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Berlin: Demonstration gegen Naziläden (UPDATE: protestcontaineraktion verlängert)

with one comment

Update: Protestcontaineraktion verlängert. Scroll down for details (Pressemitteilung des UBI KLiZ e.V. – Mieterladens vom 23.9.09)

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Berlin, 29.8.2009 (editiert 30.-31.8.98)

Fünf Wochen nach einem Protestmarsch gegen rechte Gewalt, bei dem rund viereinhalb Tausend Teilnehmer  gezählt wurden, haben heute schätzungsweise 700-800 Menschen an einer Demonstration gegen Naziläden in Berlin Friedrichshain und Lichtenberg teilgenommen (Schätzung von vier unabhängig voneinander befragten Teilnehmern und Beobachtern gegen Ende der Demonstration. Stellenweise könnten es evtl. ein paar mehr gewesen sein, vermuten die Befragten). Die Demonstration richtete sich v.a. gegen drei bei dieser Demonstration ins Licht der Aufmerksamkeit gerückte Läden mit Nähe zum rechten Spektrum: den Laden ‘Tromsö’ in der Petersburger Straße 94 (Nähe U Frankfurter Tor), gegen den seit dem 28. Februar 2009 in unregelmäßigen Abständen demonstriert und protestiert wird und vor dem noch vergangene Woche (am Mittwoch, dem 26.8.09) ein Container aufgestellt wurde (der allerdings vor Ende September schon wieder weichen soll, aus finanziellen Gründen). Der zweite Naziladen im Fokus der Demonstration war die Diskothek “Jeton”, die rechter Klientel gegenüber aufgeschlossen ist (über Belege einer Nazifeier im Jeton berichtete die jW am 18.7.2009). Zu den Gästen des Jeton zählten auch jene Neonazis, die im Juli Jonas K. angegriffen haben (siehe hierzu Links weiter unten) sowie schließlich das “Horrido” in Lichtenberg als drittes Ziel der Demonstration. Anstatt langer Worte ein paar visuelle Eindrücke in Auswahl (per Klick dann zu weiteren Einsichten) und erste weiterführende Links (unten drunter).

Fotos: Anna Panek

In einer kurzen Notiz des Flickr-Albums von PM_C vermerkt der Fotograf ganz richtig, dass die Vorkontrollen rigoros waren. Ein Gast aus Italien, Teilnehmer der Demonstration, sagte zu den Kontrollen wn030 gegenüber überrascht aus, ähnliches noch nicht erlebt zu haben, obwohl selbst aus dem eigenen Land einiges an zunehmender Behinderung antifaschistischer Bewegungsfreiheit gewöhnt.  PM_C weist im genannten Flickr-Album unter anderem auf ein Transparent,  das auf polizeiliche Anordnung zerschnitten werden mußte und die auf weiten Strecken zu nah an der Demonstration positionierten Beamten hin. ‘bjk’ wiederum, der sich gelegentlich als ‘Amateurfotograf’ bezeichnet, hat die Schnittzensur des Transparents hier in Bildern eingefangen. Besonders gereizt reagierten einige Demonstrationsteilnehmer auf die unaufhörliche Filmerei seitens der Polizei, die, obwohl sie (siehe Albumbilder) mit Teleskopkameras auf zwei Einsatzwagen an der Demonstrationsfront ohne Unterbrechung filmte, weitere Beamte mit eigenen Kameras am Stiel neben der Demofront laufen ließ, was dem Ganzen einen zarten Hauch des leicht Abstrusen verlieh. Der Polizist, eine simpel bedienbare Kamera ersteinmal in der Hand, ist so schnell nicht zu stoppen – fragt sich nur, ob das polizeiliche Hauptstadtschnittstudio bei all dem Material noch nachkommt.

aktuell sind auf http://jpberlin.de/antifahsh/ weitere informationen  zu finden,

des weiteren hier (in ausschnitten ende juli auf de.indymedia veröffentlicht)

dann auch bei der initiative gegen rechts

am 29.8.09 zum container mit hinweis auf die demonstration im ND

und … (wird soeben fortgesetzt) … und auf einer kleinen indyseite vom 30.8.2009.

sowie, ab dem nachmittag des 30.8.09, auf dieser seite (detaillierterer bericht zur demo bei aka.bloqsport)

am 31.8.09 erschien auf indymedia ein weiterer bericht zur demonstration (von bjk)

generell/nachlese: marke und erkennungszeichen – thor steinar als lexikoneintrag bei netz gegen nazis (als surfeinstieg)

nachlese 2: der tagesspiegel vom 18.7.09 zur (nun über einen monat zurückliegenden) antifa-demonstration mit ca. 4500 teilnehmern – auf dieser demonstration sind einzelne antifas entschlossen gegen eine gruppe von RCDS/CDU-Anhängern (so ein kommentar auf indymedia dazu) vorgegangen, die mit vera lengsfeld bei der demonstration erschienen sind. der “eklat” wurde ausschließlich von rechten medien aufgegriffen (u.a. von der jungen freiheit und im bloq von vera lengsfeld, für den ‘auch autoren der jungen freiheit schreiben’, wie die JF stolz vermerkt). was auch immer die kleine zahl der teilnehmer der demonstration vom 29.8.2998 verursacht haben mag, ‘interne streitereien’ in der nachfolge der reaktion gegen lengsfeld dürften trotz aller kleinerer gerüchteköcheleien kaum dazugehören.zu relativierungen neonazistischer ideologie durch den wortgebrauch des tagesspiegel äußert sich ALB-sprecher Lars Laumeier im jW-beitrag vom 18.7.09

nachlese 3: kurzer, dafür äußerst kompakt verlinkender eintrag auf antifa.de zum überfall der jeton-gäste-neonazis auf jonas k. – zu dem überfall ist es am sonntag morgen, dem 12.7.2009 gekommen. dabei wurde der student auf brutale weise bewußtlos geschlagen, anschließend versuchten die schläger, ihn mit einem tritt in den nacken zu töten (taz vom 15.7. und  18.7.09) – sowie mit links zu presseberichten über die daraufhin angemeldete demo vom 18.7.09. – redebeiträge der demonstration vom 18.7. (auf der seite der antifa friedrichshain)

nachlese 4: die nach dem überfall vom 12.7. auf de.indymedia veröffentlichten bilder der schläger.

nachlese 5: geschichte und selbstverständnis der antifa (eintrag bei wikpedia). – laut selbstverständnis gehört die ablehnung und bekämpfung von antisemitismus, nationalismus und rassismus zu ihren zielen, was im zuge gelegentlicher thematischer ablenkungen bei internen debatten manchmal vergessen zu werden scheint.

nachblicke: Weil das uns zugesandte und kürzlich  hier online gestellte erste Foto des Containers nur einen sehr kleinen Ausschnitt zeigte, folgen an dieser Stelle noch ein paar Nachzügleraufnahmen (29.8.09, Zeit/Zustand des Containers: kurz vor Beginn und kurz nach Ende der heutigen Demonstration). Der Senat für Intergration und Migration spendierte für diesen Container die Miete für gerade einmal einen ganzen Monat. Der Container soll in der letzten Septemberwoche wieder weichen. Die in den oben verlinkten Bildern sichtbare Spendierfreudigkeit der städtischen Verwaltung für Inneres und Sport (Einsatzwägen, mediale Materialschlacht/Polizeikameras, Anzahl der eingesetzten Beamten, Wasserwerfer) soll an dieser Stelle allerhöchstens angemerkt und zur jeweils selbständigen Gegenrechnung leserseits in Erinnerung gerufen werden.

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termintip: Dienstag, 1.9., 18 Uhr, Mieterladen (Kreutziger Str. 23, Fhain): Wie weiter mit den Naziläden?

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Update: Protestcontaineraktion verlängert.

+++ Pressemitteilung (23.9.09) +++

Infocontainer für Vielfalt und Demokratie steht bis zum 26.10.2009!

Am 25.08.09 stellte die Initiative gegen Rechts Friedrichshain direkt vor dem Tromsö – einem Nazi-Klamottenladen in der Petersburger Straße 94 – einen Protest- / Info-Container für Vielfalt und Demokratie auf.
An dieser Stelle herzlichen Dank an die verschiedenen Abteilungen des Bezirksamtes und die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales für die Unterstützung der Idee!

Von Beginn an waren das Interesse und das Feedback von Bewohnern aus dem Bezirk und darüber hinaus groß und vor allem sehr positiv.
Auf verschiedene Nachfragen hin haben wir zu allen Beteiligten erneut Kontakt aufgenommen und wir freuen uns  mitteilen zu können, daß die ursprünglich bis 25.09.09 geplante Aktion bis zum 26.10.09 verlängert ist.
Parallel wird im Oktober ein Gespräch mit Anwohnern in Bezug auf die Biermeile stattfinden und wir beteiligen uns vom 16.-18.10.09 an den Aktionstagen gegen Rechts im Jugendwiderstandsmuseum Galiläakirche der Hedwig Wachenheim Gesellschaft.
Nach dem Abbau des Containers, wird es voraussichtlich eine Lichtinstallation durch eine Künstlerin an selber Stelle geben. Die Absprachen laufen bereits.
Natürlich werden wir auch weiterhin Flyerverteilaktionen durchführen und auf weitere Termine aufmerksam machen.
Wer zu uns Kontakt aufnehmen möchte, kann dies zu den Arbeitstreffen jeden 1. Dienstag im Monat um 19 Uhr im Mieterladen gerne tun.
Wir freuen uns über konstruktive Kritik und Unterstützung bei allen Aktivitäten.
Initiative gegen Rechts Friedrichshain

*****************************************************************************************************
UBI KLiZ e. V. – Mieterladen / ehrenamtlich geführter Kommunikationstreff
Kreutzigertraße 23 – 10247 Berlin-Friedrichshain
Tel. / Fax: 030 – 74 07 88 31
http://www.ubi-mieterladen.de

gemeinnützig im Sinne der Förderung von:
Verbraucherschutz- und Vebraucherberatung / Kultur / Volksbildung / Völkerverständigung

Kooperationspartner vor Ort:
Berliner MieterGemeinschaft e. V.
Inititative gegen Rechts Friedrichshain / Register Friedrichshain
workstation Ideenwerkstatt Berlin e. V.
Berliner Bündnis Freiheit für Mumia Abu-Jamal
Begleitbündnis Keiner muß allein zum Amt
CLOF e. V.
Kunst und Medienwerk Berlin e. V.

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Written by wn030

August 29, 2009 at 8:06 pm

One Response

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  1. update frühjar 2010. die nazis verschicken nun weitere drohbriefe.

    wir setzen mal den bei uns eingegangenen volltext rein:

    .

    .

    Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleg/innen und liebe Engagierte,

    Wir möchten Sie/euch auf diesem Wege darüber informieren, dass in den letzten Tagen bei mehreren Berliner Unterzeichner/innen des Aufrufs: “13.02.2010 Dresden Nazifrei. Gemeinsam blockieren” Drohbriefe eines so genannten: “Kommando 13. Februar” eingegangen sind.

    Es handelte sich dabei um direkt bei der Privatadresse der Betroffenen eingesteckte, nicht frankierte, weiße Briefumschläge, die ein Streichholz enthielten sowie den Text: “Kommando 13.Feb. – …dein Leben interessiert uns brennend…”

    Wir empfehlen allen, die ähnliche Drohbriefe erhalten haben, Strafanzeige zu erstatten und bitten die Betroffenen, sich bei der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin MBR), der Berliner Opferberatungsstelle Reach Out oder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes — Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) zu melden.

    Um mit den bisher Betroffenen weitere Schritte planen zu können, ist es für uns notwendig, zu erfahren, wie viele Unterzeichner/innen des Aufrufs auf welche Weise von den Bedrohungen betroffen sind und ob bisher vor allem Unterzeichner/innen aus Berlin betroffen sind. Gegebenenfalls werden wir, falls der Wunsch besteht, gemeinsam mit Reach Out und dem VVN-BdA ein Treffen der Betroffenen initiieren, auf dem weitere Schritte gemeinsam besprochen werden können.

    Rückmeldungen bitte an:
    Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin (MBR)
    030 — 240 45 436
    sebastian.wehrhahn@mbr-berlin.de

    Reach Out Berlin
    030 — 69568339
    info@reachoutberlin.de

    VVN-BdA
    berlin@vvn-bda.org

    Mit der Bitte um Weiterleitung.
    MIt freundlichen Grüßen
    Anne Benzing

    ______________________________________________________
    Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus Berlin(MBR)
    Annemarie Benzing
    Chausseestr. 29, 10115 Berlin
    Tel: 030 – 240 45 431
    Fax: 030 – 240 45 319
    anne.benzing@mbr-berlin.de
    http://www.mbr-berlin.de

    Die MBR ist ein Projekt des
    Verein für Demokratische Kultur Berlin e.V.(VDK)

    edit wn030: siehe auch presseberichte dazu. – morgenpost schon am 22.2.2010ND vom 23.2.2010 – (und der berliner kurier gibt ein paar zeilen frei dafür)

    —-

    ps von wikinews030: und bitte nicht vergessen, am 27.2.2010 ist demo gegen tromsö in FHain.

    ps von wn030 nr 2: am thema stopthorsteinar.blogsport-demontage sitzen wir noch dran.

    teeater

    February 22, 2010 at 4:13 pm


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