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Archive for the ‘free spaces / freiräume’ Category

Berlin – Tacheles zu Tacheles – Räumungsdrohung akut, späte Berliner Szenenrache und das alte “qui bono”… – Demonstration am 26.07.2010

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UPDATE: am Donnerstag, dem 29.7.2010 teilt das Tacheles eine vorläufige Aussetzung des Hungerstreiks mit, als Grund gibt das Tacheles eine beobachtete Bewegung auf stadtpolitischer Ebene an. Hier die offizielle Pressemitteilung des Tacheles zu diesem Schritt mit weiterführenden Links.

Foto (c) Anna Panek. Lizenz zur Verwendung auf dieser Seite direkt erworben.

Schmiedewerkstatt/Hof des Kunsthaus Tacheles in Berlin Mitte.

(wn030) – nur eine miniaturseite dazu von uns an dieser stelle. vorab: hier zwei indyseiten zur anstehenden räumung des kunsthaus tacheles in berlin.

indylink1 —- indylink2 — und, etwas älter (2009), ein Printmedienlink (jungeWelt)

die beiden indylinks stammen vom 20. und 21.7.2010.

wir richten diese seite u.a. für ein kommentar ein, das uns zugesandt wurde, weil der kommentarautor – wie uns der urheber des kommentars im mail-begleittext mitteilte – nicht erfolgreich war beim upload des kommentars zu einer  dieser indymedia-seiten, aus noch ungeklärten technischen gründen. der urheber schreibt, der upload sei mehrfach versucht worden, hätte bei jedem der versuche ewigkeiten gedauert und zu keinem abschluss geführt, das bestätigungsfenster des erfolgreichen uploads wäre ausgeblieben. daher hatte der urheber sich schließlich an uns gewendet mit der bitte, den kommentar bei uns einzubinden, was hiermit geschieht.

cut in zugesandter kommentar:

Betr.: “… Außerdem sollte hier auch schon einmal betont werden, dass es die Betreiber (das ist wohl in diesem Fall der passendere Ausdruck) des Tacheles waren, die die Zusammenarbeit mit linken Projekten schon vor der Mainzer-Räumung aufgekündigt haben, als sie Verträge abschlossen, um sich explizit vom politischen Teil der damaligen Bewegung zu distanzieren, deren Häuser akut räumungsbedroht waren. …”

Klär mich mal auf. Im Klartext heißt das für Dich, heute kann der Häuserszene das Tacheles am A… vorbei, weil mal Mainer Straße? Wieviele unter den heute aktiven Jüngeren sind denn in der Lage, die Straße auf dem Stadtplan zu orten, geschweige denn, eigene Biographien mit ihr zu verbinden? “Augen zu und das Haus kann mich mal”, weil irgenwelche Leute vor Ewigkeiten einen Wisch mit unterzeichnet haben? Das Haus hat Signalfunktion und ist Touristenanziehungspunkt, es hat eine andere Funktion als ein aktives Haus. Außerdem war/noch ist für das Tacheles seine Bedeutung in der Kunstszene selbst relevanter. Künstler dieser Sorte (mit Hang zu ‘Undergroundigem’) neigen eher dazu, vor Leinwänden politisch zu werden, nicht alle von ihnen lesen Rundmails oder hocken Ewigkeiten der besseren Info halber vor Monitoren herum. Und ja, nicht jeder von ihnen schafft es regelmäßig auf Demos. Und? Deswegen scheißegal? Die wegen-Mainzer-Straße-Haltung hier kann einen echt vor den Kopf stoßen, Mann. Krass zu sehen, wie bereitwillig Berlin selbst sich ins Fleisch schneidet bzw. von Hamburgern schneiden lässt (ganze Busladungen werden doch im Sommer vor deren Türen ausgeladen. wieviele Touri-Führer müssen dann umgeschrieben werden…). Aber dass euch dieser Irrsinn keinen Feuer unterm Hosenboden macht, ist sogar noch ein bißchen erstaunlicher. .

ein ebenfalls nicht mehr ganz frischer beitrag zur räumungs- und zwangsversteigerungsbedohung ist – von Nina Apin und Rolf Lautenschläger – in der taz am 2. märz 2010 erschienen. zitat: “…Klaus Wowereit (SPD) sprach sich am Montag mit Verve für den Bestand des Künstlerhauses Tacheles an der Oranienburger Straße aus. Allen Beteiligten müsse klar sein, “dass eine Zwangsversteigerung des Tacheles zu unterbleiben hat”, sagte er im Kulturausschuss des Abgeordnetenhauses. Er wolle alles für den Erhalt des Standorts tun. “Kunst dort einfach plattmachen, nein, das geht nicht.” Man wünschte sich ähnliches Engagement von Wowereit für andere Alternativprojekte.” – wn030 dazu: bewohner des ehem. besetzten hauses in der brunnenstraße, die ebenfalls hamburger machenschaften unterlegen war (die joop-tochter hatte einen vom eigentümer akzeptierten immobilien-tausch unmöglich gemacht und dadurch die räumung der brunnenstraße vorangetrieben)  hatten beispielsweise in der endphase vergeblich Wowereit um unterstützung gebeten, der sich zuvor in die unterstützerliste  der brunnenstraße 183 eingetragen hatte. – der erwähnte taz-beitrag jedenfalls ist unter dem titel “Wowereit redet Tacheles” zu ergoogeln.

Für den Montag, 26.07.2010 ist eine Demonstration – im offenen Brief des Kunsthaus Tacheles Berlin an Wulff – angekündigt worden. Start: 16h (vorverlegt worden auf) 13h – vor dem Tacheles, Berlin Oranienburger Str.

update wn030 25.7.2010 – hier ist der flyer zum demoaufruf des tacheles:

update 26.7.2010 – es heißt, beim Auftakt der Demonstration hätten sich annähernd so viele Medienvertreter wie Teilnehmer vor Ort eingefunden. Erste Bilder vom Auftakt sind hier zu sehen.

in der zwischenzeit etwas medienlinksammlung von nebenan: radio: rbb (kurzbericht mit hungerstreik-ankündigung, dazu nettes foto und ein audiolink) –  sehr schön auch der beitrag von dradio – bei der presse: morgenpost/dpa heute besonders flink: ein 19-Zeilen-Bericht ist dort seit 16:44 online)(bei der jungenWelt heute ein überraschungs-Ausrutscher. die jW hat die Demo-Ankündigung einer Agenturmeldung vom Vortag unter dem falschen Datum einsortiert) – dagegen immer noch lesbar, verlinkbar und frischer als der weiter oben angemerkte märz-beitrag ist der hier verlinkte, am 23. in der taz erschienene artikel tacheles bleibt ungeräumt.

Diesem letzten verlinkten Beitrag ist von unserer Seite kaum etwas hinzuzufügen, bis vielleicht auf die Tatsache, dass der angedeutete Konflikt zwischen den Vereinsmitgliedern und den “Gastronomen  im Erdgeschoß” (taz) – gemeint sind die Betreiber des Café Zapata – ziemlich konkret zu sein scheint. Ein im Verein engagierter Teilnehmer der heutigen Protestveranstaltung teilte wn030 gegenüber mit, dass das Problem einer seit 10 Jahren vom Café Zapata nicht mehr gezahlten Miete keine Lappalie ist. Ursprünglich war vor zehn Jahren angedacht und geplant gewesen, durch die Vereinsgründung etwas Luft in die leicht miefig gewordene Atmosphäre zu bringen, die sich aus allzuviel Selbstbezogenheit und -genügsamkeit im engen Kreise einzelner ehemaliger Hausbesetzer zu entwickeln begann. Um die Enge etwas aufzubrechen und das Haus für Kunst und Kultur wieder zu öffnen, wurde der Verein gegründet, wobei allen Beteiligten klar war, dass Kunst – darunter auch die  alljährlich neu ausgeschriebenen Ateliers im Hause zum Betriebskostenpreis – auch im Tacheles nicht urplötzlich zu einer gewinnträchtigen oder sich selbst tragenden Sparte würde. Die Mieten, die dem Zapata vom Tacheles-Verein auferlegt worden waren, waren als Querfinanzierung für das kulturelle Geschehen vor Ort gedacht. Eine Aufgabe, der sich das Zapata seit 10 Jahren entzieht.

(shortlink: http://wp.me/psdI6-FC )

Written by wn030

July 22, 2010 at 9:04 am

Berliner Polizei meldet verdächtiges Fahrrad und Blume an der Brunnenstraße 183 – seit 20:32h Spontandemonstration mit VoKü (mit UPDATES! von 2010!)

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………jjjjjjjjjjjjjJA!(nuar 2010)

Haben updates! haufenweise. müssen Sie nur klicken für. und zwar hier.

Ein Fahrrad, das einer der Protestierenden zur Aktion vor der kürzlich geräumten Brunnenstraße mitgebracht hatte, wird gründlich untersucht, ob es nicht doch irgendwo ein verwendbares Häkchen hat (zum Beispiel ob der olle Drahtesel irgendwo als gestohlen gemeldet wurde) - das Rad eines der Leute, denen kürzlich das Dach über dem Kopf gestohlen wurde. (Unter etwaiger Beteiligung des einen oder anderen hier sichtbaren Uniformierten.)

Das verdächtige Fahrrad.

foto: urheberrechtlich geschützt. click for details. freigabe für die verwendung eines motivs für indymedia germany ist durch den fotografen  erfolgt.

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[wn030 – Berlin, 3.12.09, 20:15h] Zu einer für die Berliner Polizei offenbar interessanten Uhrzeit (halb 8 Uhr abends) sichteten Einsatzbeamte, Insassen eines in der Nähe der kürzlich geräumten Brunnenstraße wartenden Einsatzwagens eine suspekte Handlung. Passanten (zwei junge Männer mit geschobenem Fahrrad) legten am Eingang der vor wenigen Tagen geräumten Brunnenstraße eine Blume ab, die, wie man sieht, aus der Wand herauswächst. Die Reaktion der  unterbeschäftigt wirkenden uniformierten Gruppierung war das Festhalten der beiden Männer und die Suche nach etwas “Verwertbarem”, das die Wartephase auf Spannenderes verkürzen könnte. Die Suche endete in der Entwendung des schätzungsweise über 20 Jahre alten Fahrrads, das – nach sichtlich mehreren Flohmarkt-Besitzerwechseln und vielen Reparaturen – der Freundin des jungen Mannes gehört. Auf Anfrage seitens eines vor Ort befindlichen Journalisten m/w antwortete ein Polizeibeamter, daß der junge Mann die Handlung mit einem unterwürfigeren Verhalten hätte verhindern können, bewies damit also, daß die Fahrradentwendung nicht sachlich begründet, sondern aus persönlicher Motivation und unter Mißbrauch von Dienstanweisungen geschah. Ebenfalls unter Augen des vor Ort befindlichen Journalisten m/w griff der Beamte den jungen Menschen verbal dafür an, sich auf Englisch mit einem weiteren Passanten zu unterhalten. “Wir sind hier in Deutschland”, herrschte der Beamte den jungen Mann an.

Es darf an dieser Stelle angemerkt werden, dass diese Nachrichten die Sorge um die Ausbildung der Berliner Polizeibeamten-, Angestellten- und Mitarbeiterschaft weiter anwachsen lässt – nicht nur der offensichtliche Mangel an Englischkenntnissen und die bewiesene, zugegebenermaßen für den Beamten peinliche Annahme, die deutsche Sprachkultur könne – in einer Hauptstadt, die sich nach außen als eine Metropole im Zentrum Europas verkauft – als “Leitkultur” begriffen werden, sondern auch die Vorstellung, wie selbiger Polizist einen Touristen der Hauptstadt anfährt, der (sei es ein besuchender Schreiber für die NY Times, sei es ein Besucher aus dem Londoner Unterhaus) in einer nicht gänzlich unbekannten und unbeliebten Straße dieser Metropole nach dem Grund des uniformierten Auflaufs fragt.

Als Reaktion auf diese und weitere Behinderungen (ein weiterer Passant teilt mit, grob körperlich angegriffen worden zu sein) einer für heute Abend angedachten VoKü-Kleinaktion findet daher ab 20:32h gegenüber der Brunnenstraße eine nunmehr kurzfristig angemeldete Spontandemonstration statt. Die für heute geplante VoKü wird  ebenfalls  vor Ort sein (neben der Imbißbude), man bekommt auch etwas zu essen. Um 20:57 heißt es, sie sei unterwegs und käme hier in wenigen Minuten an.

Um 21:20h zeigen die vor der Brunnenstraße positionierten Beamten erneut eine erhöhte Sensibilität gegenüber Gegenständen, die auf der Schwelle zum abgeriegelten ehemaligen Umsonstladen abgelegt werden. Diesmal löst ein Kuscheltier die Unterschreitung der körperlichen Intimsphäre eines Berliner Einwohners durch einen uniformierten Beamten aus. Der Einwohner reagiert mit einer Erläuterung der Rechte und Grenzen von Einsatzbeamten, der Einsatzbeamte erklärt dem vor Ort befindlichen Journalisten m/w die Welt und ihre momentane Situation, wie sie sich in den Augen des Beamten darstellt – der Einwohner, der sich deutlich über körperliche Tätlichkeiten der Berliner Polizei beschwert (und dabei reglos  auf dem Bürgersteig steht) sei in seinen Augen “agressiv”. Nach weiteren Diskussionen lockert sich das polizeiliche Interesse für den Einwohner ansatzweise, jedoch nicht zwingend auch das Interesse für die  ursprüngliche Ursache der Auseinandersetzung, das Kuscheltier. Der Einwohner wird von dem Beamten gefragt, ob er sein Eigentumsrecht an dem “abgelegten Gegenstand” aufgebe. Der Einwohner antwortet, daß er das Kuscheltier nach Beendigung der Spontandemonstration abzuholen gedenkt.

edit wn030: wir erlauben uns an dieser stelle anzumerken, daß polizeiliches interesse für kuscheltiere durchaus kein seltenes phänomen darstellt. siehe hierzu beispielsweise eine sprechende szene des polnischen “kabaret młodych panów”, mit bezug auf den kriegszustand in polen (“stan wojenny”), ausgerufen in der nacht vom 12.-13. dezember 1981. im bild sehen wir einen mit bart “camouflierten” polen, der mit “unerlaubter einseitiger korrespondenz” in den händen (wunschzettel) mitten in die sperrstunde gerät. man beachte das stillschweigend konfiszierte kuscheltier in der letzten sekunde des filmstreifens.) (edit: frühaufsteher, aufgeweckte und zeitnah klickende hatten das glück, jetzt ist das video leider zwischendurch ebenfalls konfisziert. wir beobachten das geschehen und verlinken neu, sobald es wieder  – :]  – verfügbar wird.)

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(update edit januar 2010. “Neue Heimat für die Brunnenstraße 183”)

taz am 8.9.2010 – http://www.taz.de “Schade ist das da drüben”, sagt der Imbisswirt. Von seiner gelben Wurstbude blickt er direkt in die offenen Fensterhöhlen des traurigen Vierstöckers gegenüber – Nummer 183, auf der anderen Seite der Brunnenstraße. Nur Touristen kämen noch vorbei und machten Fotos, sagt der Mann. Sonst passiere da nichts. “Dafür sind jetzt ein paar Leute obdachlos.”

shortlink: http://wp.me/psdI6-C7

http://wp.me/psdI6-C7

Brunnenstraße geräumt – 24.11.2009, ein Dienstagabend in Berlin-Mitte

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[faules flußpferd in eile für wn030]

Am heutigen 24.11.09 beförderte die Berliner Polizei um17:30h die letzten Bewohner aus dem Haus an der Brunnenstraße 183, einer Immobilie des Passauer Artztes Manfred Kronawitter, der noch im Mai dieses Jahres Signale gegeben hatte (siehe auf verlinkter seite update w.u. v. 28.5.09), sich eventuell überreden zu lassen, selbst aktiver bei der Suche nach einem Alternativgebäude für seine Pläne tätig zu werden. Zu den besonders betroffenen Personen (Einzelabführung, Verfrachtung in einen der auf einem Nachbarhof geparkten Polizeieinsatzfahrzeuge, zu dem der Zugang auch Medienvertretern verwehrt wurde) zählte ein gegen Nazistrukturen, gegen die schleichende Normalisierung des Militarismus und für alternative Lebenskonzepte aktiver Bürger. Weitere besondere Aufmerksamkeit bei dieser Aktion verdient der umsichtige und pflegliche Umgang der zur Räumung bestellten Handwerker mit dem Gebäude: vor Ort versammelte Medien dokumentierten die Zerstörung von Fensterrahmen und Böden im Haus. Vor Ort wurden kurz vor 18h des Abends Feuerwehrautos gesichtet, was Vermutungen Raum läßt, das Haus solle zwecks endgültiger Unbewohnbarmachung unter Wasser gesetzt werden. Das Abendplenum an der Humboldt Universität lauschte dem Kurzbericht eines Schülers zum Geschehen, es wird auf nächste Informationen zu Gegenaktionen gewartet.

Foto: urheberrechtlich geschützt. Details per Klick.

update 27.11.2009 – auf indymedia erscheint eine erste hochrechnung der proteste gegen die räumung.

Written by wn030

November 24, 2009 at 7:06 pm

Besetzung zweite Runde: geht den Studenten die Puste aus? (UPDATE – Schnappschüsse von der Lesebühne im besetzten Hörsaal, 21.11.09)

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[wn030 – life aus dem besetzten Hörsaal 1A in der Silberlaube der WerbeFreien Universität Berlin]

Die am 11. November 2009 nach einer klaren Zusage der versammelten Studenten begonnene Besetzung des Hörsaals geht in ihre zweite Runde.  Die folge-Vollversammlung, am gestrigen 18.11. im überfüllten Hörsaal mit Gastredner-Professor Funke abgehalten, ergab ein weiteres klares “OK” der Studenten, die auf Ergebnisse hoffen und auf das Durchhaltevermögen ihrer Kommilitonen setzen.

alle fotos unterliegen dem urheberrecht, bitte bei interesse direkt kontaktieren

Nun werden – und bleiben – gleichzeitig mehrere Fragen spannend:

1.) gelingt es den Studenten, die vorhandenen und ihnen zugängigen Informationskanäle so zu nutzen, daß die Öffentlichkeit wie auch ihre eigenen Mitstudenten (diejenigen, die unzufrieden sind, aber noch zu fest im Glauben an das Unumkehrbare und die Macht der Gewohnheit glauben) informiert werden? Schaffen es die Studenten, das wichtigste ihrer Ziele – die nicht nur für analoges oder digitales Papier entworfenen Forderungen mit ihrer Um- und Durchsetzbarkeit zu kommunizieren? Schaffen sie es, den Druck, den sie (Zitat Funke) “diesmal haben”, ihre Argumente, die – wie man munkeln hört – selbst an Präsidiumsvertretern nicht vollends vorübergehen – festzuhalten und zur Waffe gegen die geballte Macht der bachelorisierten und modularisierten “Normalität” zu verwandeln?

2. Erkennen sie, wie wichtig es ist, unter ihren Punkten diejenigen auszusuchen, von denen sie sagen können – ohne DAS erreicht zu haben, bewegen wir uns hier nicht hinaus? An der FU könnten das Unterschriftenlisten werden, eventuell auch die Forderung der Öffnung von Zugängen zum alten Magistersystem, auf daß sich das alte System selbst beweise –  der Öffentlichkeit zeigen kann, daß es sich vor einer 2praktischen Prüfung” seitens der Studenten nicht fürchte. Des weiteren gilt: die Studenten freuen sich über Lenzens Abgang, doch der neue sollte, muß in universitären allgemeinen Wahlen gewählt werden, die studentische Forderung nach einer Viertelparität ist hier eine denkbar bescheidene Minimalforderung, die dem Weitblick der HU-Studenten in diesem Punkt weit hinterherhinkt.

3. Wie gut klappt in den nächsten Wochen die als “Vernetzung” bezeichnete Kommunikation mit ihren Nachbaruniversitäten, mit den Universitäten in anderen Bundesländern, mit den protestierenden Studenten und besetzten Hörsälen in den Nachbarländern, wie gut diejenige mit besetzten Universitäten auf anderen Kontinenten? Der Blick auf den Stand der Dinge – per googlemap läßt sich täglich ein Überblick über die aktuelle Lage erhalten – eine Übersicht ist aber auch als Liste zu erklicken – verrät: hier ist noch viel zu tun.

Natürlich mehren sich – während die FU gelegentlich leise für ihr Übermaß an “Getult” (man könnte es auch Zähigkeit nennen, Sturheit oder Durchsetzungsentschlossenheit) beschimpft wird (von Institutsmitgliedern aus üblichen Gründen, von Studenten aus Wut über das Verhalten von humanoiden Universitätsbestandteilen im Akademischen Senat (18.11.09), leise gegrummelte Beschimpfungen zumal, die angesichts hereinschneiender Berichte über Polizeiaufkommen – nicht verwundern müssen, allerdings bleibt zu hoffen, daß die Besetzer der WerbeFreien Universität darüber weder ihre Diskussionsfähigkeit, noch ihre Zielfokussierung und Standfestigkeit gefährdet.

Und noch immer überrascht das Weghören der Medien einem Vorfall gegenüber, der Journalisten doch im Grunde – schon aus metamedialem professionellen Interesse – hochkochen lassen müßte – noch immer ist nichts zu hören von Redakteuren, die sich bei dem N24-Sender die Bestätigung der präsidialen “Hausrecht”-Behauptung abholen, die aus “Dieters” (Dieter Lenzens) Büro zwei Tage nach dem Erscheinen eines am 11.11. erschienenen Tazartikels abgegeben wurde. Daß Medien sich die eigene Arbeit von Hamburger Mondraketen-Nachfolgern verbieten lassen, hätte man doch gerade aus journalistischen Kollegenkreisen für eine berichtenswerte “Kleinigkeit” gehalten. Bisher tut der Blätterwald jedoch, als hätte er davon noch nichts gehört.

Die entsprechenden betroffenen Medien tun sehr betroffen (nach N24 am 11.11. ist es am 19.11. ganz frisch selbst die ARD…) und verkrümeln sich mit einer leisen Entschuldigung am Telefon. Und tun weiterhin, als wäre [neben, unter uns – einem doch ziemlich peinlichen Verhalten der beiden -edit 24.22. jetzt mindestens drei- Sender] – das Verhalten des Präsidiums keine WASHNSINNSHEADLINE.

Beim Abendplenum in der FU um 18 Uhr (bis 20:45) dagegen einiges an positiven Nachrichten. Neben hörbaren Inputs und gesprochenen updates wie der Nachricht, daß heute abend auch in der katholischen Fachhochschule ein Hörsaal besetzt wurde und damit nun insgesamt 6 Hochschulen in Berlin Hörsäle besetzen, ist im Gespräch mit anwesenden Dozenten eine Einladung der Dozenten zum gemeinsamen Gespräch über die Umgestaltung der Studienbedingungen von Studierenden mit einer Gegeneinladung beantwortet worden, ab jetzt können sich die Studenten mit den ersten Vorbereitungen eines runden, inneruniversitären Tisches im Plenarraum beschäftigen. Es wurde zwar mehrfach darauf gepocht, daß die Studenten bei einem runden Tisch in der FU keine Lösung von Problemen erwarten, die in den Bundestag gehören, doch zum Glück sind auch weiterhin genügend Arbeitsgruppeninteressierte Studenten und tätige interessierte Mitstudis für genau diese Fragen da. Besonders eingeladen wird seitens der Studenten zu den kommenden Terminen, die sich in der “AG Umsetzung” um die konkrete Ausgestaltung von Umsetzungswegen (in einem dreistufigen Verfahren) kümmern, diese Termine können in den Wikiterminen leicht gefunden werden (es handelt sich um den kommenden Montag und Dienstag). Das Problem mit einer “bestimmten Zeitung” in dieser Stadt, die sich für das Thema Studentenbewegung plötzlich interessiert zeigt, weil´s halt Kohle einbringt, bei der man schon froh sein kann, daß es dort nicht auch diesmal wieder heißt: “köpft die langhaarigen Faulpelze, Schnorrer und Gauner!” wurde ein für alle mal (zumindest bis zum nächsten Plenum, aber wohl doch ein für alle mal) in diesem… nicht eben geschichtsunträchtigen Raum erledigt. Und wo wir schon bei Medien sind: selbst :] das ‘berühmt-berüchtigte’ watch-FU-Blog könnte, falls die Gerüchteküche noch ein bißchen länger so brodelt, in neue, vertrauenswürdige Hände übergeben werden. Details später bei Gelegenheit als purer Link an dieser Stelle.

Zurück von der Gerüchteküche zur Gerüchte-Vokü: ja, Lenzen ist in Hamburg u.a. von mehreren hundert protestierenden Studenten gesichtet und begrüßt worden. Er versuchte – so die Berichterstattung life im Abendplenum durch einen Hamburger Studenten  – wohl tatsächlich, sich vorzustellen, was aus mehrerer Augen Sicht in einer Flucht zur Toilette geendet hat. Kurzum: einen Raketenplatz mit einem Dieter zu besetzen, könnte vielleicht schwierig werden, weshalb an der FU weiterhin Leute sagen: “Gebt dem Dieter einen neuen Job, ey” (und nicht denselben, ein paar Zentimeter weiter auf der Landkarte. – Nichts gegen Grundschullehrer, aber… gleich an einen Uni-Präsidiums-Sitz?) Wer ist damals auf diese ulkige Idee eigentlich gekommen?

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nachtrag 20.110.2009 – zitierbarer satz für die taz. LIEBE TAZ. wie die ag´s darauf reagieren, daß dieter als nächste hamburger mondrakete schwerlich in frage kommt aber selbst nach DIESER NDR-sendung durchgedrückt wird, kann man LIFE vor ORT erfahren. am besten mit arsch hoch und vor-ort-recherche, liebe leute. die sender bemühen sich und bekommen ihre dreh-termine von oben verboten (und halten sich auch noch daran, ein etwas peinliches medienverhalten, müßt ihr doch zugeben). – daß aber die liebe taz so lange braucht, um sich ein paar studentische stimmchen selbst vom ort statt bequem übers telefonchen einzuholen, stimmt bedenklich. jedenfalls wurde auf der letzten vollversammlung von einem studenten m/w der satz ausgesprochen, daß die studenten sich nun daran machen sollten, ihre wahlveranstaltung vorzubereiten. wenn ihr versteht, was wir meinen.  es gab irgendwie ziemlich zustimmung dazu, es müssen sich nur ein paar weitere leute dazu an die arbeit machen. was und wieviel DAZU schon in der mache ist, erfährt man aber vielleicht wirklich am besten vor ort, hm? (sonst endet das wie damals mit der kavala-meldung in der nachrichtenagentur. selbst kritisiert ihr die schreibtisch-recherchen und dann plötzlich sowas.)

kleiner weiterer nachtrag. beim abendplenum des 20.11. wird neben vielen ebenfalls relevanten tagesordnungspunkten ein problem laut, das bisher noch kein lautes war, langsam jedoch zu einem solchen zu werden droht. ag kultur (derzeit v.a. mit konzerten beschäftigt…) geht jetzt soweit, künstlern (liedermachern, konzerteauftretern) termine zuzusagen, die schließlich zu einem zurückdrängen der abendplena-zeit führen. heute akut gefahr diesbezüglich in sicht. es kriselt im gebälk zwischen leuten, die unbedingt “spaß, noch mehr spaß” und am liebsten bald “nur noch spaß” haben wollen und denen, die von den abendplena und den eigentlichen zielen/forderungen nicht abzulassen gewillt sind, quasi gegen ein inneres, inhaltliches aufweichen gegenarbeiten. es – kriselt im gebälk. ein bißchen. kurz. unter termine im wiki die ergebnisse dieser kriselei. wenn ihr dort AUCH NUR EINEN kulturpunkt VOR 20 uhr (2 std ist min.zeit für das abendplenum) entdeckt, wißt ihr, daß das problem beginnt sich auszubreiten. solange KEINE termine vor 20 uhr drin stehen, ist soweit noch alles in joghurtbutter.

edit. 21.11.2009 – am heutigen samstag räumen die besetzer temporär das feld für ein archäologen-meeting. geht um ausgrabungen und um eine werbe-einladung für ein meeting 2010. die uni ist an diesem tag ziemlich leer, es gibt einen haufen leere seminarräume, die das grüppchen, das hier versammelt ist – aufnehmen könnte. Kaum 100 leute sitzen hier drin, die hätten auch in dem saal, in dem brittnacher mittwochs die vorlesung hält, allemal platz gehabt. unglaublich: dafür wurde die TÜR ZUM GARTEN zugemacht (!) – foto davon wird nachgereicht. edit-edit: wenige minuten später entschuldigen sich zwei bestandteile der archäologen-orga, sie hätten nicht vorausgesehen, daß die veranstaltung so gering besucht ausfallen würde. das ist noch keine erklärung dafür, daß: a) nicht spontan – sobald klar ist, daß zu dieser veranstaltung kein bedarf daran besteht, die besetzer nach außen zu verdrängen (die spielen jetzt musik im foyer, reißen sich beim herumtragen um das pressehandy, das sonst friedlich auf dem pressetisch liegen kann…) :] – und solche sachen. also: das  – daß also erst knapp/spontan ersichtlich war, daß wenige leute kommen – ist keine erklärung dafür, daß man diese veranstaltung nicht doch – ebenso spontan – mit einem deutlichen schildchen – in den brittnacher-mittwochsvorlesungs-saal gelegt hat. was allerdings dem ganzen faß den boden ausschlägt, ist das hier: foto 1foto 2. (foto 2 ist bißchen schärfer.). die archäologen-veranstaltungs-orga – entschuldigt sich nicht für das VERSPERREN unserer gartentür. denn: sie sagen, sie haben damit nichts zu tun. sie hätten die tür nicht zugemacht. also: wer war es? wer hat einen präsidiumsvertreter hier reingelassen?

edit-edit abend während des abendplenums  samstag 21.11.09 (hier mitschrift bald verlinkt) – rauchpause zwischendurch ergibt: die privatfirma hat hier seit dem ersten tag der besetzung nicht nur die erkennbaren wachschutz-leute, sondern auch privat-wachschutzmänner drin. (sehr kurze haare.) – gerade der mit den sehr kurzen haaren ist mit seinem gehalt “sehr zufrieden”, für ihn ist die welt in ordnung. der deutlicher gekennzeichnete sieht das schon skeptischer. der mit den kurzen haaren ist (entgegen seiner aussage, an der an dieser stelle nicht gezweifelt werden muß) hier in der nähe vorher noch nicht gesichtet worden. auffällig waren an den ersten beiden tagen der besetzung eher ganz andere beobachtende personen mit “edlerem” outfit, von ganz anderer etage geschickt. (der mensch mit den ganz kurzen haaren macht übrigens bißchen sehr sorgen, muß man aber abwarten, wie das hier so weitergeht…)

zu dem folgenden wäre in der feuilleton-sparte demnächst wohl etwas neues zu erwarten. jetzt als update-vorschau. – samstag, 21.11. seit 21h:

lesebühne im besetzten plenarraum der FU silberlaube

Iris Schwarz liest “Das Gleichnis vom Studierenden, oder Gott failt durch”. den hier gelesenen text findet man übrigens an dieser stelle verlinkt.

ein weiterer, um 23:40 gelesener text des heutigen lesebühnen-abends heißt “räumung”. autor: Michael Feindler.

dies als frisch für den lesebühnenabend im besetzten hörsaal von Michael Feindler getextete beigabe.

zwei seiner stücke aus dem von Michael heute servierten lyrischen hauptmenü lassen sich übrigens sehr nett HIER ansehen und anhören (slampoetry-videoaufnahme)

FU 11. Novemer 2009 – Audimax besetzt – UPDATED. neuer geht nicht.

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alle fotos sind autoren- bzw. urheberrechtlich geschützt. bei interesse vor ort anfragen.

[wn030. Berlin] Am heutigen Mittwoch haben Studenten der Freien Universität um 12:30h bei einer Vollversammlung, die für diesen Tag um 12 Uhr anberaumt war und zu der Gäste aus Wien, Potsdam und weiteren rührigen Bewegungszentralstädten zu Gast waren und als selbige zur Sprache kamen, einstimmig die Besetzung des Audimax (Hörsaal 1A in der sogenannten “Silberlaube”) entschieden. Da der Hörsaal bei dieser Vollversammlung so voll (“proppevoll!”) erlebt wurde, wie nach Aussage teilnehmender Studenten “höchstens im Wintersemester 2005/06”, können die Gegenstimmen dieser Besetzung, zu deren Zählung nicht viele Finger einer einzigen Hand reichen, als sich “im Promillebereich” befindend genauestens umschrieben werden. (und zwar im promillebereich der zahl hinter dem komma hinter der null.  anm. einer d. mitschreibenden hände d. red.: dieser satz ist schon am 11.november hier online gewesen und wer sich getraut hat, den hier herauszueditieren, mit dem hab ich demnächst mein hühnchen zu rupfen, und zwar höchstpersönlich. FINGER WEG! PROMILLEBEREICH DER ZAHL HINTERM KOMMA HINTER DER NULL! ICH WAR DA,   KLAPPE HALTEN.

Für 20 Uhr des heutigens Abends will man sich an eben diesem Ort zu einem Generalplenum versammeln. Versammeln – denn die Zeit dazwischen wird in nicht unproduktiver Gruppenweiser Zerstreuung für das Entfernen störenden Werbemülls, zur kreativen Beschäftigung an Transparenten u.a. für die geplante große Demo (“Großdemo”) am 17.11.2009 (17. Nov bzw. 17. November 2009) sowie zur raschen Auffrischung bereits bestehender Forderungskataloge und vernetzender Aktivitäten mit solidarisierenden Universitäten im Land plus Nebenländern genutzt.

Während die Taz des heutigen Tages bereits leichte Vorahnungen (Gerüchtestreuung) zu erwarteter Nebenwirkungen des studentischen Protests in die Welt gesetzt hat, bemühen sich die studenten um ein möglichst rasches Zureichen des für Nachrichten verwertbaren Zusatzstoffs: Peter Grottian wurde bei der Vollversammlung gesichtet und gehöret, der “Bildungsgipfel” erweist sich als inmitten letzter Vorbereitungen begriffen und der Upload einer Lenzenbewerbung (ein pdf-Dokument, nennen wir es “Das Material”) wird heute abend erwartet und hierorts verlinkt – erwartungsgemäß mit Details der entsprechenden, durchweg gelungenen Redebeiträge.  [edit: es ist jetzt auf dieser seite weiter unten.]

Um 18:20 ist jedenfalls in der FU nicht zu befürchten, dass den Studenten in diesem November die Oinkgrippe letzte personelle (von ermüdenden Nebenwirkungen geplagte) personelle Ressourcen raubt.

Festzustellen ist, dass die Entschlossenheit, Streikbewegungen verschiedener Funktions-Schichten der hiesigen Bevölkerung aktiv miteinander ins austauschende Gespräch zu bringen, an der FU weiterhin in die Tat umgesetzt wurde und wird. Ein vertreter der steikerfahrenen Gebäudereiniger (O-Ton: der “Gebäudereinigerinnengewerkschaft”, in großes I war nicht herauszuhören…) hat unter Applaus stellvertretend für seine Kollegen Solidarität mit den weiterstreikenden Studenten bekundet. Weitere Wortbeiträge hielt eine Vertreterin des Studentenwerks, die kurz auf jügste Ergebnisse protestentschlossenen Einsatzes hinwies (hierzu baldigst ein Konkretlink).

Das Präsidium hat das Erscheinen eines Vertreters (m/w) zum Plenum um 20 Uhr angekündigt (siehe hierzu details auf der verlinkten seite weiter unten). Währenddessen (gleichzeitig) ist auch das Audimax der Humboldt Universität (vorläufig bis zum 18. November) besetzt.

20:05 wird durchgegeben, dass zum selben Zeitpunkt die HU von Polizeibussen umstellt ist, dort wird offenbar eine Räumung eingeleitet.

Nächster Upload: gegen 21 Uhr.

21h. das präsidium teilt durch fr. lehmkuhl mit, dass es sich entschieden hat, vorerst nicht (wie gerade zur selben zeit an der HU geschieht) räumen zu lassen. die studenten teilen dem präsidium durch die studenten mit, dass sie sich entschieden haben, sich nicht aus dem hörsaal 1A (also dem audimax bzw. dem großen plenarsaal, beides “pseudonyme”, nicht nur synonyme, des räumchens und seiner konnotationen) verdrängen zu lassen. und zwar zum seminarzentrum sollten sie umgelegt werden (dazu gebracht werden), und zwar: OBACHT! weil die TOILETTEN DORT NÄHER SIND. niemand – bisher – hat deutlich darauf aufmerksam gemacht, dass diese argumentation ein spitzeneinfall war. nur leider stimmt das nicht, die sind hier keine 5 schrittchen entfernt. fünfeinhalb, um genau zu sein. (wenn man zu gehen weiß). eine studentin brachte die thematik aber sehr stichfest auf den punkt, als sie dem präsidium (via frau lehmkuhl) mitteilte, dass sie sich gerne entscheide, wo sie sich schlafen legt genau dann, wenn sie schlafen geht. das sei aber eher dieser raum hier, weil der boden hier bequemer sei. es dauerte ein weilchen, aber die studis sind da. bisher noch alle gesund, ganz und noch ohne schlagstock-knüppelflecken (der farbe blau). (fast so blau wie enzianblaue O2-werbung in unifluren.) (und DIE kann erst kopfschmerzen machen…)

Zur selben Zeit jedoch kocht die Situation an der Humboldt Universität hoch. Es sieht derzeit nach Strafanzeigen aus, wie zu vernehmen ist “aus informierten Kreisen”… es werden Studenten von der Polizei nicht in ihre eigene Universität hereingelassen.

(next upload, sobald news.)

22h – nach einer den studenten auf dem plenum mitgeteilten SMS-nachricht sind trotz (bzw. eher aufgrund) der entscheidung der HU-leitung, sich schlagstockträger zur lösung eines konflikts zwischen studenten und der leitung zu bedienen, nunmehr zwei räume an der Humbold Universität besetzt.

schnell nachgetragene wichtige zwischenmeldungen. das gestern in gemeinsamen aktionen der studenten zusammengetragene werbemüllmaterial betrug im volumen: einen ganzen container (groß, schwarz quadratisch), davor etwa 2×3 m auf dem boden des großen plenarsaals in etlichen schweren hochglanzschichten gesammelten papierschrotts.

weiterhin: nach bisher vorliegendeninformationen werden die studierenden in der HU weiterhin vorläufig geduldet, vor ihrem nächsten plenum findet allerdings eine VL der dortigen jurastudenten statt, letztere solle geduldet werden (von den HU-studenten), dann gäbe es möglicherweise eine weitere duldungsphase. die VL der jurastudenten soll im besetzten audimax stattfinden.

vertreter des präsidiums FU: androhung räumung, falls die besetzung an der FU ausgeweitet werden sollte.

TÄGLICHE TERMINE WÄHREND DER BESETZUNG AB JETZT:

(1. orgatreffen 9-10 uhr)

2. INFOPLENUM täglich 12 UHR (ZWÖLF UHR)

3. GROßES PLENUM 18 UHR (achtzehn. sechs uhr abends. 6 p.m.)

um kurz nach 10 uhr kristallisiert sich konsens in der FU-studierendenschaft im großen plenarsaal heraus, den kanzler der universität (peter lange) zu einem gespräch hierher einzuladen, was ein bißchen an der zeit ist, weil der kanzler bereits (mehrfach nach hiesigen gerüchten) gesprächsbereitschaft signalisiert hat.

kurze durchsage an alle neuen leser (wg. o.g. neuer andeutung/drohung des präsidiums s.o.) – die telefonnummer der rechtsanwältin wird am infopoint hinterlassen. infopoint-telnr. ist oben angegeben.

kurze durchsage an arbeitgeber von studijobs: die perfekt auf studentische bedürfnisse angepassten carepakete wurden getreu nach plan der werbeinteressierten heute zwischen 10 und 11 an studentische hände übergeben, wenn man auch gestehen muß, dass selbiges diesmal ca 50x so schnell geklappt hat als üblich. die jobbenden jungs trinken jetzt ihren verdienten pausenkaffee, die getrennten freß-, sani- und schreibmaterialpakete werden nun zu hierbleibenden und solipaketen für die HU sortiert. der ganze haufen papiermüll wird zu zeitungspapier gemacht (für zeitungen, die auch auf qualitäts-makulatur etwas setzen).


Entwerbungsaktion an der (Werbe)Freien Universität vom 12.11.09:


auch das folgende bild gehört zur Entwerbungsaktion an der FU vom 12.11.09:

foto: fu-studi. die fotorechte an den bildern von der Entwerbungsaktion finden Sie im text unter diesem bild genauer aufgeschlüsselt.

news…. ticker…. die UdK teilt am Donnerstag nachmittag (12.11.09) mit, dass sie sich am montag um 17 uhr trifft… (…16.11.09 um 5 p.m. ….) – ort: raum 9 beim asta. dort trifft man sich, damit man dann zu mehreren, da ja dann mehrere da sind, zu einem größeren, dafür organisierten raum gehen kann. wiederholung: U(niversität) d(er) K(ünste) trifft sich am montag 17 uhr (s.t.) bei der asta. raum neun. (DER ASTA BEI DER ASTA TRIFFT MAN SICH ausrufezeichen.)

…wg leichtem inhalteverlust am 12. nov, uns für selbigen inhalteverlust (bzw. das doch recht späte aufmerksam werden darauf unsererseits) entschuldigend, setzen wir hier den nachtrag der bei uns in der nacht vom 11. auf den 12. november online gewesenen (weiter oben noch vor kurzem life zur verfügung gestellten) medienlinks

1.) morgenpost (avec dpa) (nacht auf den 12.)

2.) tagesspiegel (nacht auf den 12.)

3.) taz (nacht auf den 12.11.09)

neue links:

4.) taz (offizielles datum 13.11.09, aber eigentlich schon vor mitternacht 12. auf 13. da)

— wh infopoint-telefonnummer: (…ist zu finden auch über bildungsstreik-berlin[die als seite übrigens auch verlinkt war, der link, wenn sowas verschwindet, dann wird es doch schon ein bißchen ernst…] … ) die telefonnummer ist jedenfalls: (…online bei uns gewesen. ab VV…das gibt es nciht, die tel.nr hat nicht zu verschwinden…) –

in der zwischenzeit ist die (zweite) telefonnumer des infopoints das kommentarfeld dieser seite.  (…ja, ist ein bißchen doof – ist auch nicht besser als ein anrufbeantworter, aber sind anrufbeantworter wirklich so schlimm?) –  aw kommt – im kommentar- oder dann im textfeld hier.


wichtiges update zum stand der forderungen des – besetzten plenarsaals:

DER FU-FORDERUNGSKATALOG wird auf dieser seite ausgearbeitet.

das wn 030 (nacht vom 12. auf den 13.11.2009.)

ansonsten bleibt nur kurz zu vermerken, dass es nach bisherigem kenntnisstand in diesem lande etwa 18 sein müßten (also ca. 18 besetzte unis. konkreter wäre ja noch schöner, weil wenn man grade eine dazu zählen will, wird woanders auf studis geknüppelt, und dann heißt es schon wieder: “unkonkret, nicht genau genug, weil waren ätsch 18 nur zwischen hmhm und hmhmhm uhr am 12. november. also kommt eine aufzählung erst im laufe des freitags. mitsamt derer, die eigentlich auch immer noch besetzt sein müßten, wenn. wenn es nicht immer wieder genug leute in diesem land bereitfänden sich, einfach mal loszulegen mit “sportspaß im dienst”, weil einer feuer frei ruft. weil halt noch ne uni brennt irgendwo. [auf einem motto, slogan zwar nur, aber das kriegen die sportler im dienst ja dann eh nicht mehr mit.] )

…ps nur nebenbei zum thema, a propos “uni brennt”.  die ganzen ferkelgrippen, die sich die armen studis hier in der kälte holen – muß das sein? das sind studis, die sind volljährig. müssen die wirklich selbst im plenarsaal tun, als wären die bei ner nichtraucher-wohnungseinweihungsfeier? (ich frag ja nur. i.A. von AG ASCHÖNBÈSCHÄ.)

(..ticker. wir erfahren gerade, daß hier das foto des tages rinkommt. pst!)

(räusper.)

und übrigens. liebe MEDIENANGEHÖRIGE. liebe JOURNIS. SCHREIBIANER. KURBLER. MIKROLAUSCHER. UND SONSTIGE. KOLLEGEN. DA DRAUßEN. NUR MAL SO UNTER UNS.

ähm.

die studis besetzen hier mal eben den großen plenarraum

und es ist gefällichst ihr raum, wie ihnen zugesagt in und für diese zeit mindestens. und ihr laßt euch bei euren vor-ort-terminen von euren chefs anrufen und euch verzähln, daß der DIETER bei eurem chef anjerufen und ihr euch verkrümeln sollt, weil er da hausrecht?

aus potsdam die news, sobald wir genaueres wissen, was damit gemeint war, als die leitung der uni den studenten der uni (potsdam) mitgeteilt hat, dass “AUCH WIR” (als unileitung potsdam) RADIKAL SEIN KÖNNEN.” – wie genau radikal, wie weit radikal. so radikal, wie da oben beschrieben? “SCHEIßEGAL, WER WIEVIELE KNÜPPEL AUFN SCHÄDEL KRIEGT”?, BEKOMMT MAN DAS MAL GENAUER ZU HÖREN? – “freie radikale unileitungen” ist zwar ein schicker spruch, warum auch nicht mal (2087 vielelicht, aber auch dann wäre ich ein bißchen baff…) – aber was 2009 am 13.11.09 damit gemeint war, dass “AUCH WIR” (als unileitung potsdam) “AUCH RADIKAL SEIN KÖNNEN.” – jedenfalls wolken über potsdam, den sportvereinen ohne dienstnummern wird gerade in trainingsräumen vermittelt, dass die wolken (obwohl da eigentlich wasser runterkommt, wenn ich meine hand so ausstrecke aus dem red.fenster…) – BESTIMMT “DIE WOLKEN SIND; DIE ENTSTEHEN, WENN UNIS BRENNEN”.


…pssst… neueste antwort von präsidium lautet: “nein, quatsch ähm war nicht “hausrecht”, sondern “störung des bildungsbetriebs”…”

ksch, stop mal: taz zu TU am (“offiziell erst am”) 14.11.2009

scheinen aber ihren spaß dran zu haben. am life-recherchieren, die tazler, gelegentlich, oder was haltet ihr von dem ergebnis?


…mo, 16.11.09, kurz nach dem UdK-treffentermin 17 uhr…

ort: besetzter plenarraum in der WerbeFreien Universität:


…zur erwarteten pressekonferenz an der FU ist eigentlich nicht viel anzumerken außer dieses…

…und die demo – da wollen wir mal hoffen, dass auch diesmal wieder keine zahl, die sich ihrer schämen müßte, den weg zum roten rathaus findet.


stand pressespiegel im wiki 18.11.09

wn030, 18.11.2009 – 18. Nov 09 – 18. November 2009

WerbeFreie Universität Berlin

studentische VollVersammlung (unter Beteiligung von Dozenten u.a. Interessierter) am 18.11.2009 – Plenarraum ist zum Platzen voll, Leute stehen in den Gängen nach draußen, sitzen auf Stufen, stehen hinten (…an die Kunstwand gelehnt…)eine Woche nach der ersten Versammlung, die die Besetzung des Plenarraums der FU (Hörsaal 1A, Plenarsaal, FU-Audimax…) – beschlossen hat und einen Tag nach der Bildungs-Streik-Demonstration stellen die Besetzer und studentischen Aktiven den Studenten ihrer Universität die Ergebnisse der ersten Woche vor und fragen, ob sie von ihnen die Zustimmung zum Weitermachen erhalten. Das Ergebnis der Frage ist eindeutig und lautet – mit überwältigender vokalischer Einstimmigkeit: Ja, begleitet von Applaus. Die Studenten sagen den Studenten zu, ein Anrecht auf Zeit zu haben, an den Themen weiterzuarbeiten (Forderungen, Präsidiums-Nachfolge, Studiengebühren bundesweit, Kommunikation mit anderen Universitäten und den Bewegungen in der eigenen Hauptstadt u.n.v.v.v.v.v.v.v.a.m.)


-shortlink: http://wp.me/psdI6-wu

“Wir zahlen nicht für eure Krise!” – Aktionstag mit Aktion Banküberfall in Berlin – 17.9.2009

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edit: offizielle pressemitteilung des bündnisses “wir zahlen nicht für eure krise!” online. scroll down for it.

17.09.2009. am tag, als die nachrichtenagenturen durchgaben, dass die vereinigten staaten auf das schutzschild in polen verzichten. es ist jedoch leider die rede von einem alternativplan.

[wn030. berlin, 17. sept. 2009, 19:30 uhr] Der heutige Aktionstag “Krise findet Stadt” (organisiert u.a. vom  Aktionsbündnis “Wir zahlen nicht für eure Krise”) scheint in Berlin nach ersten eintreffenden Berichten bunt und gelungen ausgefallen zu sein. Wir erwarten erste Details im Laufe dieses Abends. Hier schon mal eine Vorschau auf die eintreffenden Bilder vom Tage:

Foto: wn030 / Anna Panek

kurzbericht faules flußpferd: aktion moabit mit zunächt 30, dann mehr personen gut verlaufen. veranstalter zufrieden, wollen von 1x/monat auf 1x/woche erst langsam umsteigen.

kurzbericht faules fußpferd 2: akition zahltag! keiner muß allein zum amt! am jobcenter mitte mit 40+ aktionsbeteiligten erfolgreich verlaufen. veranstalter wollen sich das umsteigen von 1x/monat auf 1x/woche gemächlich überlegen, es sei mit den bisherigen 1x/monat-terminen noch genug zu tun…

kurzbericht tygrysek: aktion 13h abdankung: stellvertretend hat die senatorin für stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, abgedankt. die fliegende abdankungsurkunde (klick aufs bild) ist fast an ihre bürofenster gekommen, sie hat aber mitgeteilt, dass sie es lesen konnte. details folgen.

kurzbericht usw: 15-16h aktion umsonstfahren erfolgreich, zwei gruppen (grün) bestätigen stapel verteilter umonstkarten, keine vorfälle, die den versuch einer kriminalisierung dieser aktion vermuten lassen würden. zwei rote gruppen liefern kurzbericht an anderer stelle ab, wir verlinken, falls der ort der publikation, der lieferant des kurzberichts und das drumrum sich als verlinkbar erweist – falls nicht (nichtverlinkung ist wahrscheinlich), findet ihr die links dazu an entsprechenden stellen auf neben- und nachbarseiten im netz.

kurzbericht apk: 16 kundgebung am wittenbergplatz erfolgreich. details folgen.

kurzbericht plaggin: nach 18h: ein paar gruppen haben einige überraschte polizeibeamte über eine kreuzung laufen lassen, die herren sind ein bißchen außer atem gekommen. etliche banken im verlauf der aktion geschlossen, von innen. (auch von außen-innen). diese angaben können visuell belegt werden, details folgen. im verlauf der aktion kamen ein paar stinkende karosserien zum stehen.

aktionstag – linksammlung

indy1 (berlin)

indy2 (köln)

indy3 (berlin, zum zahltag, mit weiteren medienlinks, u.a. taz)

von den bei der abdankungsaktion fehrbelliner platz verteilten flugblättern halten wir das hier für das gelungendste. upload hiermit.

Presseerklärung des Bündnisses „Wir zahlen nicht für eure Krise“
Bundesweiter Aktionstag am 17. September findet große Resonanz – Aktionen und Kundgebungen in 28 Städten

In mindestens 28 Städten wurden auf den Aufruf des bundesweiten Bündnisses „Wir zahlen nicht für eure Krise“ Aktionen unterschiedlicher Art durchgeführt: Kundgebungen, Demonstrationen, Belagerungen von Banken, Konzernen und Ämtern, Filmvorführungen, Straßentheater, Aktionen vor Betrieben, Infostände usw. Bernd Riexinger, Geschäftsführer des ver.di Bezirks Stuttgart und Mitglied im Stuttgarter Bündnis: „Wir freuen uns, dass sich so viele Menschen beteiligt haben und sich in immer mehr Städten aktiven und handlungsfähige Bündnisse gründen.“

In Stuttgart versammelten sich etwa 700 Menschen zur Kundgebung vor und im Rathaus und forderten ein Ende des Sozialdumpings . Weit über 1000 Menschen nahmen an der abendlichen Abschlusskundgebung teil. Das nordhessische Widerstandsbündnis verteilte 4000 Flugblätter in der Fußgängerzone von Kassel und informierte über die Folgen der Krise auf kommunale Infrastruktur und Sozialpolitik. In Berlin wurde der Tag von der Aktion „Keiner muss allein zum Amt “ am Jobcenter Mitte eröffnet, in dem Begleitservice für Hartz4-Empfänger angeboten und genutzt wurde – vergleichbare Aktionen fanden auch in Hanau, Mannheim, Karlsruhe und Köln statt.

Im Zuge der Kundgebung „Die Krise findet Stadt“ wurde eine mehrere Quadratmeter große Abdankungsurkunde vor dem Büro der Senatorin für Stadtentwicklung an Ballons vor den Fenster ihres Büros gehisst. (wn030:  wurde in drachenform zu ihrem fenster gesteuert)

Von der Kundgebung auf dem zentralen Wittenbergplatz startete die Aktion„Banküberfall“, die symbolisch die Rückgabe der staatlichen Gelder, die Vergesellschaftung des Bankensektors und die Demokratisierung der Wirtschaft forderte. Die Menge von über 100 Personen wechselte so schnell zwischen verschiedenen Banken, dass Gegenmaßnahmen der Polizei vergeblich blieben.

„Der Aktionstag hat gezeigt, dass vielen Menschen nicht bereit sind, die Abwälzung der Krisenfolgen auf Erwerbslose, Beschäftigte, Schüler/innen und Studierende, Migrant/innen und Rentner/innen hinzunehmen und das wir für die nach den Bundestagswahlen anstehenden Kämpfe bereit sind “, so Christina Kaindl, Sprecherin des bundesweiten und Berliner Bündnisses. Das Bündnis trifft im November zu einer Aktionskonferenz zusammen und berät weitere Schritte.

Informationen über Aktivitäten vor Ort können auf der Homepage www.kapitalismuskrise.org abgerufen werden. (wn030: zu den zukünftigen terminen der begleitservice-aktionen informiert die seite des berliner mayday. das kann man googeln. oder linkklicken.)

wn030 zusatz: zur aktion “abdankung der berliner senatorin für stadtentwicklung” informiert diese seite detaillierter (link zur vorab-ankündigung der gruppe soziale kämpfe).

auch im gentrificationblog ist eine seite zum aktionstag zu finden.

Written by wn030

September 17, 2009 at 5:13 pm

Räumungsgefahr in Berlin Friedrichshain – Demonstration am 8.9.2009

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(platzhalter, vorbereitend. fotos und bericht zur demonstration im laufe des abends vom 8. auf den 9.9.2009) – anm. 21h: weitere fotos und ergänzung des beitrags ab 23h (verwaltungsbezirk friedrichshain-kreuzberg)

[wn 030, Berlin] Am heutigen Dienstag haben in Friedrichshain 700 Menschen (anm.: s.w.u.) unter dem Motto “Keine Räumung unter dieser Nummer” für die Erhaltung räumungsbedrohter Hausprojekte demonstriert. Zur Demonstration hatte die Kampagne WBA – Wir Bleiben Alle! aufgerufen. Im Fokus standen v.a. das seit 19 Jahren bestehende Hausprojekt in der Liebigstraße 14, die  ebenfalls räumungsbedrohte Brunnenstraße 183, die Rigaer Str. 94 und die Wagenburg Schwarzer Kanal: Haus- und Wohnprojekte, die der Stadt demnächst verloren gehen könnten.

Foto: Anna Panek


Konkreten Anlaß zum Demonstrationstermin gaben drei Prozesstermine gegen Mieter der Liebigstraße 14, ein 1990 besetztes und 1992 zunächst legalisiertes Hausprojekt mit 27 Bewohnern. Nachdem 1999 das Haus an die LiLa GbR verkauft worden war, kündigte Suitbert Beulker, einer der beiden Gesellschafter der LiLa GbR, den Mietern fristlos. Die Mieter der Liebigstraße gewannen daraufhin zwar zunächst die meisten Prozesse, 2008 jedoch ist es Beulker gelungen, die Kündigungen vor dem Amtsgericht Berlin durchzusetzen (Klagegrund war u.a. die Regelung der Bestimmung von Nachmietern und die Höhe von Mietminderungen, zu den Anlässen der neuen Kündigungen vgl. Blogseite der Bewohner –Link-). Bei insgesamt 9 Wohnungen im Haus sind in vier Fällen die Kündigungen auch in zweiter Instanz (im Juni 2009 – siehe hierzu Peter Nowak in der taz vom 7.9.09 und 10.6.2009) bereits bestätigt worden.
Für den Morgen des heutigen Tages waren drei weitere Prozesstermine vor dem Berliner Landgericht anberaumt. Die Gefahr einer Räumung hängt bei Abweisung des Widerspruchs sehr real über den Köpfen der Bewohner. Zunächst ist die Urteilsfindung jedoch auf den 9. Oktober verschoben worden: wie über indymedia um 16 Uhr des heutigen Tages bekannt gegeben wurde, konnte der neue Anwalt der LiLa GbR keine Vollmacht des zweiten Gesellschafters, Edwin Thöne, vorlegen. Das Gericht soll aber bei dem heutigen Termin bereits angedeutet haben, dass die Abweisung der Berufung der auf Räumung beklagten Mieter nach Vorlage der Vollmacht  von Thöne zu erwarten ist.

Das Verhalten des Vermieters Beulker, dem die Bewohner vorwerfen, auch auf illegale Methoden zurückzugreifen, um sich der unbequemen Bewohner seiner Immobilie zu entledigen, dürfte – neben wirtschaftlichen Interessen – von persönlichen politischen Vorlieben mit angetrieben sein. Die Bewohner der Liebigstraße 14 erwähnen eine zitierwürdige Aussage von Suitbert Beulker  vor Gericht, er wolle “mit so Leuten, die nach Heiligendamm fahren, nichts zu tun haben”. So gesehen, müßten sich jetzt 80.000 Menschen fragen, ob die eigene Unterschrift unter ihrem Mietvertrag noch gültig ist. Beulker ist neben der Liebigstr. 14 Eigentümer dreier weiteren Immobilien in Friedrichshain (Rigaer Str. 94, 95 und 96).

Die Bewohner werfen dem Gericht politisch motivierte Entscheidungsfindung vor, wozu sie einige Berechtigung haben dürften: bereits im Juni hatte der Anwalt der beklagten Mieter (in der taz vom 10.6.) das Augenmerk auf den Mißstand gelenkt, dass eine Kündigung nur bei wichtigen und berechtigten Interessen des Vermieters Bestand haben könne. Dass eine in den Augen des Gerichts ungerechtfertigte Mietminderung in fünf Fällen als schwerwiegender beurteilt wird als eine überhöhte Mietforderung der Vermieter in 12 Fällen, erschließe sich daher kaum.

Die Kampagne WBA und die Bewohner der Liebigstr. 14 lenkten daher bei der heutigen Demonstration das Augenmerk auf stadtpolitische Fehlentwicklungen, die ihrer Ansicht nach die Durchsetzung einer “kapitalistischen Normalität” (WBA) zu Lasten von Mieterschutz und sozialer Wohnungsstruktur vorantreibe.

Zur Demonstration selbst: durch technische Probleme mit dem Lautsprecherwagen leicht verzögert begonnen (anm hierzu s.w.u.), verlief sie bis 20 Uhr friedlich. Berichte über den weiteren Fortgang finden sich hier: Link 1 (indy), hier werden 1500 Teilnehmer gezählt, und Link 2 (indy), mit der Angabe “über 500 Teilnehmer”. Da auch wir uns auf polizeiliche Angaben nicht verlassen wollten, wurden Teilnehmer der Demonstration zu ihrer Schätzung der Teilnehmerzahl befragt, wobei eine erstaunliche Spannweite von “350” bis “knapp über 1000” zustande kam. Wir wählten angesichts der Länge und Dichte der Demonstration zum Zeitpunkt 19:45 ein möglichst realistisches Mittelmaß für unsere o.g. Angabe. Inhaltlich angereichert wurde der Demonstrationsauftakt von Redebeiträgen von United We Stay sowie einem Gruß der  Wittenberger Besetzer, die, nach Ihrer Aufgabe der Besetzung der Wallstraße 1 am 25.8., für den kommenden 19.9. um 15 Uhr zur Demonstration am Bahnhof Wittenberg aufrufen. Zu den Auflagen bei dieser Demonstration: WBA wertet am 9.8. (indy) die auffällig und ungewöhnlich milden Auflagen aus und fragt sich, ob dies als Änderung der bisherigen Auflagenpraxis interpretiert werden kann oder als einmaliger Ausnahmefall gewertet werden sollte.

Links: die Broschüre der Kampagne WBA gegen Stadtumstrukturierung, Verdrängung von Einwohnern mit geringen Einkommen (Gentrifikation oder auch Gentrifizierung) und die Vertreibung alternativer Projekte ist hier digital abrufbar.

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anm. an einen indyergänzer bezügl. technische probleme: der ursprüngliche lauti war laut demoorga zum zeitpunkt des geplanten beginns der demo kaputt, die plane betraf den ausweichlauti, bitten also verspätet auftauchende kommentierer, sich zurückzuhalten oder gründlicher+pünktlicher zu recherchieren (“recherchieren”, falls der ergänzer m/w es hätte besser wissen müssen) bzw. sich einfach mal kurz umzuhören, bevor er seinen senf dazu gibt (“umhören”, falls der ergänzer m/w einfach nur mal was loswerden wollte). – anm. zur anm. nach nachkorrektur des bemängelten kommentars: nagut sei´s drum, kann ja mal passieren.

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…und ein kleiner nachsatz von hier aus an die taz, der am 7.9. ein aufmerksamkeit erregender tippfehler gelungen ist: ja, so kommt das. kurz durchlesen, bevor man beiträge in die zeitung setzt, sollte man dann doch schon. die rede war wohl von der brunnenstraße 183, wir erinnern: das hausprojekt, dem gegenüber ein verknallter erpel kürzlich (offiziell mit der frau entenmama) – 5? 7? – jedenfalls ein grüppchen eindeutig rötlich angehauchter linker kleiner enten gezeugt hatte. (anhänger der bio- und zoologisch orientierten berichterstattenden akuratesse, die in vergrößerungen der beweisbilder winzige leckere fliegen auf der roten wand entdeckt haben wollen, bitten wir, von weiteren hinweiskommentaren darauf abzusehen, für beiträge über erpelerdnüsse und sonstigen knabberkram sind wir nicht zuständig.) der erpel ist eindeutig kunstkenner und ein farbverliebter noch dazu, also hört endlich auf, ihn als ‘bloß verfressenen tagedieb’ zu verunglimpfen. (dafür ist die offizielle frau entenmama zuständig.)

…nachtrag zum thema: “5? 7?” – oder sagt selbst: könntet ihr das grüppchen so auf anhieb schätzen? (übrigens pssst… :] die sind jetzt schon im teenie-alter.) so sehen sie aus jetzt:(…und nochmal pssst… man beachte die farbe von der soli-kunstaktion im hintergrund: die hat bis heute gehalten…)


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nachtrag: am selben tag gab es auch eine kundgebung mit gysi und lafontaine am brandenburger tor in berlin um 17 Uhr, der anlass (gegen afghanistaneinsatz, protestkundgebung gegen den von der bundeswehr angeforderten NATO-luftangriff vom freitag, 4.9.2009) ist gewichtig und uns eine verlinkende erwähnung wert. mit ein bißchen geduld kommen Sie über einen kleinen umweg (indy und flickr-album von PM_C) zu fotos von der kundgebung.

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Written by wn030

September 8, 2009 at 12:17 pm