wikinews030.

please note our disclaimer page – we have nothing in common with the Wikimedia Foundation

Richtfest Marthashof: Mietenstopp-Bündnis organisiert kleinere Protestaktion – Berlin Prenzlauer Berg, 23. Sept 09

with 3 comments

[wn030] Am 23. September haben Aktive des Mietenstopp-Bündnisses die Ini Marthashof bei einer kleineren Aktion gegen das für diesen Tag angesetzte Richtfest des Bauprojekts an der Schwedter Straße im berliner Prenzlauer Berg unterstützt.

Foto: wn030 / Anna Panek

Hier gibt es ein Kurzinterview mit Karin Baumert (Berliner Sozialforum, Mietenstopp-Bündnis).

.

Links:

Der am selben Tag auf de.indymedia erschienene Hinweis auf die Aktion (die blogseite des mietenstopp-bündnisses ist über den indylink zu erreichen)

Ini Marthashof

englischsprachig: fight gentrification

benachbart: mauerpark-fertigstellen.de (aktueller terminhinweis aus gegebenem anlaß: am 27.9. findet im mauerpark ab 13 uhr ein protestfest gegen die bebauungspläne des mauerparks statt. details sind unter dem angegebenem datum hier zu finden)

zum marthashof j. gernert im juni 2008 in der taz

zitatausschnitt matthias klipp im mai 09 in der taz: Ich staune eher, wie wenig gegen Projekte wie das Palais Kolle Belle oder Marthashof protestiert wird. Ich krieg schon das Kotzen, wenn ich die Werbesprüche sehe. Dass es nicht mal mehr jemanden gibt, der einen Farbbeutel wirft, das finde ich erstaunlich.”

.

“Fashion meets Real Estate – The Stofanel World”: Hip, frisch (ähnlich frisch wie die in den letzten Wochen vor der Bundestagswahl  in müllorange durch die Stadt gestreuten ‘frischen Ideen’ des findigen CDU-Bürschchens  Gottfried Ludewig) und in Hochglanz-Vierfarbdruck präsentiert sich die STOFANEL Investment AG, die, nach eigenen Angaben aus der persönlichen Liason der beiden Firmeneigentümer erwachsen – erstaunlicherweise  dabei trotzdem auf “eine 100jährige Tradition” zurückblicken könnend – im Mai 2008 mit dem Marthashof Urban Village “in den deutschen Immobilienmarkt” trat. Weitere Projekte des Unternehmens sind das STOFANEL Projekt TILIA Living Resort (mit “Villen, Atrium Houses und Gallery Houses” auf einer Fläche von “mehr als 30.000 Quadratmetern am Ufer des Griebnitzsees und in unmittelbarer Nähe des Naturschutzgebietes Bäkewiese”) sowie ein weiteres Projekt in Berlin-Dahlem, dessen Start für 2010 vorgesehen ist (mit einer Fläche “von mehr als 50.000 Quadratmetern”, geplant ist dort ein Wohnpark mit “Townhouses, Apartments” und, natürlich, einem Einkaufszentrum. Ort: “auf dem heutigen Areal Truman Plaza”). Mit dem Marthashof entstehen nun in der Schwedter Str. 37-40 auf einer Fläche von 12.380 Quadratmetern 17 Häuser mit 1000 Quadratmetern “privater Gärten” (zuzüglich des ebenfalls nur den zukünftigern Luxusbewohnern zugängigen Gartenhofs auf 3.000 Quadratmeter Fläche).

Geworben wird selbstverständlich mit der Buntheit und “Kreativität” des “pulsierenden Viertels”, das “international bekannt für seine Vitalität (sei) und als kulturelles Zentrum der neuen Berliner Mitte” gelte. – “Edles verwöhnt das Auge, Schönheit verführt die Sinne, Harmonie erfreut das Herz” – so stellen sich die Firmeneigentümer die Bedürfnisse der neuen Marthashof-Bewohner vor; der Gestaltung der PR-Materialien ist anzumerken, dass Giovanna Stefanie-Stoffel all ihre Erfahrung “als Art Director” in der “Mode-Dynastie STEFANEL”  in das Projekt eingebracht  hat – sicherlich die beste aller möglichen Referenzen als Immobilienhändler (Quellen: Pressemappe-Materialien der STOFANEL Investment AG). Besonders unangenehm fällt bei der Durchsicht der Materialien ins Auge, dass das Unternehmen mit Errungenschaften ansässiger Bürger-Initiativen für sich Werbung macht – so wird u.a. in der zweitsprachig (deutsch und englisch) verfaßten Hochglanz-Vierfarbdruck-Werbebroschüre im Abschnitt “Für Familien” mit Aufnahmen vom Stadtbauernhof (Moritzhof) für den Marthashof geworben.

Der Blick aus der Gegenperspektive: zu einem Beitrag von Andrej Holm im Freitag vom 6.8.2009 verlinkt die Anliegerinitiative Marthashof auf der Unterseite ‘Gentrifizierung’, hier ist der Artikel direkt zu erklicken (“Die Stadt, das Geld und die Krise – Warum Townhouses selbst an den heruntergekommensten Ecken der Metropolen wie Pilze aus dem Boden sprießen und wie dadurch die Bevölkerung der Innenstädte ausgetauscht wird”).

.

temporär aktiver link (radio eins archiviert seine seiten nicht): “Gentrifizierung und Yuppiesierung sorgt für Unmut – Richtfest “Marthashof” im Prenzlauer Berg” (Radio Eins wurde vor Ort während der kleinen Aktion zwar nicht gesichtet, das Thema schien die Redaktion jedoch zu interessieren; sie verbanden Details aus der Pressemappe mit einem Interview mit Hartmut Häussermann)

.

24.9.: der vorübergehend vom netz genommene kurzbeitrag in der morgenpost ist wieder online (mit allerdings sich in grenzen haltender informationstiefe)

.

der tagesspiegel vom 24.9. räumt platz für gleich 5 zeilen kurzmeldung ein: “Proteste bei Richtfest für Marthashof – Berlin – Mit kleinen Störungen verlief am Donnerstag das Richtfest für den Marthashof in Prenzlauer Berg. Eine Handvoll Aktivisten demonstrierte gegen steigende Mieten. An der Schwedter Straße entstehen 130 Wohnungen. Die Bewohner sollen 2010 einziehen. 60 Prozent der Wohnungen seien verkauft, teilt der Investor Stofanel mit, der 300 Millionen Euro in das Projekt investiert.wek (Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 24.09.2009)”

ein paar Zeilen mehr für die Ziele und Beweggründe der Ini Marthashof räumt da selbst die BZ vom 24.9. ein (temporärer Link)

Written by wn030

September 23, 2009 at 1:56 pm

Posted in soziales, Uncategorized

3 Responses

Subscribe to comments with RSS.

  1. “…nach eigenen Angaben aus der persönlichen Liason der beiden Firmeneigentümer erwachsen – erstaunlicherweise dabei trotzdem auf “eine 100jährige Tradition” zurückblicken könnend…”

    Menschenskind, haben sich aber gut gehalten, die beiden 118jährigen (vorausgesetzt, dass sie wirklich beide volljährig waren, als sie angefangen hatten). “Wer hat das Lifting gemacht?”

    gast

    November 10, 2009 at 3:54 pm

  2. Wladimir Kaminer zum “Leistungsbegriff” und mit einem kleinen Plädoyer für die Leidenschaft (auf offener Mauerpark-Großstadtfläche)
    https://wikinews030.wordpress.com/2009/11/15/wieviel-betonring-vertragt-ein-m-park-ohne-zu-implodieren/#comment-333

    teeater

    February 22, 2010 at 2:03 pm

  3. […] Nostalgie-Link: Themennah, da zum Geschehen direkt am südlichen Rand des Mauerparks: wikinews030 vom September 2009: “Richtfest Marthashof – Das Mietenstopp-Bündnis organisiert Protestaktion” […]


Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: