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“FU Berlin Sexparty” – Ominöses Dokument auf Wikileaks stiftet Verwirrung. Journalistische Niederungen, professoraler Abgrund oder frühe Folgen von Bologna in ihrer skurrilsten Form? – Eine Betrachtung.

with 4 comments

(wn030) Auf der in den vergangenen Wochen in Medien weidlich besprochenen Plattform Wikileaks (die wir deshalb an dieser Stelle nicht weiter vorstellen, Webadresse lautet üblicherweise wikileaks.org, in Angriffszeiten unter http://213.251.145.96/ sowie unter wikileasks.ch abrufbar) ist ein mit dem Suchbegriff “Berlin” auffindbares Dokument sichtbar, das – gelinde gesagt – einen etwas dubiosen Eindruck erweckt. Da wir bisher von keiner der sonst gelegentlich zu Scherzen aufgelegten Seiten ein Kommentar hierzu erhalten haben,  haben wir uns schließlich zu einer genaueren Betrachtung entschlossen.

Um uns des nicht unkomplexen Problemchens annehmen zu können, bedarf es einer lesbaren Sichtbarkeit des seltsamen Papier-Etwas. Nicht jeder unserer Leser muss auf anhieb pdf.torrents öffnen können, daher machen wir es Ihnen und uns etwas leichter und präsentieren Ihnen das Dokument in einer lesbaren Screenshot-Kopie (Verlinkung nach Wikileaks weiter unten).

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Auf der – äußerst knappen – früheren Wikileaks-Diskussionsseite zu diesem Dokument [Anm. 2011, Februar. in der Zwischenzeit wurden mehrere digitale Angriffe gegen die Seite gestartet, wie kaum jemandem entgangen sein kann, der zuminest gelegentlich eine Zeitung zur Hand oder auf den Monitor nimmt. Die Seite zum Dokument befindet sich daher nach einem weiteren dadurch notwendig gewordenen Umzug derzeit hier: WL-Link1 – die erwähnte Diskussionseite  ist derzeit hier direkt zu erklicken: WL-Link2 – falls Sie das Pech haben  sollten, auf den Link in  einem ungünstigen Augenblick zu klicken, nehmen Sie lieber den folgenden, dort ist die Seite archiviert: 1.) WL-Diskussionsseite zu diesem Dokument – 2.) WL-Dokumentseite] – update. aber die archiv-seite wurde von malware angegriffen, daher verlinken wir eine weitere achivversion an eben dieser stelle in wenigen minuten, klicken Sie bald wieder rein] Auf der – äußerst knappen – Diskussionsseite zum Dokument also wurde bereits vermerkt, dass die sprachlichen Mängel auffällig sind und nicht eben zur Glaubwürdigkeit des Dokuments beitragen. Ein Kommentierer weist auf die Tatsache hin, dass die Erstellung eines solchen Dokuments angeblich in einem Parteigebäude in Anwesenheit eines Journalisten schwerlich mit den sichtbaren sprachlichen Mängeln in Einklang zu bringen ist. Eine  weitere Stimme merkt dagegen in englischer Sprache an, dass der Vermerk, es sei ein Strafverfahren wg. §§ 185 ff. StGB (u.a. üble Nachrede, Verleumdung) gegen den Journalisten eingeleitet worden, das Dokument durchaus weiterhin eines näheren Blicks wert mache. Um dies jedoch besser beurteilen zu können, setzen wir eine Untersuchung der hier verwendeten Sprache (bzw. ihrer Verunstaltung) einer Ausgestaltung möglicher Theorieansätze voraus.

Vorab: die eidesstattliche Erklärung trägt die Jahresangabe 2006. Der vermerkte Journalist war zu diesem Zeitpunkt also bereits seit 6 Jahren Landesvorsitzender. Die vorsorgliche Einleitung des Verleumdungs-Strafverfahrens wurde vom namenlosen Staatsanwalt 2008 am unteren Rand des Dokuments vermerkt, bei dem es sich allem Anschein nach um ein Fax handelt. Das genaue Datum des Faxstempels am oberen Rand ist nicht zur Gänze lesbar, zeigt jedoch – wie der Vermerk des namenlosen Staatsanwalts unten – die Jahresangabe 2008. Zwischen welchen beiden Stellen das Dokument herumgefaxt wurde und wo sich das Schriftstück in der Zeit 2006-2008 herumgetrieben hat, ist dem Schriftstück nicht zu entnehmen.

Zum Textinhalt. Auch bei Außerachtlassung von Tippfehlern wie “an Eides Statt” (steht für anstatt/anstelle eines Eides, “die Statt” ist im Deutschen schon lange kein Nomen mehr, siehe auch Duden zur Schreibweise)* fällt auf Anhieb auf, dass selbst an der seit Beginn des Bologna-Prozesses 1999 schwer angeschlagenen und allerdings um Sicherung wenigstens einer Restqualität ihrer Lehre ringenden Freien Universität Berlin lange nach einem Studenten gesucht werden muss, der mit “Kommulitonien” an Veranstaltungen welcher Art auch immer teilnimmt (Z. 7).

Auch wenn Sprachschludrigkeiten wie Kommafehler (Z. 5) und deplatzierte Apostrophe (Z. 6 und 10) bei Muttersprachlern verbreitet sind, lässt sich ihre Gesamthäufigkeit in einem Dokument, das von Studenten oder zumindest in ihrem Beisein verfasst und von ihnen selbst unterzeichnet worden zu sein scheint, nicht anders als mindestens erstaunlich bezeichnen.

Das “teil auch teil” in Zeile 8 erweckt den Eindruck, der Text des Dokuments wäre diktiert worden. Weshalb jedoch Studenten – die, durch so manchen Hausarbeitenstreß eher zu einer gewissen Pingeligkeit in sprachlichen Fragen neigen – das Schriftstück einem Schreiber mit Schreibschwäche diktiert haben oder diktiert haben lassen sollen, um das schwächelnde Dokument  anschließend samt seiner “Kommulitonien” zu unterzeichnen, stellt sich als eine nicht auf Anhieb erklärliche Ominösität  des digitalisierten Blatts Papier dar.

Wohlgemerkt ist die Rede von “Kommulitonien”, die eine Zulassung “um Studium … auch erschlafen habt” (Z. 8). An dieser Stelle wird das Schriftstück spannend. Geht es um das “Erschlafen” um Studienplätze her”um”? Dass Studenten gelegentlich zu Sleep-Ins neigen (in späteren Semestern, selten bei oder vor dem Einstieg ins Studium) ist uns bekannt, aber… “Erschlafen” von Studienplätzen? Auch an der Freien Universität galten 2006 normale Zulassungsverfahren. Wenngleich natürlich – bundesweit – Gefahren dieser Art nicht ausgeschlossen werden können, wenn Studienplätze von Extra-Zulassungsprüfungen abhängig gemacht werden und damit von der Bewertung weiterer Einzelpersonen als der Abiturnoten ausstellenden Lehrer – so ist trotzdem vom Jahr 2006 die Rede, und zwar wohlgemerkt Januar. Die unterschreibenden “Studenten” waren somit, falls sie denn tatsächlich über eine Immatrikulation verfügten, 2006 nach der Jahreswende immatrikuliert, was einen Studieneinstieg – falls es sich um sogenannte “Erstis” (Erstsemestler) handelt – spätestens Herbst 2005 voraussetzt (wenn nicht sogar noch früher, da die Semesteranzahl nicht vermerkt ist). Die ersten Bachelorstudiengänge waren zu diesem spätesten nach Dokumentlage möglichen Studieneinstiegszeitpunkt erst in enigen Fächern eingeführt, Sonderzulassungsprüfungen befanden sich damals erst in der Planungsphase. Das Jurastudium wiederum – und das Dokument behauptet Studenten der Rechtswissenschaften – ist darüber hinaus ein ZVS-Studiengang, was die Einflussnahme von Berlin nach Dortmund über ‘Sonderveranstaltungen’ der im Schriftstück behaupteten Form noch etwas schwerer vorstellbar macht als ohnehin schon.

Der “Student” männlichen oder weiblichen Geschlechts (falls es sich denn wirklich um einen oder eine Immatrikulierte handelt) scheint darüber hinaus eine erstaunliche Fähigkeit entwickelt zu haben, ganze Semester lang sich eher auf Sonderveranstaltungen als auf wenigstens ein anständiges Nachholen der verschlafenen Deutschstunden zu konzentrieren. Drei Zeilen nach der Behauptung des “auch Erschlafens” (um Studienplatz um Dortmund herum) vermerkt er oder sie, dass auch der Verbleib an der Universität in ihrem oder seinen Fall von Sonderveranstaltungen der behaupteten Form abhängig gewesen wäre. Nun, die Universität fragt gemeinhin erst bei einem Überschreiten der Regelstudienzeit um 2 Semester den Nachweis einer Prüfungsberatung an, was – theoretisch – sich als einzige Möglichkeit zur institutionellen Druckausübung konstruieren lässt. Damit hätte der/die Studentin im mindestens 11. Semester zum Zeitpunkt der Unterschrift 2006 sein müssen, um beide Angaben stimmig zu machen – bei einem Studienbeginn 2001/2002 herum und 5,5 Jahren, die weniger mit Lesen und Schreiben als mit Sonderveranstaltungen erfüllt waren?

Dubios.

Diese Prüfungsberatungen – obligatorisch bei Überschreiten der Regelstudienzeit – können wiederum von einer ganzen Anzahl hierzu befugter Professoren erteilt werden. Wohlgemekt von Professoren des Studiengangs. Ein oder eine Studentin, die sich eine solche Beratung bei genau dem Professor abholen würde, dem er oder sie aus dem Weg gehen will, würde hier nicht wirklich logisches Verhalten an den Tag legen. Die im Dokument bezichtigte Person wiederum gehörte der Universitätsverwaltung an. Und hier gerät unsere Analyse an einen Knackpunkt. Sollte der/die Studentin tatsächlich mit einer erbrachten üblichen Prüfungsberatung – signiert von einem Professor ihres/seines Fachbereichs  – an einer Stelle der Universitätsverwaltung scheitern (was allerdings ein Skandal wäre), wäre üblicherweise genau dies der Augenblick (also der Zeitpunkt, an dem er oder sie deutliche Hinweise wahrnimmt auf den Versuch eines Universitätsverwaltungsmitglieds, die eigene Position zu mißbrauchen), an dem er oder sie in der studentischen Rechtsberatung in der Asta-Villa der FU antanzen müsste. Die FU verfügt nämlich über eine solche. Im 11. Semester wissen selbst Jura-Studenten das üblicherweise. Uns sind zwar keine Studenten bekannt, die nicht – so gut wie ausnahmslos – gelegentlich zu saftigen Nörgeleien an den “Asta-Fritzen” (zitat taz) neigen würden (oh, wenn wir damit nur anfangen würden, käme schon etliches zusammen. Man denke nur an die fehlenden Klos beim Campus-Camping 2008, von dem uns Studenten berichtet haben…), aber – um das Vorhandensein der studentischen Beratung wissen sie, normalerweise, und wissen dies auch an “Kommulitonien” weiterzugeben in heiklen Fällen, üblicherweise. Falls sie denn gelegentlich mit Mitstudenten kommunizierten, die “Kommulitonien” des vorliegenden Dokuments.

Nur nennt das Dokument nicht nur das Mitglied der Universitätsverwaltung, sondern auch einen beteiligten Professor.

An dieser Stelle wird die Situation etwas kritisch, da der genannte Universitätsprofessor (ursprünglich Hamburg, der aktuellen Personaldatenbank der FU nicht bekannt) kein unbeschriebenes Blatt ist (taz: Ein Juraprofessor muss sich wegen Bestechlichkeit verantworten: Er ließ sich für die Betreuung von Doktorarbeiten bezahlen und vergab gute Noten gegen Sex.) Im Jahr 2008 und 2009 informierte der Spiegel über den Skandal, jedoch mit Schwerpunkt auf dem Handel mit Doktortiteln. Falls das Dokument trotz aller dubios wirkenden Form einen Tatsachennachweis darstellt, müssten einige Details geklärt werden. Die Formulierung “sich ein Studium erschlafen”  kann – in einer schludrigen Satzformulierung – ausdrücken, die Studentinnen (gehen wir von weiblichem Genus der “Kommulitonien” aus) hätten sich den Fortgang des Studiums, also “Studienerfolge” –  “erschlafen”.

Was zweifelhaft wäre, da es sich laut Dokument um Studentinnen der Freien Universität gehandelt hat und ein längerer Aufenthalt des im Dokument genannten ehem. Professors der Hambuger Juristischen Fakultät an der Freien Universität zumindest laut digitaler Selbstauskunft der FU (Personendatenbank und zugängliche Seitencaches) nicht bekannt ist.  Das – wenngleich nicht als zuverlässig geltende, jedoch in eine Betrachtung selbstverständlich mithineingehörende – wikipedia-Profil des beteiligten Professors weiß zumindest Ende August 2010 ebenfalls nichts von expliziten ehemaligen Zusammenhängen zwischen dem genannten Hamburger Jura-Professor und der Freien Universität Berlin. Das Dokument bezeichnet den beteiligten Professor als einen Freund des FU-Universitätsverwaltungsmitglieds. Durch die Medien sind nachgewiesene Studien”erfolgs”vergaben des Professors, wie sie im Dokument behauptet werden,  in Bezug auf seine Lehrtätigkeit in Hamburg aufgeführt. Zu der Deutung der Formulierung “Erschlafen von Studienplätzen” als das Erschlafen von “Studienerfolgen” würde jedoch eine nachweisliche länger währende Lehrtätigkeit an der FU zu den Voraussetzungen gehören. Auch wenn die Universität nicht mehr aktuelle Einträge in Personendatenbanken gelegentlich löscht – ein Aufenthalt an der FU, der lang genug gewährt hätte, um Studien”erfolgs”nachweise der genannten Form zu ermöglichen, hätte Spuren im Netz hinterlassen.

Steht jedoch hinter “sich ein Studium erschlafen” bereits der Erhalt eines Studienplatzes, im genannten Fall sogar um die Dortmunder Zentrale Studienplatzvergabe herum –  und noch vor der Durchsetzung von Reformen, die Studienplätze generell, nicht nur das ZVS-Fach Jura  zu einem Bückwaregut umgestalten – ließe sich der Fall als ein, gedämpft ausgedrückt, skurril-anschauliches Exempel bezeichnen, das eindringlich auf Gefahren der Einengung von Studienzugängen sowie der künstlichen Rationierung von Studienplätzen hinzuweisen in der Lage ist. Mißbrauch universitärer Positionen ist nur in korruptionsfreundlichen Bildungssystemen umsetzbar. Weniger gedämpft ausgedrückt, könnten jetzt einige bisher geduldige Studienbewerberinnen tief Luft holen, wenn sie erfahren, dass dank Bologna ihr wegrationalisierter Studienplatz auf Bückwarewegen nunmehr sogar an Bewerber vergeben werden kann, die nicht einmal ihre eigene Sprache beherrschen. Und dabei ging es doch – wir wollen uns erinnern – bei den Elite-Studienzugängen und Sonder-Zugangsprüfungen um nichts anderes als die Aufrechterhaltung der, erm,  “Qualität”, oder? Genau, die  erm Qualität, um genau die ging es. Mit Elite-“Kommulitonien” hinein ins nächste Eliteuni-Semester, Glückwunsch, liebe Freie Universität.


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.http://wp.me/psdI6-Pt

footer and finish comment. to be honest, usually we have no time for stuff like this, we’re not a medium with tendency for BILD-like contents (maybe with the exception of our exclusive “wikinews030 im BILDe“, our superspecial extraordinary Ramsch-page). we finally simply had to  include this “FU sexparty” article because the mentioned strange doc on wikileaks.org simply got on our nerves for app. 3 weeks now and we felt like – due to all the fuzz about a hot saturday topic recently attracting new readers to the mentioned platform – it may be good to publish a comment about this file. butif you also prefer something more interesting to read about the FU, please feel free to follow our link recommendation. This will guide you to a topic about a Besetzung instead of a “Party” and about students being able to read and write, so maybe you will also find this a bit more interesting, making sense, logical and simply more worth a media content entry than this quite-a-strange stuff above.  Or you are interested in other extremely spannend events in the FU? Perfect, how about this event, then.

update ein paar tage später, weil was sich gehört: ein kleiner süßer taz-backlink dazu. Kommentarkommentare zu “Endstation Bachelor” von Anna Lehmann.

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* PS für Philologen. Ja, wir wissen. Wir wissen, dass es den einen oder anderen Autor gibt, der das Wort als Nomen gelegentlich auffrischt. Aber das Argument zählt nicht aufgrund Irrelevanz. Das waren Jura-Studenten. Die hatten von dem Autor keine Ahnung. Und Jura-Studenten, die von dem Autor eine Ahnung haben aufgrund reiner Neugier neben dem Studium, die machen keine solchen anderen Fehler rein, wie im Text zu sehen, also Fall abgeschlossen, es bleibt beim Tippfehler von Muttersprachler-Nichtbeherrschlern, die irgendwelchen Leuten verklickern wollten, jemand von “Verwaltung” würde Einfluss auf Profs haben, die Profs sind, Seminare machen und Scheine unterschreiben und dazu noch auf die anderen Leute in den Instituten (siehe Kommentarfelder dieser Seite dazu).

Written by wn030

August 22, 2010 at 3:54 pm

4 Responses

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  1. danke für den kommentar!
    eine kurze anmerkung:
    wenngleich richtig sein mag, dass der genannte professor keine offiziellen verbindungen zur fu hat, scheint die andere genannte person, die auch auf den bildern zu sehen sein soll, Koordinator des European Credit Transfer System (ECTS):

    Mr. Wolfgang Röcke, Head of Division II A
    Admissions and Enrollment
    Quelle:
    http://www.fu-berlin.de/en/studium/ects/ects_fu.html

    Dies könnte ggf, auch wenn das alles immer noch dubios wirkt, eine erklärung für das unterirdische deutsch des faxtextes sein.

    or

    January 4, 2011 at 7:15 pm

  2. hallo or.

    zunächst: die obige seite ist kein “kommentar”. ein kommentar ist dieser eintrag hier. (ja, ist ja gut. text oben sagt ja von sich selbst “to publish a comment about this file”.)

    ja, wolfgang röcke ist laut link koordinator des credits-systems an der fu. für die genannten studenten (fu-studenten) ist aber nur von belang, dass das im dokument als freund des mit der fu nicht verbundenen hamburger professors bezeichnete universitätsverwaltungsmitglied (ob das nun röcke heißt oder nicht) eigentlich sehr wenig über den verbleib oder erfolg eines studenten an einer uni zu sagen hat.

    festgelegte credits sind vorher für ein seminar festgelegt. wenn jemand anerkennungsprobleme versucht hätte (du mach das, ich sonst zähle die credits nicht dazu), dann wäre das ein hyperfall, sofortiger gang zur rechtsberatung. nur ist das von vornherein schwerst unwahrscheinlich, denn: ein professor eines seminars ist der einzige, der entscheidet über die leistung (vergabe der note für schein etc, heute nennt man scheine modulbescheinigungen aber großartig anders sind die nicht). die studienordnung ist die einzige, die entscheidet, wieviele solcher leistungen er braucht, und wieviele (vorher festgelegte credits) der student für was zu leisten hat. es gibt einen haufen probleme bei der festlegung von studienleistungen (warum will die datenbank von einem ausgewachsenen prof nun unbedingt, dass er bei jedem studi sein häkchen macht, ob der auch da jedes mal pünklich angetanzt ist, irgendwann ist man doch aus dem alter raus als prof, man ist doch kein grundschullehrer…) – aber probleme dieser art ausgerechnet sind etwas untypisch. die verwaltung hat da nichts mit zu tun… prof gibt note, anderer prof gibt nächste note im nächsten semester, irgendwann ab zum prüfungsbüro für zusammenpacken des abschlusses… was hat das mit der verwaltung?

    warum “dies” (welches dies jetzt. der link?) eine erklärung für das unterirdische deutsch sein soll, ist nicht nachvollziehbar. dass die verunstaltete sprache im fax das ganze extrem schief weil dunkel-dubios erscheinen lässt, lassen muss, weil wenig mit den behaupteten fakten in einklang zu bringen, hat die seite oben aufgeführt punkt für punkt.

    der link zur seite bezieht sich auf die migrierbarkeit studentischer studienleistungen anderer länder an eine uni in einem anderen land, in diesem fall die FU. nur hier – kann – theoretisch – der behauptete druck ausgeübt werden. jedoch: auch das wird in der praxis trotzdem von anderen stellen entschieden – siehe zum beispiel nachweis hier – link nach cache studienbüro mit markierung) – und dass das verunstaltete deutsch nicht so aussieht, als wäre es ein fremdsprachler, darauf deutet der obige text ebenfalls hin.

    das sind fehler, wie sie eher für muttersprachler typisch sind: genetivschwud antreiben, wurstverkäufer-apostroph, kommafehler… sowas ist eher hierorts und hierzulande üblich. extrem üblich. nur halt an einer uni bei leuten, die … die normalerweise aus guten gründen eher zu pingeligkeit neigen (hausarbeiten-training, bis zur fußnote xxy unter fußnote xy unter fußnote x unter punkt 1.993 A und so) weniger.

    das hätte ja bedeutet, dass ein student das angeblich selbst geschrieben oder selbst unterschrieben haben soll – mit den ganzen fehlern?? – ich hab ein problem dabei, mir das vorzustellen, wie das gehen soll. und wie gesagt: wie will ein verwaltungsmitglied auf das studium oder die studiendauer eines studenten einfluss nehmen, was hat der mit dessen studium und studienleistungen zu schaffen. verwaltung sind die mit den formularen: dort gibt man formulare ab, dann wollen die ab und zu was (kohle)**, drucken ab und zu was aus (immatrikulationen) (manchmal drucken die auch nicht: “druckmaschinenausfall neulich, ist uns fast nicht aufgefallen aha aber ihnen naja dann müssen wir wohl” – da solche sachen kommen dort vor, das ist uns bekannt und haben wir viele zeugen für sowas. aber einfluss auf die studienleistungen und deren anerkennung??

    also ich hoffe, das ist deutlich geworden: zwar sind anerkennungen, notenvergabe (“scheinebewertungen”), pipifax… das alles auch als “verwaltungsähnliche aufgaben” bezeichenbar, aber leute, die sich mit “verwaltung” auf fu-level beschäftigen, haben mit entscheidungen, die auf seminar- und institutslevel getroffen werden, wenig zu tun.

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    ** [UPDATE zum wort “kohle”] also… für leser, die zu anderen zeiten studiert haben oder aus dem ausland hineinklickende: zur erinnerung. berlin hatte sich (…bisher…) ganz gut verteidigt. studiengebühren is nich. [kurz rein das sind aktuell, ende 2012, noch zwei länder, die übriggeblieben sind, eines davon ist, wie üblich, bayern, bei denen geht es am 17.1.2013 mit den unterschriften volksbegehren gegen studiengebühren los] — also: hier in berlin verteidigung soweit ok, studiengebühren is nich – aber das heißt nicht, dass hier irgendjemand völlig für lau studiert oder je studiert hat. bürokratiegebühren (verwaltungsgebühren) und halt das ticket, das sind FAST 300 KRÖTEN im semester. FAST DREIHUNDERT KRÖTEN, da hat ein studi mit zu tun, soviel zusammenzusammeln jedes semester (kann dafür aber nicht nur studieren, sondern sogar sich chauffieren lassen in u-bahnen, s-bahnen und anderen gefährten in stadt und umgegend, nicht unpraktisch, aber muss man erst zusammenbekommen das, jedes semester. auf welcher wolke hier manche leute leben, dass die meinen, die paar hundert Euro extra pro semester studiengebühren “zahle man eben so aus der portokasse…” – krasse sache, kurzum. krasse sache. nun, jedenfalls das war das “ps” zum wort KOHLE, das da oben erwähnt war. free education bedeutet eben keine gebühren für das studium, verwaltungsgebühren zahlen die eh schon für die imma. (und halt das ticket.) – TEUER GENUG.

    teeater

    January 7, 2011 at 1:48 am

  3. viel spannender zum thema “betrug auf etagen der lieben hohen bildung” finden wir daher eher sachen wie:

    “nanu? was macht denn ein zeitungsbeitrag in ner doktorarbeit? muss nichtwilhelms ghostwriter jetzt den ganzen preis zurückzahlen?”

    (ps extrem hübsch anschaulich gelöst auch hier: http://www.spiegel.de/flash/flash-25296.html )

    (im hintergrund
    kai diekmann zu nichtwilhelm: hast du den garantiezettel noch?”)

    .

    …nun und… “wie’s der zufall so will…” – damit wir auch bei diesem kommentarthema nicht zu weit vom thema der seite also der FU abschweifen… OSI 2003 wird zum Fundbüro gebeten, da ist wohl ein Diebesgut wieder aufgetaucht.

    .

    kurz später: :] goottenberg. des guttis seine doktorfee. http://tinyurl.com/Googlenberg

    teeater

    February 16, 2011 at 2:12 pm

  4. mensch,

    DAS sind jetzt aber mal

    “Interessante Nachrichten..”

    teeater

    February 22, 2011 at 3:02 pm


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