des 25.5.09] noch keine Stellungnahme abgegeben.

[…kurzabsatz zu wowereit… ein paar sätze zu kronawitter, die den o.g. faden wieder aufgreifen…]

[noch ein absatz…hier zurück zum kustperformance-rezensionston..hier wäre genau der platz für den an benjamin angelehnten demo-flaneur.]

[ernster, ganz ganz ernster abschlußabsatz, zurückschweifend zum thema und abschluß mit geige, cello und trompeten.]

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die pdf-ausgabe der pressemappe zur kundgebung mit pressegespräch vom 22.5.09 ist hier zu finden.

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Update wn030. am 27.5.09 9h erfahren indymedia-Leser, daß der Räumungstermin für die Brunnenstraße 183 feststeht. Die Webseite der Brunnenstraße 183 informiert, daß die Räumungsbescheide am 26.5.09 zugestellt wurden. Manfred Kronawitter verweigert bei einem Interview mit wn030 vom heutigen Tage Einsicht seiner Mitverantwortung für die Situation. Die näheren Umstände des Interviews – die Art der von Kronawitter gestellten Fragen wie u.a. die Bitte um Zusendung der Telefonnummern des Liegenschaftsfonds – lassen vermuten, daß Kronawitter selbst bisher nicht allzuviel unternommen hat, um den Kompromißweg mit mehr als Worten zu beschreiten. Auch wenn Kronawitter selbst dies mit Verweis auf mehrere Reisen nach Berlin zu informellen Gesprächen vor Ort anders sieht – alleine die Unkenntnis der Liegenschaftsfonds-Formalitäten ergibt hier ein anderes Bild.  Wie dem auch sei – ob es nun Kronawitter im letzten Augenblick gelingt, hier in seinem eigenen Interesse tätig zu werden oder nicht, es wäre schade um seine vertane eigene Chance auf die Ackerstraße, wenn nun immerhin seitens Kronawitter offiziell von 18-20 langfristigen Arbeitsplätzen im sozialen und medizinischen Sektor gegenüber den 13 Joop-Arbeitsplätzen der Modebranche gesprochen wird (Quelle: Interview wn030 mit Kronawitter vom  Morgen des 27.5.09. Kronawitter unterstreicht die Zahl als eine feste und belegbare durch seine Planung sozialer Einrichtungen im anvisierten Mehrgenerationenhaus). Bei einem Durchziehen des Projekts in der Brunnenstraße aber sorgt er mit der nun drohenden Räumung selbst für einen möglichst miserablen Start und ein schwerlich erfolgsversprechendes Bild, das er damit zwangsläufig in den Medien abgeben wird –  als Mitverantwortlicher für jeden möglichen Schlagstockeinsatz, für jeden Übergriff eines für die Räumung eingesetzten Beamten. Dieser Start dürfte jeden Projektversuch in der Brunnenstraße auf Jahre prägen. Eine Tatsache, die zur notwedigen Korrektur von Planungen wirtschaftlicher Aussichten in der Brunnenstraße zwingt in einer Stadt, die sich mit gutem Grunde gegen Auswüchse einer unkontrollierten Gentrifikation ihrer Kieze (oft fälschlich “Gentrifizierung” genannt) und gegen die Schleifung von für die  traditionsträchtige Berliner underground-Kulturszene und somit auch für den touristischen Faktor relevanten Projekten wehrt. Unnötig zu unterstreichen, wie stark Manfred Kronawitter selbst die Vermutung bestätigt, daß ihm bisher das volle Bewußtsein seiner Mitverantwortung für die mögliche Eskalation des Konflikts wie auch für die in der Folge auf das negative Image seines eigenen Projekts zurückwirkernden Medienstimmen fehlt: “Dann wird halt geräumt” äußert Kronawitter aus der bequemen Entfernung Berlin – Passau nasal während des Interviews. Auf diesen Punkt bzw. dieses Erscheinungsbild wiederum will wohl auch der Finanzsenat hinaus, wenn er – wie kürzlich wn030 gegenüber geschehen (s.o., 15.5.09) – äußert, daß es sich hier um einen “privaten Konflikt” zwischen dem Eigentümer und den Bewohnern der Brunnenstraße 183 handele. Sowohl der Finanzsenat als auch der eigentlich verkaufswillige Eigentümer versuchen somit derzeit, ihre Hände in Unschuld zu waschen. Ganz so leicht sollte Berlin es den beiden eigentlichen Konfliktpartnern – Finanzsenat (der bisher immer noch Jette Joop zu bevorzugen gewillt ist) und der in Projektpräsentationsdingen offensichtlich noch unerfahrene Manfred Kronawitter – nicht machen. Lakonisch schließt Kronawitter das Interview (vom 27.5.09 morgens) mit der Bemerkung ab, daß er sich ab morgen (28.5.09) im Urlaub befindet und ab da für Anfragen nicht mehr zu sprechen sein wird. Kronawitter mag in Urlaub fahren und hoffen, so dem direkten Medienansturm bei der nun in Aussicht stehenden Räumung zu entgehen. Sein Name und das Ansehen seiner Person werden sich jedoch nicht im Urlaub befinden, wenn sich Kronawitter der Öffentlichkeit als Eigentümer eines Hauses präsentiert, der Kompromißangebote seinerseits nur halbherzig annimmt und die Räumung, sie dem Kompromiß vorziehend, mutwillig vorantreibt als das scheinbar gute Recht eines Passauer Eigentümers. Gleichzeitig dürfte auch der Finanzsenator nicht von Vorwürfen freigestellt werden können, die Situation durch die bisherige Vorzugsbehandlung der Joop-Tochter in einen Koordinatenpunkt jenseits der Manövrierfähigkeit und damit mitten in die Eskalation hineingesteuert zu haben.

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update. 28.5.09. wn030.

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Während eines Gesprächs mit wn030 (vom Mittag des heutigen Tages) teilt Manfred Kronawitter mit, daß er sich am gestrigen und heutigen Tage mit Einzelpersonen im Finanzesenat und Liegenschaftsfonds in Verbindung gesetzt hat. Bei einem der Gespräche zwischen Kronawitter und Ansprechpartnern sei ihm – entgegen des kürzlich gegebenen Signals – von offizieller Seite (die Person wollte Kronawitter nicht namentlich nennen) mitgeteilt worden, daß “er für die Ackerstraße nicht in Frage” komme.

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Bei einem Interview mit Holger Lippmann, dem Geschäftsführer des Liegenschaftsfond Berlin, teilte Lippmann wn030 gegenüber (am 28.5.09 15:45h) mit, daß der Liegenschaftsfonds einen Verkaufsauftrag für die Ackerstraße an den Chorverband und an die Joop-Gruppe habe. Hier sei zwar das Baurecht unklar, was zur Verzögerung der Verhandlungen führe, jedoch könnten Verhandlungen mit anderes Interessenten durch den fest stehenden Verkaufsauftrag nicht geführt werden. Holger Lippmann unterstreicht – hierbei analog in der Begründung mit Clemens Teschendorf – sein Unverständnis über die Absage Kronawitters bei der ihm einst als Ausweichobjekt genannten Borsigstraße.

Kronawitter könne sein – nun ausführlicheres – Projekt einreichen, dessen Hauptstadtrelevanz neu geprüft werden kann, bei einem positiven Ergebnis würde sich der Liegenschaftsfonds bemühen, Kronawitter ein Ausweichobjekt anzubieten.
Das Ausweichobjekt müsse hierfür jedoch frei verfügbar sein. Holger Lippmann wiederholt, daß dies bei der Ackerstraße nicht der Fall ist. Er begründet die Irreversibilität der Entscheidungsfindung mit der Gebundenheit des Liegenschaftsfonds, der mit den Risiken der Interessentin zusammenhänge. Bereits getätigte Planungsinvestitionen der Interessentin können, so Lippmann, nicht übergangen werden. Damit wendet er sich gegen die kürzlich (s.o.) getätigte Aussage von Teschendorf, der das Direktvergabeverfahren als prinzipiell für Kronawitter noch offenes bezeichnet hatte.

Somit steht also fest, daß die städtischen Entscheidungsträger über die Köpfe von Bezirksabgeordneten wie auch über den Kopf des Bezirksbürgermeisters [link1 link2] hinweg einen Verkaufsentschluß an die Hamburger Modedesigner-Tochter durchzuführen gewillt sind, obwohl die Stadt genügend eigenen Nachwuchs in dieser Branche vorzuweisen hat und ihr Bedarf an einem Modebranche-Neubau mit 13 Arbeitsplätzen eher gering ausfällt  – der Deal wird sich schwerlich als verantwortungsvolle Hauptstadtplanung vermitteln lassen. Wie genau die Joop-Tochter zu dem Stempel der “Hauptstadtrelevanz” mit diesem Projekt gekommen ist, die erst die Direktvergabe an sie möglich macht, sollte weiterhin eine interessante Fragestellung bleiben.

Was die Brunnenstraße selbst betrifft, wird wohl alles davon abhängen, wie stark die Abhängigkeit vom leicht mittelalterlich anmutenden Ehrenkodex bei Manfred Kronawitter verankert ist. Bisher reagiert Kronawitter ausschließlich mit Enttäuschung und trotzigem Durchsetzungswillen. Zur Borsigstraße gab er (s.o.) kaum ein ernstzunehmendes Kommentar und bei dem am heutigen Tage geführten Gespräch mit wn030 ließ er erkennen, daß ein weiterer Verzug bei der Entscheidungsfindung und der Suche nach einer annehmbaren Alternative sein eigenes Projekt gefährde und er selbst dadurch unglaubwürdig würde.

Wie glaubwürdig wird aber ein Mehrgenerationenhaus mit sozialen und medizinischen Einrichtungen, das auf dem Rauswurf von Bewohnern, Künstlern und (u.a. touristischen) Gästen basiert, zu dessen Umsetzung die Hilfe der Berliner Polizei in Anspruch genommen wird? Wie glaubwürdig kann eine auf Gewalt gebaute soziale Einrichtung wirken? Räumungsszenarien sind traditionell angehäuft mit Szenen der Entgrenzung, seitens beider beteiligter Seiten: seitens der Seite, die um das angestammte Dach über ihrem Kopf kämpft wie seitens der Polizei, die nicht nur bei Räumungen gerne über die Strenge schlägt, wie die Medienwelt aus vielen Beispielen zu berichten weiß [ein Beispiellink von vielen ein zweiterein drittes Beispielein viertes].
Entgrenzungen dieser Art können aus Passau nicht kontrolliert oder eingeschränkt werden, ein gedrückter Knopf ist für die Polizei ein gedrückter Knopf, ein erlaubter Einsatz.

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Der Knopfdruck aus der Enfernung mag leicht getätigt werden, seine Spätfolgen könnten sich als langanhaltender erweisen, die Halbwertzeit der Nachwirkung als länger denn vermutet.

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Ob Kronawitter es schafft, sich zurückzulehnen und sich selbst zu fragen, was genau zu der Eile bei der Umsetzung treibt, ob er die Signale wahrnimmt, die ihm mitteilen, daß Alternativen möglich sind nur, wenn auch er bei der Suche nach ihnen sich als kooperationswilliger erweist, ist nach den bisherigen Interviews noch stark in Frage zu stellen. Kronawitter verbleibt hier auf der Position, er hätte bisher genug unternommen und lange genug gewartet.

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Written by wn030

May 15, 2009 at 6:45 am