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Antinationale Parade in Berlin – Mai 2009. – update: anschlag auf straßentapete.

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(vorab-entry wikinews030, 21.5.09, ankündigung und platzhalter.)

Antinationale Parade in Berlin.

am 23.5.09 findet in berlin eine von verschiedenen antifa-grupen veranstaltete antinationale parade statt, deren ankündigung bereits einigen medienwirbel aufgeworfen hat. die bloq-seite “top berlin” informiert unter diesem link weiter unten zu ersten medienstimmen, darunter auch zum textgewerk eines entsetzten zeitungsschreibers (in der MoPo, wo auch sonst), der das plakat, das so griffig an tatsachen urdeutschester wesensarten erinnert, am liebsten vor den keuschen augen der dankbar ob des verfassungsseitig garantierten asylrechts  auf knien brav und still zu sein und zu bleiben habenden ausländer verstecken möchte. mölln, solingen, hoyerswerda gab es für solche schreiber nie und wird es für derart verfassungsschützerisch verfaßte schreibarten wohl auch nie geben, selbst wenn die städte und stadtteile andere tatsachen nennen (siehe hierzu die von glietsch und körting zugegebene lückenhaftigkeit der polizeistatistik im bereich rechtsextremer straftaten, zu finden hier auf wikinews030 nach kurzem suchen).

das plakat ist gut gelungen und hat auch auf wikibildung zu ersten – wahrscheinlich studentischen – schriftlichen stimmäußerungen geführt, die dafür plädieren, bei der hängung der plakate auf gute sichtbarkeit zu achten (und sie vor herumlaufenden hobbyzeitungsschreibenden christophs gut zu sichern).

an dieser stelle werden in den weiter unten hoffentlich sichtbar werdenden zeilen mit einiger wahrscheinlichkeit ab dem 23.5.09 ca. 22 uhr kurzberichte  zu dieser parade erscheinen (oder auch längere beiträge, vielleicht sogar mit gelungenen fotografischen beitragsillustrationen, einsendungen sind uns jedenfalls  angekündigt worden), wir werden uns von ihnen genauso überraschen lassen wie Sie, lieber leser. angekündigt ist die veranstaltung selbst für 18 uhr – am samstag, dem 23. mai 2009 –  start am rosa-luxemburg-platz. wn030

[update 21.5.09]  Aber vorerst vielleicht – bevor der 23.5.09 heranrückt – ein bißchen kurzprosa.

Imagine – einen Samstagabend in Berlin. Imagine – eine Antinationale Parade am Rosa-Luxemburg-Platz um sechs Uhr nachmittags. Imagine – während der Parade ein Polizeiaufgebot, das sich in Anzahl und Zielausrichtung seltsam mit der genannten Aussage des Innensenators wie auch des Polizeipräsidenten in Berlin beißt. Imagine – um einen “nur so vor sich hin – natürlich ganz unpolitisch -” Tromsö-Kleidung in aller Ruhe weiterverkaufenden Laden  herum – ein Polizeiaufgebot, das man selten erlebt hat. Ein Aufgebot in immenser Multiplikation des Aufgebotsdetails, das Sie in der folgenden Aufnahme betrachten können. Der hier sichtbare Hundestaffelwagen der Berliner Polizei wurde vor dem hier ebenfalls sichtbaren Nazi-Shop (einem Tromsö/Tönsberg-Laden in direktester Nachbarschaft zur politkulturhistorisch nicht eben unbeleckten Volksbühne) platziert, aufgenommen zum Zeitpunkt,  als eine Demonstration weit ab vom Laden vorbeilief:


Image Hosted by atpic (c) anna panek

Foto: Anna Panek. Datum: 28.3.09. Finanzkrisedemonstration Berlin, die Demonstration selber zog zum Zeitpunkt der Aufnahme einige Straßen entfernt  vorbei.

Angesichts der sich hier darbietenden – Indizien – sind wir als Medium jetzt schon gespannt auf die “Polizeistatistik” des kommenden Jahres. Die Ziele der zum Einsatz kommenden Beamten – und. wofern. dann auch jeder eingesetzte Schlagstock. in den Händen von. immer noch anonymisierten Uniformen, die immer noch ohne personifizierte Kennzeichnung auf Demonstrationen zu Einsätzen geschickt werden, wird, soweit es in unserer Macht steht, minutiös dokumentiert. wn030.

update. am 22.5. nachmittags kommentiert die volksbühne “literaturkunstzufällig” wie folgt:


Image Hosted by atpic (c) anna panek

und gegen etwa 18:20 am tag vor der antinationalen parade ist der genannte tönsberg-laden noch immer in direktester nähe und sieht aus, wie in dem folgenden bild zu betrachten: (klick führt zur kurzen entstehungsbeschreibung des bildes.)


Image Hosted by atpic (c) anna panek

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update 22.5.09, früher morgen. vor dem 23.5. müssen wir kurz unterbrechen für eine hereinfliegende kurzmeldung.

NAZIANSCHLAG AUF STRAßENTAPETE [BERLIN]

In der Nacht vom 21.5.09 auf den 22.5.09 wurde in der zeit zwischen 0:30 Uhr und dem frühen Morgen ein Anschlag auf die HEFTBAR STRAßENTAPETE (Kopenhagener Straße, Berlin Prenzlauer Berg, neuberlinerisch Pankow) verübt, der sich bei genauerer Betrachtung der Ziele (angepeilt und getroffen wurde Kunst von diversen Berliner Straßenkünstlern, unter anderem von Dani, der als antifaschistisch aktiver Künstler bekannt ist sowie Plakate aus ‘verblichenen’ AstA-Zeiten an der FU – Interpretationen älterer Plakatdesigns – sowie studentische Protestplakate aus den Jahren 2005-07) nicht anders denn als ein Nazi-Anschlag darstellt. Der Anschlag könnte mit zwei vor wenigen Nächten in der Straße gesichteten Nazi-Figuren zu zun haben, die in der Nähe der Straßentapete (beim “unauffälligen Vorbeilaufen”) gesichtet wurden. Während der Sichtung konnte den besagten Nazifiguren nicht auf die Pelle gerückt werden, weil sich hier Leute gleichzeitig um die Rettung eines Cellos gekümmert hatten, das ihnen zum Opfer hätte werden können (der Cellospieler korrigiert: “ein Kontrabaß”). Der Anschlag ist bis auf den letzten Grund (genaue Namen der Täter) nocht nicht aufgeklärt, wir bleiben für Sie an der Sache dran.

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Foto: Anna Panek. Zeit/Ort: vor der Heftbar Straßentapete, 22.5.09 um 9 Uhr.

Um wenigstens einen Bruchteil der zerstörten Exponate auf digitalem Wege zu retten, hier die Archivaufnahme einer dem Anschlag zum Opfer gefallenen Sprühspur. Auch sie ist bei dem Anschlag restlos zerstört worden.


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Zwischenupdate wn030 – Samstag, 23.5.09 – 16:30 h – die Polizei fährt gerade Aufgebot am Mauerpark auf. Die Max-Schmeling-Halle hat damit nichts zu tun, gespielt wird dort alle Nase lang, der Park ist an sonnigen üblichen Nachmittagen normalerweise verschont von sowas. Stand der Dinge. Innerhalb einer halben Stunde ist dort ein Zug von ca. 8-10 Wannen bereits 3 (!) Mal durch den Park gezogen (von links nach rechts, iweder zurück und nochmal retour). Sieht aus wie pure Präsentation der eigenen “Stärke” und des bereits wartenden “Equipments”. Blaue Wannen gemischt mit grünen. Parallel dazu ziehen Rotten von ca. 10-12 Beamten in dunkelstblauen, fast schwarzen Overall-Uniformen durch den Park. Vor einer Stunde stand eine weitere Wanne direkt an der Kreuzung Kopenhagener Str./Schwedtervelängerung (unweit der Brücke nach Wedding).

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Demonstration im Verzug

Am Samstag, dem 23.5.09 konnte in Berlin eine Gegenveranstaltung zur 60-Jahres-Feier der Bundesrepublik erst nach starker Verzögerung beginnen [apk, 23./24.5.09]ort

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Die für 18 Uhr angekündigte Antinationale Parade konnte am Samstag erst nach übermäßiger Verzögerung beginnen. Nachdem die auf den Demonstrationsbeginn wartende versammelte Menge zunächst von der Polizei erfuhr, daß  der Grund für die Verzögerung Personen seien, die sich “noch außerhalb der Personenkontrollen” befänden, wechselten die Begründungen für die polizeiliche Blockade des Demostarts in rascher Folge. Eine Erklärung, wie sich die erste Begründung mit der Tatsache verträgt, daß bei voranschreitenden Demonstrationen durch die Innenstadt üblicherweise über 3 Millionen (im weiteren Radius), Tausende (an der Demonstrationsroute incl. Wohnraumbenutzern) und zumindest Hunderte (direkte Passanten) sich “außerhalb der Personenkontrolle” befinden, war auch nach geduldigem Nachfragen nicht in Erfahrung zu bringen.

Die Teilnehmerzahl der Gegenveranstaltung zur Bundesrepublik-Geburtstagsfeier wird auf Indymedia derzeit auf 2000 Personen geschätzt. Unter ihnen befanden sich auch Teilnehmer jenseits der ersten kalendarischen Jugendfrische (um die 50, geschätztes Durchschnittsalter des Großteils der Teilnehmer: ca. 20-23), die auf Nachfrage zu ihrem Teilnahmeanlaß deutlich aussprachen, daß sie zwar “mit all den Gruppen, Antideutschen und so nichts am Hut”  hätten, aber eine Veranstaltung, die einen anderen Gedanken als “Deutschland” und “unsere Nation” transportiert, wichtig finden.

Auffällig war an dieser Veranstaltung der aktive, eigene Wunsch der Polizeistruktur, ein möglichst chaotisches  Bild  ihrer Organisation abzugeben und in der Durchführung ein offensiv aggressives Verhalten zu zeigen. Organisatorisch gesehen haperte es stark bei der Planung der Ansprechpartner für die Presse – der entsprechende Beamte war, als die Blockade des Demonstrationsbeginns skurrile Züge anzunehmen  begann, nicht zu erreichen. Die Person verschwand vom Ort des Geschehens und war per Telefon, gerade als die Verantwortung der Position es hätte erwarten lassen können, nicht mehr kontaktierbar. Währenddessen begann die erste Reihe der polizeilichen Blockade, den gebotenen Abstand zur Demonstration merklich abzubauen. Mehrfach wurden Polizeibeamte  ab diesem Augenblick dabei beobachtet, wie sie durch die Stofftransparente hindurch Demonstrationsteilnehmer anrempelten. Auch das Spalier wirkte nach außen übertrieben eng und mit Beamten besetzt, die sichtbar streitlustig und Konfrontationen suchend wirkten.

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So spät die Demonstration erst ihre Starterlaubnis erhielt, so früh mußte sie auch wieder einer alternativen Veranstaltungsform weichen. Inmitten der Oderberger Straße erlebte sie einen vorzeitigen Abbruch (ein besonderer Fall der sogenannten democulatio praecox), um sich an Ort und Stelle in ein ravendes Straßenfest aufzulösen. Am Folgetag melden Radiosender in Berlin mehrere Verhaftungen, Radio Eins spricht um 15 Uhr am 24.5. von genau 6 Festnahmen. Zu welchen Uhrzeiten genau die Festnahmen unternommen wurden, ist noch nicht bekannt.

Um in den letzten Zeilen kurz auf die literarische Zufallsfrage der Volksbühne zurückzukommen, sei noch eine Aufnahme der Rosa-Luxemburg-Straße (Zeitpunkt: Demonstration wartet auf den Beginn, ca. 19 Uhr) nachgefügt:

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Fotos: Anna Panek

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update 30.5.09 – zumindest zum thor-steinar-laden in der rosa-luxemburg-straße gibt es zwischendurch neues zu berichten. die berliner zeitung meldet am 29.5. daß das kammergericht dem urteil des landgerichts (räumung des ladens) gefolgt ist. die betreiber hatten gegen die klage berufung eingelegt. trotzdem wird in diskussionen auf indymedia gemutmaßt, daß die betreiber weitere juristische schritte einzuleiten versuchen könnten. gegen das urteil kann revision eingelegt werden.

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