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Dialogues. (Texte im Entstehen.)

with 56 comments

Urheberrechtlich geschützter Beitrag

Autoren: Theorie und Einleitung: Anna Panek

Rollenautoren:

Rattenfängerin: Anna Panek

Aldi-Stammkunde: “Heinz mit a-i” (Quasi Hainz, eigentlich, der vertippt sich aber immer bei seinem eigenen Namen. Daher steht unten “Heinz.”) (übrigens Vorsicht, liebe Taz-Langfinger, Taz-Kurzfinger, Taz-Ausleihkunden und aber auch an die lieben Taz-Textgastgeber, die verlinken können und Namenskürzel dazupacken – dies an euch: auch diese Rolle hat einen Autornamen, Finger wech! Hier ist nur Lesen erlaubt! Schöhöhön Abstand halten, noch ein kleines Stückchen bitte, vielen Dank. Wir können leider nur Ab- und Nachdruckanfragen annehmen, die zusammen mit einem Betrag hier eingehen, als Verhandlungsgrundlage. Ob wir den auch akzeptieren, steht auf einem ganz anderen Blatt aber ganz ohne geht leider gar nicht. Kontaktieren kann man uns bei Interesse über die Kommentarfelder hier unten. Umsonst dürfts nur lesen und das ist doch immerhin auch was.)

Urlaubs- und Zwischenschichten-Vertretung für den Aldi-Stammkunden: (falls notwendig, könnte sein – werden die Leser sehen, wenn die Abstände zu langweilig werden) – also Vertretung: [wird gesucht] “stjopa”

weitere: [sobald sich einfinden]

zum Beispiel Kassierer (da gab’s einen, der hat neulich gekündigt. Hat aber lange ausgehalten. Der sagte an der Kasse immer: “Wirsing!” – Ich drauf automatisch: “Blumenkohl!”) – diese Rolle wäre noch zu vergeben. Also: Aldi-Kassierer: [wird gesucht]

Kassiererin: [wird gesucht]

.

.

Beginn:

“… ich würde also einen text, der auf dieser text-vorgeschichte aufbaut, gerne im dialog mit dir versuchen. Lieben Deutsche zu sehr? Können Deutsche lieben? Wie lieben sie und wo und was genau? Dein bestandteil mag dabei gerne als cut-up gestaltet werden, wenn Du das vorziehst. ich selbst werde sicherlich neues mit reinbauen. thematisch-inhaltlich würde ich gerne eine liebesgeschichte zwischen einer professionellen rattenfängerin ( “Rattenjagen ist anspruchsvoll” – in der jW vom 24.12.2008) (siehe hierzu auch “FDP-Idee: Hartz-IV-Empfänger sollen Ratten jagen”–  ist ein bißchen früher erschienen (MoPo vom 16.12.2008 ) und derzeit [2010] noch in gänze einzusehen – update: 2011 leider nur ein Abschnitt davon), und schließlich: “Berliner FDP -Arme sollen sich Zubrot durch Rattenjagd verdienen”, ein SPIEGEL-Beitrag vom 15.8.2008, selbst 2011 noch in Gänze einzulesen)

… eine liebesgeschichte also zwischen einer professionellen rattenfängerin und einem sachverständigen aldikäufer, also dem aldi-stammkunden als solchen entwickeln:

(…)”

Umsetzung:

“…Konkret würde das heißen, daß bei jedem nächsten textbestandteil der schreiber – stellen wir uns zum beispiel vor, wir hätten ihn jetzt auf anderthalb seiten länge – den text aus dem kommentar nimmt (den gesamten) – ihn bearbeitet (also mit dem nächsten eigenen bestandteil ersetzt, evtl. frühere eigene bestandteile nochmal bearbeitet) – und postet. der dialogpartner verfährt genauso. die gesamte textseite würde so zwar wahrscheinlich schnell auf eine ziemliche größe anwachsen, aber für den text selbst wäre das das einfachste und sicherste verfahren. (außerdem -:]- für neugierige germanistikdozenten, deutschlehrerinnen und archivverliebte bibliophile eine goldgrube: ein von autoren verfaßter text, dessen abschnitte bis ins letzte detail nachvollzogen werden kann: der neunte himmel für textchronologiefanatiker, diachroniegläubige und buchstabenforscher der penibelstgründlichen sorte.) (der zehnte himmel aber für anhänger gründlicher recherchen, interessiertes fachpublikum und echte spezialisten.) …” (klappt auber ohne gesamt-bearbeitungsoption, das macht das ganze etwas schlanker und übersichtlicher.)

Vorlauf: eine vorzeigbare Version der Mariannen (Jahr muss erst nachgeschaut werden, etwa 2007) wird hier verlinkt, Zusammenstellung der entstandenen Dialogversionen, als Archiv-Variante. Link hier erwartet am: bis zum etwa 20.7.2011. “Mariannen” waren Kurzstücke, die im selben Dialogverfahren entstanden sind.

(source.)

Written by wn030

July 9, 2011 at 5:00 pm

56 Responses

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  1. Wutsch. Na bitte. So ein Rattenviech. Kleines EinEuro-Aas. Wer hätte gedacht, dass das so einfach geht. Ich meine, wenn man sich das in Ruhe überlegt – die Taz zahlt derzeit bei durchschnittlichem Interesse am Thema und daraus folgender Erwartungshaltung etwa 50 Cent die Stunde (Eurocent) bei Einberechnung der durchschnittlichen (üblichen) Veraltensweisen von Pressesprechern an denjenigen Stellen, die für das interessierende Thema nunmal an ihren Krawatten gepackt werden müssen, nicht? So gesehen ist das hier aber mal ein ziemlicher Luxusjob, zahlen doppelt so gut, wie die Taz.

    Batsch. Na sowas, die nächste. Das ist aber mal eine ziemlich verruchte Gegend, diese Stadt. Jetzt wären wir bei 2 Euro in einer einzigen Stunde. 4x so gut wie die Taz. Ich mache mich.

    Rattenfängerin

    July 10, 2011 at 12:00 pm

  2. Lidl hat die Pferdebesitzer unter uns als Zielgruppe entdeckt. Mein standardisierter Blick auf die Sonderangebote bleibt an einer Batterie von Flaschen hängen, deren Hals meine Verwunderung hervorruft. Das Schild in Augenhöhe verrät, es handle sich um „Huföl“. Ich stutze. Wer in der Prinzenallee will sich gerade mit „Huföl“ eindecken? Einen Stahlkorb weiter finden sich Plastikdosen mit „Huffett“. Aus vergangenen Bekanntschaften kenne ich die Angewohnheit, „Melkfett“ als Handcreme zu verwenden. Mein Hinweis, Vaseline tauge auch dazu, rief dereinst drastische Missverständnisse und ausufernde Spekulation über mein Vorleben auf den Plan. Das Lidlangebot scheint mir mit Blick auf die restliche Posten auch in diese leicht frivol anmutende Ecke abzudriften: Damenreitstiefel. „Okay!“ denke ich mir als unbedarfter Outsider der Reiterspielchen-Szene. Erinnerung an Mario Adorf in dem grandiosen Softporno „Ihr Engelchen macht weiter Hoppe-Hoppe-Reiter“ sind alles, was mir an illustrierendem Bildmaterial zu Verfügung steht. Etwas desorientiert bleibt mein Blick auf der Uniform des Sicherheitsmannes hängen. Hilft auch nicht. Die schwarzen Reitpeitschen und ein Discount-Zaumzeug tun ihr Übriges. Zunehmend verdichtet sich das Bild einer feindlichen, meinen Gewohnheiten gegenüber arrogant lächelnden, Umwelt. Wer bitte hat hier Pferde? Was machen meine Nachbarn zu Hause? Wo ist der Ausgang? An der Kasse dann Vertrauen-Einflößendes: Der Name der Kassiererin hat sich geändert, wie mir das Schild auf ihrem Kittel verrät. Ihr osteuropäischer Akzent ist geblieben, aber der Ring an der tippenden Hand ist neu und glänzt weißgolden, als sie den Gebrauchswert meines Six-Packs digitalisiert. Ich atme auf, zahle mit einem glücklich befreiten Lächeln und mache mich beschwingt auf den Heimweg. Dort angekommen, schreibe ich der jüngst Verflossenen, ich hätte heute wieder Wichtiges gelernt.

    heinz harder

    July 12, 2011 at 3:37 pm

  3. Zweiter Tag. Mal sehen, ob ich heute noch so gut bin, wie gestern. Den Nachrichten zu schließen ist Kreuzberg wohl immer noch der von Ratten am schröcklichsten befallenste Stadtteil derzeit, mal sehen, wie meine Beute heute wird.
    Wuptsch, Babpfffr.
    Das ist ja als Tagesanfang schon mal nicht verk.. Wuppptsch,
    Wrrrrtsss, Ämpööötsch.
    Krass, die haben aber Recht in den Nachrichten, Haufen was los. Wieviele waren das? Fünf Stück, der Oberhammer. Das sind also 10 mal so gut wie die Taz, gleich am zweiten Tag. Ich sehe eine Karriere vor mir.

    Hm, jetzt womit räumt man den Mist jetzt am besten zusammen. Rattenfellkopfgeld. Sowas muss man richtig organisieren. Morgen. Morgen hab ich was zum Zusammenräumen dabei, bestimmt. Aber heute? Aha, da liegt ja ne Zeitung. “Ponys über ALDI Nord…?” – egal, keine Zeit zum Lesen jetzt. Hauptsache ein Blatt, mit dem man das hier zusammenwischen kann. Iiiih, schön weit von sich weghalten. So, und rein in den Sack.

    Da hinten steht ne spannende Tonne. Mal ranschleichen… Quiiieekschr. Wappps. Ha! Kurz nachrechnen… 11 mal so gut wie die Taz und die zwählfte bekommt Gert für seinen Grill.

    Rattenfängerin

    July 13, 2011 at 6:55 am

  4. Es ist Hochsommer: Die Kunden bei Penny riechen wieder, wie sie sollen. Das Amt hat wohl gezahlt, denn Dieter wirbelt durch das Drehkreuz, verpasst den Obststand, rammt einen Einkaufswagen vor den Konserven und brüllt, im Aufstehen begriffen, dies sei sein Land. Er riecht nicht, er stinkt wieder.
    Ich verlasse den Discounter meines Vertrauens, die Alupackung Sheba habe ich in die Jackentasche gepackt. Lobosch, die Nebelkrähe, die bislang wegen Bauchspeckstückchen begonnen hatte, auf meiner Balkonbrüstung länger als nötig sitzen zu bleiben, wird sich freuen. Ja, Rabenvögel und Katzen haben das selbe Beuteschema. Wenn es um Konserven geht. Dieter und ich teilen sich ja auch ein Drehkreuz. Und die selbe Kassiererin, die madonnengleich sagen kann: “Warum sind sie denn so unfreundlich?”

    heinz harder

    July 13, 2011 at 2:21 pm

  5. “Großstadtjäger”. Ja, das könnte man so präsentieren. Großstadjäger. Wenn das hier in Kreuzberg so spannend bleibt, reicht es schon nächste Woche für ein erstes Paket Visitenkarten. “Professionelle Großstadtjägerin”. Nur – keine Service-Nummer drunter, das kommt nicht in die Tüte. Ich jag, wo ich will.

    “Professionelle Großstadtjägerin”. Fettdruck? Oder lieber dezent kursiv?

    “Professionelle Großstadtjägerin”. Das ist doch mal n Beruf. 11 mal so gut wie die Taz, bisher, bei steigenden Aussichten. Damit kann man angeben ohne Ende. Also Fettschrift.

    So, nu komm aber her, du Sack Morgenschicht, hoch auf die Schulter. Dann holen wir uns mal die Kohle ab.

    “Freelance Ratheadhunter.” Besser? Klingt besser, kann man schon mal für Management vorüben, vielleicht sogar Franchising später. Top Notch. “Freelance Ratheadhunter.” Fettschrift oder lieber dezent kursiv?

    “Freelance Ratheadhunter.” Wahnsinn, eigentlich, wenn man sich das mal in Ruhe überlegt. Ich meine, ich habe hier einem Haufen Leute krass zu danken. Ohne deren Steuern wäre ich ja sonst nie zu einem vorzeigbaren Beruf gekommen hier.

    “Freelance Ratheadhunter.” Sponsored by: Ihre Regierung. Nein, das klingt nicht. Sponsored by: your system. Langweilig. Sponsored by: Ihre FDP. Ha! Das ist es. Das ist es. Das ist es definitiv. Muss ich nur noch klären, ob ich ihnen nicht besser dafür was in die Spendenkasse werfe, sonst könnte es ja Probleme mit den Parteinennungs-Lizenzen geben. Könnte später teuer werden, also lieber vorher anständig bezahlen, richtig schön legalisieren. Mal sehen, was das an Lizenz-Zusatzkosten sind, aber die Visitenkarten selbst sind garantiert nächste Woche schon drin. Wppppptsch. Ah, sieh mal an, noch ein kleines extra. Praktisch – direkt auf dem Weg zur Rattenkopfgeld-Kasse, also wer da klagt, der hat sie doch nicht alle.

    Wo eine ist… wollen wir mal mit der Schuhspitze unter den Zettel da schauen. Was ist das überhaupt für ein Zettel?!

    Rattenfängerin

    July 13, 2011 at 5:46 pm

  6. Lobosch wir sich freuen. Manchmal vermute ich ihn auf der Straße. Nebelkrähen unterscheiden sich durch ihr silbernes Schulter- und Brustkleid von den Rabenkrähen, die ich aus Hamburg kenne. Ornithologen streiten seit zehn Jahren, wer von wem abstammt oder sich weigert zu vermischen. Die Elbe gilt als unlogische aber reelle Grenzlinie. Im Verhalten sind sie identisch. Sie hopsen zwischen Fahrbahn und Bürgersteig herum, begutachten und fressen alles, was sie als Aaskrähen ausmacht. Aber Lobosch legt den Kopf genau so schief und wartet ab, wie ich es von den Rabenkrähen her kenne. Und ich vermute oft, ihn auf der Straße zu treffen, weil Lobosch seinem zerstobenen Federkleid her erst ein Jahr alt sein kann. Lobosch hält Distanz. Legt den Kopf kurz schief und hopst weiter.

    stjopa

    July 13, 2011 at 6:29 pm

  7. der Zettel

    Für mich hatte das immer was mit der Ausnutzung von Geschlechterhierachie zu tun – irgendwie tatsächlich finanzielle Katastrophen, Überarbeitung… fünf, sechs Kommentare abgetippt und liegen lassen. Und jetzt eben zwei Bücher. Interviews weitermachen? Keine Kapazitäten, seltsam.

    Nu ja.

    Jetzt irgendwie Moderationsschleife, noch nicht sicher. Vielleicht kannst du mir das noch mal erklären…?

    —K.

    Der Zettel (von classless - ein Cut-Up)

    July 18, 2011 at 6:49 pm

  8. Ach du lieber Zettel… da lässt sich nicht mehr viel erklären. Ein Haufen Säcke in zum Beispiel Redaktionen führen eben zu diesem und anderem, aber nebenbei gelegentlich auch zu verschüttetem Reis oder zu 50 Cent pro Stunde. Wenn man das mal mit der Geschlechterhierarchie-Lupe genauer betrachten will. Oder zu fehlenden Kapazitäten bei Interviews, das hast Du schön ausgedrückt.

    Wenn man das mal mit der Geschlechterhierarchie-Lupe genauer betrachten wöllte. Mit der rosa Offline-Lupe. Zu diesem genaueren Betrachten bräuchte man aber Zeit und viel Phantasie, derweil muss aber meine Morgenschicht in Hartgeld umgetauscht werden. Und zwar jetzt, bevor die Währung fällt, erm der Kurs – du verstehst.

    Pass auf beim Landvermessen und Kommentare tippen, K.

    .

    (Rattenfängerin faltet den aufgehobenen Zettel zusammen und legt ihn in den Korb eines fremden Fahrrads, das in der Nähe steht. Das Fahrrad wird, während sie weitergeht, wenige Sekunden später geklaut. Die Verbrecher tragen dunkelblaue Overalls, nur einer davon ist olivgrün. Beim Diebstahl des Fahrrads fällt der Zettel wieder auf die Straße, etwas huscht, man sieht einen zitternden Rattenschwanz unter dem Zetteldach hervorragen. Auf der Oberseite des dachförmig über dem zitternden Rattenschwanz aufragenden Zettels ist eine kurze Einkaufsliste zu erkennen: eine Milch, eine “Sarrazin-Möhre”, ein halbes ALDI-Billigbrot, eine Tomate. Die Tomate ist durchgetrichen.)

    .

    Rattenfängerin (zum Zettel)

    July 18, 2011 at 7:02 pm

  9. Das schöne an Berlin ist, dass ich mir um Ratten keine Sorgen machen muss. Die Ein-Euro-Rattenfänger, die sie seit einem halben Jahr mit Liquidierungsauftrag auf Streife schicken, sind nur Beiwerk einer verfehlten Arbeitspolitik. Keine Ratten, nein: Motten. Genauer gesagt Müslimotten. Der Theorie nach kommen sie mit den Frühstücks-Cerealien direkt aus dem Discounterregal meines Vertrauens. Drogerieläden haben hierzu Leimtafeln im Sortiment. Das Versprechen: Die männlichen unter den Motten werden durch Hormonduft angelockt und verenden auf der klebrigen Schicht. Zusätzlich sind diese Tafeln mit den Bildern von Motten bedruckt. Es sollen wohl die Weibchen sein. Entweder appellieren die Hersteller dieser Mottenfallen an die optische Erregungsfähigkeit männlicher Motten oder sie liefern mir als Kunden eine Illustration meiner Jagdbemühungen. Ich tippe auf Letzteres. Und muss an die Ethnologengeschichte denken, in der afrikanische Hilfsbedürftige unter lautstarkem Protest eine US-Lieferung kleiner Gläser mit aufgedruckten lachenden Kindern zurückgeschickt haben. Die Botschaft dieser Etikette war eindeutig: In den USA wird aus kleinen Kindern ein orangener Brei hergestellt, der Afrika vor dem Hungertod bewahren soll. Kanibalismus, den man hierzulande nur auf hoher See unter Schiffbrüchigen oder im eingeschlossenen Leningrad nachweisen kann, den USA wird er gerne attestiert.
    Mein Problem bleiben die Weibchen. Unter den Motten. Sie sind offenbar nicht Zielgruppe meiner Leimtafeln und scheinen sich bei der Vermehrung darauf geeinigt zu haben, dass es dafür keiner Männchen bedarf.
    Vielleicht sollte ich einen dieser immer sehr aufgedrehten Rattenfänger einmal fragen, wie das so geht mit den Mottenweibchen. Sie müssten allerdings ihr brachiales Tötungsgehabe gegen simples Händeklatschen tauschen. Mit Tee kann ich wohl keinen davon überzeugen.

    heinz harder

    July 21, 2011 at 6:18 pm

  10. Wupptsch. (Die Rattenfängerin, die eben nochmal umgedreht war, steckt den zusammengefalteten Zettel in die Tasche und stopft eine weitere Ein-Euro-Beute in ihren Beutesack.). “Stand hier nicht eben ein Fahrrad?

    Also nochmal überlegen und nachzählen. Visitenkarten, Lizenz für die Parteinennung “sponsored by” vorsichtshalber. Dann noch ein paar professionelle Ausgaben. Equipment. Auch alte Zeitungen (die Zeitungen zum Zusammenkehren und Einsammeln der Ein-Euro-Beute) wollen erst gelesen sein. Dafür holt man sie dann doch besser frisch vom Kiosk. Und vielleicht noch ein Schäufelchen dazu. Gut und ein paar frische Müllbeutel, die kosten ja auch was, diese dicken dunklen. Ich mach heute abend mal nen Businessplan. Und sowas wie Handschuhe wäre vielleicht nicht schlecht.

    Jetzt aber mal wirklich ab zur Kasse.”

    Wirft sich den Beutesack über die Schulter und verschwindet nun endgültig um die Ecke, wobei noch ein Murmeln zu vernehmen ist:

    “und später noch ein zweites Standbein. Etwas, das sich richtig gut verkauft, zur Sicherheit. Vielleicht muß man dafür etwas perfider und perverser werden, aber wenn die Miete stimmen soll… also Ratten-Pornos? Sex sells, Sexpartys ziehen wie verrückt. Also ein Rattenporno-Sexparty-Datingservice? Billig online aufziehen, ohne Büromiete und schicke Rattenpornos verkloppen. Mehr als 1 Euro die Stunde müßte sicher drin sein.”

    Und dann (aber erst dann) leiste ich mir einen richtigen Geist als Schreiber und “schreib ein Buch”. Über den Rattenporno-Deal. Ob das reicht, um wenigstens dann als “Journalist” bezeichnet zu werden, über 3 Umwege quasi? Das da ist doch jetzt allemal zu einem richtigen Langzeit-Business-Plan angewachsen, ich würde also sagen: langweilig wird’s sicher nicht und die Zeit wird’s wohl zeigen müssen, wer sonst.

    Mit 20 Cent pro Stunde, die sich durchschnittllich dank sturer Pressesprecher und noch sturerer Brötchenkrumengeber-Bezahlung pro Zeile ergeben, reichen ja nicht zur Bezeichnung als “Journalist”, das gilt nicht als “Leistung” heutzutage. Aber um die 3 Ecken Rattenfang-Franchising, Ratten-Pornos und dem vom Geist geschrieben Buch über den Erfolgsweg – also spätestens da müßte das klappen.

    HowToLegalize your profession um die Ecke – was ein Glück. So kommt Frau wenigstens so noch zu einem vorzeigbaren Beruf. Ernsthaft. Wo wäre ich nur ohne die FDP.

    (Erst jetzt verstummt das Murmeln. Die Rattenfängerin gerät hinter der Ecke außer Hörweite.)

    Rattenfängerin

    July 22, 2011 at 9:25 am

  11. Warum treffe ich spannende Menschen immer beim Discounter meines Vertrauens? Dieter ist nicht wirklich der Traumpartner, aber ein gewisses Interesse bringe ich seinem aufgedunsenen Gesicht dann doch entgegen. Dass mir aber diese verquere Rattenfängerin ausgerechnet bei Lidl am Kühlregal auf die Füße tritt, erstaunt mich dann doch. Aber die Verwunderung währt nur kurz und wird sofort von ihrem bekannten Sermon über die Unzulänglichkeit der Autoren-Honorare verdrängt. Ob Metzgermeister, die inzwischen als Henker arbeiten, sich auch sofort über Blut und Tränen unterhalten, wenn sie sich zwischen Camembert und Cheddarkäse treffen? Ich tippe eher auf ein Thema zwischen Rosenzucht und Opernbesuchen.
    Die Rattenfängerin biegt dieses Mal allerdings überraschend in ein neues Thema ein. Eine Idee hätte sie: Rattenpornos. Ich stutze, verdränge spontane und unsachliche Gedanken heterosexueller Natur und frage nach. Keine Chance. Entweder hat sie mich nicht gehört, nicht verstanden oder sie kommt wieder einmal nicht aus ihrem monopolaren Erzählstrang heraus. Ich tippe. Wie immer auf letzteres.
    Meine Hand geht zum Bergkäse, des herben Nachgeschmacks wegen, und ich versuche, sie anzulächeln.
    “Rattenscharf!”
    Mehr fällt mir nicht ein. Und ich weiß, sie wird wieder einmal nichts stehen lassen können, sie wird wieder einmal nicht verfolgen wollen, in welche Ecke des Raums sich ein Wort begibt, um dort zu verbleiben.
    Die Klimaanlage von Lidl gibt ihr recht. Ihre 5.000 Zeichen (ohne Leerzeichen gesprochen) werden ebenso abgesaugt, wie mein “Rattenscharf!”.
    Das Ausrufungszeichen verbleibt noch einen Moment in ihren Augen und um ihren Mund herum. Einen Moment nur. Aber immerhin.

    heinz harder

    September 22, 2011 at 3:14 pm

  12. So, Kasse erledigt, jetzt ab zum ALDI, Investments erledigen, die Ratten-Mülleimer.

    Ob ich mit einem blauen auf dem Rücken besser aussehe als mit einem dicken schwarzen? Müllsack?

    Mist, nix ALDI, die haben einen LIDL hier. Sei’s drum, gehupft wie gesprungen, rein.

    1,49, 1,79… die sind alle zu klein. Aha, hier also. Schwarz. Schwarz zieht besser. Der Blauton bringt’s nicht. Verflucht, sind die teuer, ein Viertelstundenlohn gleich weg. Nun, was sein mu… – wessen Fuß war das?!

    Rattenfängerin

    September 22, 2011 at 7:16 pm

  13. Vom Ausrufungszeichen in ihren Augen ist wenig geblieben, als ich sie wiedertreffe. Sie ist genervt, versucht ihre toten Ratten in den Automaten zu schieben, und auch um ihren Mund herum hat sich kein Erstaunen festgesetzt. Nur permanente Panik.
    Den Trick mit dem Nylon-Faden kannte sie noch nicht. Die fetteste aller erlegten Ratten festbinden, einscannen lassen und nach dem leisen Piepton wie der zurückziehen. Unauffällig bewerkstelligt bringt es sehr viel Geld auf dem Coupon.
    Sie akzeptiert die beiläufige Beschreibung der halblegalen Kontoaufladung und verbleibt im Versuch, Ratten zu töten aber nicht essen zu müssen.
    Beim nächsten Treffen werde ich ein selbstbestimmtes Ausrufungszeichen in ihren Augen suchen. Oder sonstwo.

    heinz harder

    September 22, 2011 at 9:26 pm

  14. Nächstentags an der Schlange vorm Kassenautomaten: Man sieht die Rattenfängerin qualmend und mit einer Kollegin tratschend sich die Füße in den Bauch stehen, vor ihnen ein paar männliche Anfängerjäger, die offenbar das Automate-Einpflegen noch üben müssen, das zieht sich hin und die beiden Großstadtjägerinnen haben alle Zeit der Welt für einen kleinen gepflegten Kommunikationsaustausch:

    “…und was ich später besonders toll fand, waren diese Sprüche von einem dieser Leute, die einem im Supermarkt ihre Latschen unter den Fuß schoben, damit man sie wenigstens so bemerkte. Diese Sorte Profi-Tips, bei denen du schon beim zweiten Satz heraushörst, dass der noch
    keinen
    einzigen
    Nager im Leben erlegt hat. “Am Faden herausziehen”, als hätte der Automatenfabrikant (der Geschäftsführer hatte einen Kumpel bei der FDP und kam so an den Auftrag, hatte sich dann aber auch eine Parteinennungs-Lizenz geleistet, bzw leisten müssen, drum gab’s diese schicken FDP-Logos auf den Automaten) – als hätte der Automatenfabrikant das Ding nicht nun gerade gegen Fädentricks gut abgesichert. Ich sag nur: “schredder!” – was willste dann hinterher groß zum Einscannen wieder reinschieben…

    Ich hörte mir den Spruch also an, sagte “ach so, mensch ich wär nicht drauf gekommen” und dachte nur “der nächste Vollprofi.” Übrigens, was hältst du von meinem Müllsack?”

    Die Kollegin tritt ihre Zigarette aus. “Steht dir. Wäre aber nichts für mich, ich sehe mit schwarz viel zu blass aus. Komm, ich glaube, der Fritze da vorne hat seine zwei mageren Biester endlich geschafft.”

    Sie rücken mit ihren Säcken zwei Schritte vor.

    .

    .

    .

    Zehn Sekunden Schweigen später:

    .

    “…Summ…”

    Kollegin: “Was?”

    Rattenfängerin: Mir geht da ein Song nicht aus dem Kopf. “… it’s a long time since I’ve been with a man …”

    Kollegin, breit grinsend: “Aha, in feministischer Laune?”

    Rattenfängerin: Korrekt, genau, gib uns IKEA-“Feminismus”. Übrigens, wo habe ich diesen Slogan eigentlich her: “Wir machen den Elchtest für Spokespips möglich. Vertrauen Sie uns”. Und dann stand da noch drunter: “Leben Sie schon oder kriegen Sie noch?”

    Kollegin: “Weiß ich nicht. Sag’s mir, wenn’s Dir einfällt. Und nun komm schon, schlaf nicht ein.”

    Ein nächster Anfänger hat’s endlich geschafft und pult sein Kleingeld aus dem Automaten, dessen Geldausgabemodul dem eines BVG-Automaten verdächtig ähnlich sieht. Sie rücken zwei weitere Schritte vor.

    Kollegin: “Meine Mülltütenpackung hält auch nicht lange, die kann man nicht ewig wiederverwenden. Futsch, zwei Stunden weg (die waren heute ziemlich abgegrast in meiner Ecke, die Biester). Und wenn ich mir überlege, wieviel übrigbleibt, jetzt, da sie die Tickets wieder erhöht haben…”

    Rattenfängerin: “Zwei Euro teurer auf einen Schlag, das BVG-Einzelticket. Das wird nicht lustig nächste Woche. Aber wenigstens gibt’s jetzt edle gelb-blaue ‘sponsored by your FDP’-Bildchen auf den U-Bahn-Tickets.”

    Und noch zwei Schritte, jetzt sind sie schon fast an der Reihe. Nur noch fünf Anfänger vor ihnen.

    .

    .

    (fünfzehn Sekunden Schweigen.)

    .

    Rattenfängerin: ich glaube, es ist mir gerade wieder eingefallen.

    Kollegin: Der Slogan?

    Rattenfängerin: hm-hm… IKEA. War so ein Aufkleber hinten an nem Schrank. Ist mir aufgefallen, als jemand eine Fahne von dahinter hervorzog.

    währenddessen...

    September 23, 2011 at 8:53 pm

    • Immerhin hatte IKEA ein Schlafsofa mit dem Namen “Curva”. Schönes Ding, aber schreib ich nicht aufs Klingelschild.

      heinz harder

      October 3, 2011 at 3:54 pm

  15. Die beiden drehen sich um.

    “Hallo Fachmann”, sagt die Rattenfängerin und tritt mit einer eleganten Drehung ihrer Fußspitze die nächste Kippe aus.

    Die Kollegin mustert den als “Fachmann” bezeichneten und ihr nun aus zweiter Hand nicht gänzlich unbekannten Unbekannten, der sich den beiden von hinten unbemerkt genähert haben musste, von unten nach oben, mit zusehernds anerkennend hochgezogenen Augenbrauen.

    “Also ich habe gehört, Du kennst Dich mit Rattenleinen aus?” fragt die Kollegin. “Ich habe heute nach meiner Schicht Zeit. Magst Du mir das nicht heute abend genauer erklären?”

    Die Rattenfängerin starrt sie überrascht an und sagt schließlich zum Unbekannten: “Du klebst IKEA-Möbelnamen auf Dein Klingelschild, wenn sie nur etwas gelungener sind als “Curva”? Wie heißt Du denn, “Billy”?

    “Na, das will ich doch hoff…” ist noch von der Kollegin zu hören, bevor der linke Fuß der Rattenfängerin versehentlich ihr Schienbein trifft.

    teeater

    October 4, 2011 at 10:01 pm

  16. Lobosch ist weg. Sein Gefieder ist so zerstoben, dass ich ihm keine Kinder zutraue. Aber sein Nachfolger hat begonnen, auf dem Geländer sitzen zu bleiben. Er, oder sie hopst herum. Und zwischen Sheba oder Bauchspeck fehlt ihr oder ihm offenbar die Entscheidung, die mein Einkaufsverhalten steuern könnte. Da es nach Lobosch in der Saga keinen Namen gibt, nenn ich den neuen Tonda. Nichts wiederholt sich, und ich kann mit Sagen schwer umgehen.
    Auf IKEA angesprochen zu werden ist anders. Die Angewohnheit, auf den Klingel- und Namensschildern auch die Möbel und ihre Namen zu erwähnen, ist verwirrend. Aber hilfreich. Wer Ingo nicht kennt, muss über einen Küchentisch mit Beistell-Ecke nachdenken. Und er kennt beide nicht.
    Warum im Supermarkt an den Einwerf-Automaten inzwischen von Klingelschildern und IKEA-Namen gesprochen und getreten wird, weiß ich nicht. Ich hab diese seltsame Rattenfängerin wieder getroffen, die mir den Traum von Tod und Blut erst noch nachweisen muss. Seltsam ist sie, ja. Aber mit der schlichten Verwundertheit über die Abläufe am Automaten bleibt sie sympatisch. Wegen der simplen Automaten. Und wegen des des Blicks auf ihre Kollegin. Und weil ich ihr nicht glaube, dass sie auf meinem Balkon nach Sheba oder Bauchspeck Ausschau hält.

    heinz harder

    October 4, 2011 at 11:21 pm

  17. “Verstehst Du, was ich meine?” Sagt die Rattenfängerin zu ihrer Kollegin. Sagt, nicht fragt, denn ihr Fragezeichen trägt einen ausgesprochen großen Satzpunkt beim freien Fall ihrer Stimme. “Aus dem wird man nicht schlau.”

    “Das habe ich von Männern, ehrlich gesagt, nie erwartet,” antwortet die Kollegin und fügt noch ein “ja, doch” nach hinten ein, weil bereits gedrängelt wird. Sie gehen beide fünf Schritte vor, die Einwurfklappe ist jetzt nicht mehr weit weg. “Ich werde nie verstehen, warum sie diese Dinger so nah an Supermärkten hingestellt haben. Als Geschäftsführer von dem Laden würde ich mich beschweren.”

    “Beschleunigt den Geldumlauf”, antwortet die Rattenfängerin und kehrt gleich zum ihrer Meinung nach noch nicht anständig abgeschlossenen Thema zurück. “Ich meine, verstehst Du sowas? Da laberst du zwei schwerbeschäftigte, berufstätige Frauen auf der Straße an, hast sogar das unverschämte Glück, nicht völlig abzublitzen, wirst von beiden angesprochen und was machst du dann? Drehst du dich dann ohne Wort um und verschwindest kleinlaut? Ich werd’ aus dem nicht schlau…”

    “Wahrscheinlich grübelt er bis morgen an einer passenden Antwort”, meint die Kollegin. “Werden wir ja noch sehen. Könnte wetten, das war nicht das letzte Mal, dass der unserer Automatenschlange hier in den Weg lief.”

    “Hätte eigentlich gemeint, da wäre genug Zeit zum Grübeln gewesen”, antwortet die Rattenfängerin. “Der hat so lange schweigend gestarrt, ohne ein einziges Wort, dass ich dachte, jetzt wird ein ganzer kleiner Kurzroman in seinem Kopf geschrieben.”

    “Wahrscheinlich war der richtige Satz in dem Roman nicht dabei”, meint die Kollegin. “Nun muss er erst nach Hause, einen neuen schreiben. So, jetzt…”

    Sie sind endlich dran.

    “Ich darf vor, mein Schienbein tut immer noch weh”. Und die beiden machen sich an ihr Tageskassengeschäft.

    “Schredder”, “Schredder”, “Schredder”, macht saft und leise die Maschine. Als zum Kleingeld der Automatbon ausgedruckt wird, ist eine aufreizend sexy klingende Stimme zu hören. “Vielen Dank, dass Sie die FDP gewählt haben. Wir helfen Ihnen, unsere Stadt sauber zu halten.”

    “Wenn dieses Ding nur die Klappe halten würde”, läßt die Kollegin noch hören, dann schlendern die beiden davon.

    teeater

    October 5, 2011 at 5:44 pm

  18. Die Rattenfängerin schreit auf. Die Stimme kam so urplötzlich und schien so nah in ihrem Nacken gesprochen, dass Sie noch Sekunden später eine Gänsehaut hat.

    “Spinnst Du?!” Der Schreck sitzt ihr so tief in den Knochen, dass sie nicht merkt, wie laut sie ihn anschreit. “Hast Du völlig den Verstand verloren?! Pirscht Du Dich gerne an Leute von hinten heran?!”

    Ihr leerer Müllsack und ihr Geldbeutel, den sie nach dem Automateneinspeisen noch nicht wieder in ihre Tasche gestopft hatte, liegen auf dem Boden.

    “Das wird dann wohl der Satz gewesen sein”, sagt leise die Kollegin.

    teeater

    October 5, 2011 at 6:10 pm

  19. Da war sie wieder, diese seltsame Flut an Unterstellungen. Wie viel Fantasie mit im Boot war, kann ich immer noch nicht sagen. Was nun tun mit einer schreienden Frau auf der Straße? Der Außenohrfilter versagte komplett.
    “Und jetzt?”

    heinz harder

    October 5, 2011 at 6:20 pm

  20. “Jetzt geh ich mal eben kurz los, und…” die Kollegin blickt die Rattenfängerin an, die zur Antwort immer noch nicht mehr herausbringen kann als ein Ncken und ein heiseres “bis morgen”

    “…und…” die Kollegin blickt dem Unbekannten eindringlich ins linke Auge (sie hat mal gelesen, das wäre wirksamer) “…und du, du machst dich hier mal nützlich.” Sie richtet den Blick auf die Sachen, die von der Rattenfängerin im Schreck fallen gelassen wurden. In dieser Beziehung ist sie konsequent: Intelligenz ist es nicht unbedingt, was sie bei Männern sucht oder erwartet, ihre Erfahrung behütet sie diesbezüglich vor zu vielen Illusionen. Aber wenn man einen langen, fetten, dicken, moosigen Zaunpfahl nehmen würde, lang und fett genug, dann… – fast ist sie bereit, die beiden ihren IQs zu überlassen, als plötzlich:

    teeater

    October 5, 2011 at 6:29 pm

  21. “Wenn ich mich bücke, tritt sie mir in den Bauch! Im besten Fall”
    Zumindest die Hälfte meines Gegenübers reagierte mit einem leichten Lächeln. Die eben noch Schreiende verschränkte nur die Arme. Und war sich wohl sicher, recht zu haben.
    Ich ließ sie in diesem Glauben.

    heinz harder

    October 5, 2011 at 6:35 pm

  22. Die Rattenfängerin und ihre Kollegin sehen sich an. Mehr als ein Blick und ein Nicken ist nun allerdings nicht mehr nötig, jetzt soll es schnell gehen.

    Die beiden Frauen bücken sich also gemeinsam, sammeln die verstreuten Sachen ein, während der Unbekannte, der den Bruchteil einer Sekunde lang als jemand schien, dem der Leser nochmal begegnen würde, wärend dieser Unbekannte also stehenbleibt und von oben zuschaut. Die beiden Frauen kauern zu seinen Füßen, sammeln schweigend und rasch das Verstreute ein, dann erheben sie sich wieder.

    “Kaffee?” Fragt die Rattenfängerin ihre Kollegin. “Und ob, ich brauche dringend eine Tasse.”

    Die beiden Frauen gehen gemeinsam davon. “Ich wette, der hält auch einen verzogenen Mundwinkel für ein Lächeln, der wirkt wie so ein Typ” meint die Kollegin noch, als sie außer Hörweite ihres Flüsterns sind. Sie erhält keine Antwort, es gibt nur eine abwinkende Geste der Rattenfängerin: “gegessen, Themenwechsel”. Zugegebenerweise findet dann auch keine der beiden in ihrem Gespräch, das sich nun rasch wieder der Automatenstimme, der Automatenplatzierung, den Jagdgründen von morgen und anderen berufsrelevanten Dingen zuwendet, nicht die Muße, sich nochmal nach jemandem umzusehen, der sich in kürzester Zeit endgültig aber auch aller letzter Chancen zu berauben geschafft hat. Wünschen wir dem unbekannten Unentschlossenen viel Glück. Bei was auch immer.

    .

    .

    ENDE des ersten Kapitels. Diese Seite wird fortgeschrieben, wenn sich ein geeigneterer Schreibpartner für das Thema findet. —

    teeater

    October 5, 2011 at 6:43 pm

  23. Tolle Geschichte! Besonders die letzten Zeilen sollten gezählt werden!
    Tja, da hat das eine mit dem anderen nichts mehr zu tun. Kommunikation war was anderes.
    Die große Frage bleibt: Wer darf das da oben nach mehrfachem Widerruf publizieren? Publizisten fragen vorher, zumindest so nebenbei. Die andern kaufen Gouda. In großen Mengen.

    wn030: wer das publizieren darf? wenn Sie uns das schreiben Ihres anwalts zuschicken lassen wollen, können Sie dieses schreiben gleich hier in den kommentaren posten. ansonsten stimme ich Ihnen zu, kommunikation ist was anderes, dialogvermögen ebenfalls, diese seite hat ein zweites kapitel verdient, das mit dem thema was anfangen kann. Ihre version des zweiten kapitels können Sie doch auf Ihrer seite verfassen, da mischt sich niemand mit “zweifelhaften kommunikationsverständnis”, mit kritischem blick auf prosaische monologe oder türme ein. genießen Sie Ihre aussicht auf dem turm, rapunzel, verzeihung, herr rapunzelgeneral. wir suchen keinen herren der schöpfung, wir suchen einen guten schreiber. von daher können wir Ihnen leider keine truppe anbieten, wenn Sie verstehen.

    wn030: zu “Aber jeden Satz, der mir geliefert wird, umzuschreiben” nur die ruhe, junger mann. da wären Sie nicht der erste, der plötzlich seinen kram dementieren will. Ihnen ist nichts “geliefert” worden, Sie haben nach eigenem entschluss, ob Sie der einladung folgen, Ihren text selbsthändigst eingetippt. unseres wissens wurden Sie währenddessen weder geknebelt noch als affe verkleidet, um das stochastische wunder zu vollbringen. umgeschrieben wurde unseres wissens ein einziges wort, die kennzeichnung wurde erledigt.

    mfg.

    heinz harder

    January 10, 2012 at 1:57 am

  24. klopft mit den fingern auf die platte neben der kasse.

    “die kunden bleiben weg.”

    kassiererin

    November 20, 2012 at 2:03 am

  25. rauscht wie von zwanzig geistern besessen hinein, wie auf nem besen fegt die durch die regale und packt außer puste dies und das auf das band.

    “nicht ausdrucken, diesen satz. drucken Sie den bloß nicht aus. glauben Sie mir, Sie brauchen keine visitenkarte. sonst müssen Sie drunter eine parteinennungslizenz packen, unter Ihren satz und ojojoj, ich sage Ihnen, die kostet.”

    Rattenfängerin

    November 20, 2012 at 2:06 am

  26. Die Rattenfängerin gelangt nun mit ihrer beladenen Tasche in ihrem Wohnwagenbüro an. Sie öffnet die Tür.

    “Hm.”

    Sie legt die Tasche auf der Kaffeeküchenecken-Theke ab und steht kurz still, mit einem Blick auf den Hof vor ihrem Fenster, beziehungsweise eher auf einen mittleren Schwarm von Krähen, der eine Schlaufe unter grauem Novemberhimmel zieht.

    Sie setzt sich in ihren, zugegebenermaßen gut, sogar sehr gut gepolsterten Chefsessel.

    Und greift zum Telefon.

    Rattenfängerin

    November 21, 2012 at 9:54 am

  27. Nein.

    Kollegin

    November 21, 2012 at 9:55 am

  28. Was “Nein”, ich brauche keine Schicht-Vertretung. Hör mal, dieser IKEA-Fan, dem Du mal etwas Zeit nach der Schicht angeboten hast – kannst Du Dich an den erinnern?

    Rattenfängerin

    November 21, 2012 at 9:56 am

  29. Der mit Bandscheibenvorfall?

    Kollegin

    November 21, 2012 at 9:57 am

  30. Genau der. Das standhafte aufrechte Stehstehstehaufmännchen, der mit der eigenwilligen Mundwinkelinterpretation, der Rattenhalsbandprofi. Der ist mir neulich wieder über den Weg gelaufen. Das mit der Zeit nach Deiner Schicht – ist Dein Angebot noch aktuell?

    Rattenfängerin

    November 21, 2012 at 9:59 am

  31. Joooah… mal gucken. [Blättert in ihrem Kalender.] Wie dringend ist es denn? Wenn es dringend ist, könnte es knapp werden, ich bin ausgebucht bis Doomsday. Nach dem 21. könnte ich was einschieben, 22.12. um 17 Uhr. reicht das?

    Kollegin

    November 21, 2012 at 10:00 am

  32. F*ck, das könnte zu spät sein. Schau mal selber Tag, ein Monat früher, geht da wirklich nichts?

    Rattenfängerin

    November 21, 2012 at 10:01 am

  33. Also “Urgent Service” steht auf meiner Visitenkarte nicht, eigentlich… Kann er sich das denn leisten?

    Kollegin

    November 21, 2012 at 10:02 am

    • Kniescheibenvorfall!

      Heinz Harder

      November 21, 2012 at 10:04 am

  34. ihr habt jetzt eine Konferenzschaltung?

    Kollegin

    November 21, 2012 at 10:07 am

    • hat sich so ergeben …

      Heinz Harder

      November 21, 2012 at 10:10 am

  35. iÍst mir auch schleierhaft. reingehackt wahrscheinlich.

    Jedenfalls … kannste Dich umhören, dann? B. vielleicht? Oder M.?

    Das mit dem leisten können weiß ich nicht, wenn der noch immer Ratten an Halsbändern spazieren führen will, könnte das kritisch werden, aber da Herr Generalmajor ja in der Leitung sitzt, kann er das eventuell selbst beantworten.

    Rattenfängerin

    November 21, 2012 at 10:12 am

    • Noch immer das Win-Win-Model erfolgreich in Betrieb!

      Heinz Harder

      November 21, 2012 at 10:17 am

  36. Also wohl nicht. Sonst hätte der geantwortet statt abzulenken. Was machen wir jetzt. B. und M. werden schon erst recht keine Freebies anbieten.

    Rattenfängerin

    November 21, 2012 at 10:23 am

    • Eher eine Langzeitstudie unter Einbeziehung der Schwerkraft und variabler Feldforschung

      Heinz Harder

      November 21, 2012 at 10:29 am

  37. :-] Ne, det kannste mal ausschließen. Aus der “Ich mach’s auch für nen gutes Feedback”-Geschäftsphase sind die dann doch schon raus.

    Kollegin

    November 21, 2012 at 10:24 am

    • Eher eine Langzeitstudie unter Einbeziehung der Schwerkraft, variabler Feldforschung und sich multiplizierenden Persönlichkeiten!

      Heinz Harder

      November 21, 2012 at 10:52 am

  38. Generalmajor hat immer noch nicht verstanden, dass wir eine “mit freundlicher und fett bezahlter Genehmignung von” – Parteinennungslizenz unter unseren Visitenkarten haben, oder?

    Kollegin

    November 21, 2012 at 11:01 am

  39. Ich sage Dir, ich befürchte, dass der selbst im dritten Abschnitt das Thema vergessen haben wird. Was mir aber noch mehr sorge bereitet, ist: Hat der überhaupt die letzten Wahlergebnisse mitbekommen? Wie-so, wie-so bloß genau habe ich den begründeten Verdacht, dass das leider zu bezweifeln ist?

    Rattenfängerin

    November 21, 2012 at 11:04 am

  40. Bandscheibenvorfall und Pflaster auf dem Knie. Mit Ratten an der Leine musst Du keine Zeitungen kaufen. Dann brauchst Du auch keine Wahlergebnisse lesen, halte ich für logisch in diesem Zusammenhang.

    Kollegin

    November 21, 2012 at 11:06 am

  41. Bleibt ein fehlendes Portfolio, eine aussagekräftige Kalkulation und ein Tonfall, der auf eine angenehme policy schließen lässt … Auf Referenzen wird dankend verzichtet!

    Heinz Harder

    November 21, 2012 at 11:19 am

  42. Und, Deine Antwort?

    Rattenfängerin

    November 21, 2012 at 11:22 am

  43. Soll ich diesmal? Na gut – also Generalmajor: meines Wissens wurde -ich- angerufen, um mitzuteilen, ob mein Angebot zu nach der Schicht mal Zeit haben, noch steht. Und meines Wissens haben Sie sich hier reingehackt, nicht umgekehrt…

    Kollegin

    November 21, 2012 at 11:24 am

    • Ist doch schon mal der Einstieg in ein nachhaltiges Genetzwerke! Details mit Drink?

      Heinz Harder

      November 21, 2012 at 11:27 am

  44. leser

    November 21, 2012 at 11:32 am

  45. .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    .

    ~

    November 22, 2012 at 4:11 pm

  46. ?

    Heinz Harder

    December 5, 2012 at 1:24 pm

  47. .

    leser

    December 5, 2012 at 5:47 pm

  48. .. – . – – … – . – – ..

    bis dahin google ich mal wieder Semiotik und ihre zeitgenössische Umsetzung …

    Heinz Harder

    December 5, 2012 at 6:52 pm


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