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Besetzung zweite Hälfte der 2. Runde: nach dem FAZ-artikel sind die Studis sicher am Ende…

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Plenarsaal FU

nach dem FAZ-Artikel sind die besetzenden Studis sicher am Ende ihrer mit Löffeln geschlurften Voküweisheit

[wn030, life aus dem besetzten Plenarraum der FU, 22.11.09 spätabends]

Plenum im besetzten Plenarraum der FU. Das dritte Drittel des Plenums eröffnet die Lesung eines kürzlich erschienenen FAZ-Artikels aus der Hand von Tobias Haberkorn, stimmlich geübt vorgelesen von Michael Feindler. Es gibt was zu lachen. Die studentischen Besetzer erfahren aus professioneller publizistischer Feder, daß ihr Kontinentalvernetzer zu einem “großen Blonden” herangewachsen ist, keine geringe Überraschung für die paar knappen 1,65m und ein paar Zerquetschte. Und das blond müßte man auch erstmal blond färben, damit es der Beschreibung näher käme. Offensichtlich ist Tobias in der letzten Woche um 30cm geschrumpft und beginnt an früher Farbblindheit zu leiden (läßt sich übrigens mit einer gehörigen Portion Möhrensaft teilweise auskurieren, wenn man schnell handelt).

Tobias, der es von seinem Schreibtisch her gewohnt sein muß, Essenfassen von geistiger Arbeit (Lösungen ergrübeln) und praktischer Umsetzung (Lösungen formulieren, zur Abstimmung bringen, am Laptop, an der Tafel, in den Bastelecken zur klaren Form zu gießen) zu trennen, gibt übersetzt zu verstehen, daß das Futtern beim Labern im besetzten Plenarsaal ihm ein  nur mit Mühe und viel Geduld gerade noch erträgliches Greuel ist, zumindest jedoch ein zutiefst suspekter Akt, der an hemmungsloses Gammlertum und kraftlose Vokükombattantelei grenzt.

Etwas anderes als die hastige Huschelei bei der Beschreibung von Personen oder Atmosphären verwundert an diesem Beitrrag von Tobias jedoch weit mehr – obwohl die Forderungen der Studenten, in ihrer derzeitigen Form als Zwischenstand schon mal als A4-Ausdrucke vorliegend, immer wieder alle sind (verteilt, von Stapeln aufgegriffen, Foyerbesuchern in die Hände gedrückt), bemühen sich die jungen Streikenden trotzdem nach Kräften, stets für genügend Vorrat und frische Ausdrucke zu sorgen. Und was also interessiert den neugierigen FAZ-Schreiber am Plenum, an dem besetzten Raum? Die Voküschüsseln in den Händen der Leute, die an der Sammlung studentischer Forderungen, ihrem Transport von Druckern und zu diversen Infotischen den lieben Tag lang beschäftigt waren – und es, im übrigen, auch weiterhin sind. Phase zwei – der Weg zur konkreten Umsetzung – ist eingeläutet, die Studenten brennen darauf, sich in Findungsreichtum des für jede einzelne Forderung jeweils besten Weges auszuprobieren. Das dreistufige Verfahren dazu wurde bei der letzten Vollversammlung per Präsentation klar und deutlich vorgestellt, bisher befinden sich die Studenten noch locker im gesetzten Zeitrahmen für die zweite Phase.

Und im FAZ-Artikel? Im FAZ-Artikel ist zwischen den Zeilen zu erlesen, daß Tobias sich mit verbundenen Augen durch das Foyer bis in den Plenarsaal getastet haben muß, eine beachtliche Leistung für den laufenden Meter vielversprechender Journaille. Kein einziges Flugblatt, kein zielgerichtetes Plakat erreichte das  wahrscheinlich schlicht ziemlich hungrige Auge des Blattvertreters, dem im übrigen niemand verboten hat, sich am Topf gegen eine kleine Spende zu bedienen. Laut FAZ fläzen und mampfen ein paar Gammler und Döser müde im Plenarsaal, dabei ihrem Kontinentalvernetzer hörig wie ein Knäuel junger Katzen, hierarchisch im ahierarchischen Diskurs, im Grunde ahnungslos und wie immer in löchrigen Hosen.

Auch die in Tobias` Beitrag kurz erwähnte Pizzakette, deren Weihnachtsgeschenke durch eine weitere Entwerbungsaktion (zur ersten, fortlaufenden Entwerbungsaktion dieses Semesters vgl. Beitrag zur FU-Besetzung vom 11.11. in diesem Blatt) zu Weihnachtsgeschenken für das Kinderhilfswerk (Inhalt) sowie zu studentischen Tütenbriefkästen (Tüten der Adventskalender) umfunktioniert wurden – wozu sie im Nachhinein eine unterstützende Solidaritätserklärung der Pizzafirma erhalten hatten, hätte Tobias leicht in Erfahrung bringen können, wenn er sich für einen Teller sattmachendes Voküfutter Zeit bei seiner im Ergebnis leicht gehetzt wirkenden Recherche genommen hätte.

Respekt für die gründliche, zielgerichtete und  auf das Wesentliche  konzentrierte Arbeit, liebe FAZ. Und lieber Tobias –  Dir für den weiteren beruflichen Erfolg alles Beste

wünscht das

wn030-Redaktionsteam.

3 Responses

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  1. Hamburg /HWP PM

    Studierende bringen Forderung erfolgreich in den Fakultätsrat

    Protest zwingt Fakultätsrat zum Entgegenkommen – Studierenden heben Blockade teilweise auf

    Mittwoch an der Universität Hamburg: Studierende bringen ihre Forderung nach der Nachbesetzung von vier offenen Professorenstellen im Fachbereich Sozialökonomie erfolgreich in den Fakultätsrat. Zuvor wurde drei Tage lang ein komplettes Unigebäude besetzt. Am Mittwochabend um 19:30 Uhr wurde im Besetzungsplenum von den Studierenden mehrheitlich die freiwillige Freigabe des Zugangs zu den Verwaltungsbüros beschlossen. Die Studierenden stehen damit zu ihrem Wort und zeigen Gesprächsbereitschaft. Der Studienbetrieb wird weiterhin bestreikt.

    Obwohl die HWP fest in der Hand der streikenden Studierenden bleibt, wird der Verwaltungsbetrieb nicht mehr blockiert. Am späten Abend wurde aufgrund des Drucks von 250 anwesenden Studierende vom Fakultätsrat Wirtschafts- und Sozialwissenschaften die Einsetzung einer Kommission zur Stellennachbesetzung zugesagt. „Wir sehen die Zusage als großen Erfolg“, so der Student Roland Sieber. Die Studierenden wollen die Entwicklung kritisch begleiten und bei Nichteinhaltung die Komplettblockade fortsetzten.

    Siehe auch unsere Pressemitteilung „HWP stellt seine Forderungen an den Fakultätsrat“ vom 25.11.2009.

    —–

    Forderungen an den Fakultätsrat:

    Hamburg. Das Plenum der Besetzer der ehemaligen Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP), hat heute seine Forderungen gegenüber dem Fakultätsrat der Universität Hamburg, im Hörsaal der HWP (öffentlicher Teil der Sitzung wurde hierhin verlegt) aufgestellt. Die Forderungen lauten:
    Wir, die Studierenden des Fachbereichs Sozialökonomie, führen diesen Streik für den Erhalt unseres Fachbereichs und die Verbesserung unserer prekären Studiensituation. Durch die Nichtbesetzung der vier offenen Professuren im Fachgebiet Recht in unserem Fachbereich Sozialökonomie sehen wir den Studiengang Sozialökonomie in der jetzigen Form in Gefahr.
    Aus diesem Grund unterstützen wir die Forderungen unserer ProfessorInnen, welche die Besetzung dieser Stellen ebenfalls einfordern. Wir sind bereit umgehend den Verwaltungstrakt freizugeben, wenn wir eine verbindliche, schriftliche Zusage des Fakultätsrates erhalten, dass er sich aktiv mit all seinen Mitteln für die schnellstmögliche (Ausschreibung bis Ende 2009) Besetzung dieser Stellen im Fachbereich Sozialökonomie, durch den Fachbereich Sozialökonomie, einsetzt. Darüber ist den Studierenden regelmäßig öffentlich und schriftlich Rechenschaft abzulegen.

    Anwesend waren 21 Vertreter des Fakultätsrates und ca. 250 Studierende der HWP.

    —–

    Mit freundlichen Grüßen

    Roland Sieber,

    für die HWP-Besetzer_innen, HWP Brot & Rosen, c/o Fachschaftsrat FB Sozialökonomie, Von-Melle-Park 9, 20146 Hamburg, Pressehandy: 0170 / 5505753 (Michael Becker), Mail: wahlvorstand-hwp@gmx.de


    HWP AStA Wahl 7.-11. Dezember 2009
    Tel. / Mobil: 0170 / 5505753
    Mail: wahlvorstand-hwp@gmx.de
    Homepage: http://www.hwp-brotundrosen.de/
    Twitter: http://twitter.com/hwpbrotundrosen
    StudiVZ: HWP wieder in Bewegung

    wn030

    November 26, 2009 at 1:30 am

  2. nachtrag: eintreffende PM HWP – 26.11.09

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    anbei die Pressemitteilung des heutigen Plenums der HWP AktivistenInnen:


    Pressemitteilung der HWP –AktivistenInnen

    Hamburg 26.11.2009 14:45 Uhr

    AktivistenInnen lassen Verwaltungspersonal gegen Forderung ins Gebäude
    Neue Forderungen aufgestellt

    Hamburg. Heute früh wurde das Verwaltungspersonal der ehemaligen Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik (HWP) in das Gebäude gelassen. Konsens war, dass die Forderungen zur Nachbesetzung der Lehrstellen im Fachbereich Recht schnell durchgesetzt werden. Sollte der Forderung in Zukunft nicht Nachdruck verliehen werden, sehen sich die Studierenden gezwungen die Verwaltung erneut zu bestreiken. Der Fakultätsrat hatte gestern die Forderung der HWPlerInnen angenommen.

    Auf dem heutigen Plenum wurden weitere Forderungen debattiert. Hierbei wurden die Forderungen nach der bundesweiten Abschaffung der Studiengebühren, Reform des Bachelor/Master Systems und der Regelstudienzeit aufgestellt. Für die Uni Hamburg wird gefordert, dass Wahlverfahren der/des PräsidentenIn zu demokratisieren, die Reformierung des Hochschulmodernisierungsgesetz und die Abwahl des neuen Unipräsidenten Lenzen.
    Die HWPlerInnen möchten weiterhin für ihren Studiengang die HWP als eigenständige Hochschule zurück, mit eigener Budgethoheit, Berufungsrecht und Erhalt der Interdisziplinarität. Die Studierenden machen auf die prekären Arbeitsverhältnisse an der HWP aufmerksam und solidarisieren sich zu den sozialpolitischen Forderungen der Beschäftigten. Die Konkretisierung der Forderungen wird in Arbeitsgruppen ausgearbeitet.
    Mit einer deutlichen Mehrheit wurde die weitere Besetzung der HWP beschlossen.
    Die HWP Aktion „Brot und Rosen“ geht mit einer neuen Homepage: http://www.hwp-brotundrosen.de online.

    teeater

    November 26, 2009 at 2:48 pm


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